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D-D-D-DOOM angespielt: Ab durch die Hölle

Peter Kusenberg, Dr. Volker Zota
D, D, D, DOOM angespielt: Ab durch die Hölle

Der vierte Teil der legendĂ€ren Action-Serie heißt schlicht Doom. Wir haben den Grusel-Shooter gestartet und mit den Cyber-DĂ€monen auf der PS4 angetestet.

Der texanische Entwickler Id Software, der in den 1990er Jahren mit Doom und Quake die Standards fĂŒr Shooter definierte, besinnt sich auf die Wurzeln und prĂ€sentiert das aktuelle Doom ohne Deckungsgefechte, Stealth-Action und anderen neumodischen Firlefanz.

Die Spielfigur erwacht auf einer Liege in einem Labor, reißt sich von den Ketten los und erschlĂ€gt ein paar herein kommende Zombie-förmige Gestalten. Dann legt sie sich eine RĂŒstung an, schnappt sich eine Knarre und betritt den ersten Gang, wo der zielstrebige Held die Tauglichkeit seiner Waffe ausprobiert.

Doom (2016) (0 Bilder) [1]

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So verbringt man die beiden ersten Spielstunden. Wie im klassischen Doom von 1993 lÀuft der Protagonist von Raum zu Raum, von Arena zu Arena, von Gang zu Gang, um dort alle DÀmonen zu schreddern und danach bereit liegende Waffen, Munitionsboxen und Gesundheitspakete einzustecken. Die DÀmonen sind unterschiedlich schnell, einige klettern fix an Stahlstreben hoch, andere schlurfen trÀge durch den Sand auf der MarsoberflÀche.

Id Software hat das altbekannte Setting samt Story recycelt. DÀmonen dringen durch Portale auf den Mars, wo sie die menschliche Besatzung töten und jetzt auch dem Spieler den Garaus machen wollen. Mitunter sieht der Spieler Menschen-Hologramme durch die GÀnge laufen und kurze SÀtze sprechen, doch erhellend ist das meist nicht.

Die Story von Doom war schon frĂŒher Nebensache, so ist es auch in dem neuen Teil. Immerhin wird die Action nach einer Eingewöhnungsphase anspruchsvoller. Dann tauchen nĂ€mlich gehörnte Höllenbarone und die totenköpfigen Revenants mit ihren Raketenwerfern auf dem RĂŒcken auf. Besondern schlau sind die zwar nicht, aber zahlreich, stark und aggressiv.

Der Spieler nutzt das bekannte Arsenal, etwa Flinte, die fetzige Gatling-Gun und natĂŒrlich auch die KettensĂ€ge. Neu ist der Nahkampf-Todesstoß, der so genannte Glory Kill. Der Spieler verwundet einen DĂ€monen, bis er blau leuchtet, dann stĂŒrmt er löwenmutig voran und zerquetscht dem Fiesling von Nahem den SchĂ€del. In Folge wird Lebensenergie freigesetzt, was bei niedrigem Gesundheitsstand erfrischend wirkt und derartige Berserker-Aktionen bald zur langweiligen Gewohnheit werden lĂ€sst ... immerhin sparen sie Munition.

An bestimmten Stellen kann man seine Waffen und seine RĂŒstung verbessern, was nach der ersten Spielstunde unabdingbar ist. Einige Updates sind gut versteckt, daher lohnt es sich, die Spielwelt zu durchstöbern. ZusĂ€tzlich findet man wertvolle Runen, etwa die aus Quake 3 bekannte Quad Damage.

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FĂŒnf Schwierigkeitsstufen sind insgesamt vorhanden, davon muss die höchste freigeschaltet werden, wobei schon die zweite Durchschnittsspielern einige Probleme bereiten dĂŒrfte. Immerhin wird der Spielstand in vertrĂ€glichen AbstĂ€nden in der getesteten PS4-Version automatisch gesichert.

Die getestete PS4-Version belegt rund 53 GByte auf der Festplatte, rund 22 GByte werden als Update nach dem Einlegen der Disk geladen. Im Solomodus lief Doom meist flĂŒssig, nur in den grĂ¶ĂŸeren Arealen kam es in Gegenwart eines Dutzends DĂ€monen zu leichten Rucklern. Im Unterschied zur PC-Version betrĂ€gt die maximale Auflösung 1080p. Einige der Gegner wirken klobig, was man in Anbetracht der altmodischen Spielweise und leicht altbackenen Grafik als Hommage an die Shooter aus den 1990ern sehen kann. Mitunter ließ sich im Solomodus (!) das Ghosting-PhĂ€nomen beobachten, also bereits getötete, doch weiterhin herum laufende KI-Gegner, die erst nach einiger Zeit verschwanden.

Die Musik changiert zwischen Metal-Rock und elektronischen StĂŒcken, die DĂ€monen brĂŒllen, keifen und stöhnen, wie sie es nur in Doom tun. Das Klicken und Surren der Waffen erinnert an andere id-Software-Titel wie Doom 3 und Quake 3, Explosionen klingen schön wuchtig. Das Spiel geizt nicht mit Splatter-Elementen: Blut und GedĂ€rm spritzt in FontĂ€nen, Körperteile fliegen durch die Gegend, wobei die Leichen in der getesteten deutschen Version nach wenigen Sekunden verschwinden.

Die sechs Mehrspielermodi erweisen sich als stabil, alle Partien liefen im Test mit sagenhaftem Tempo. Dabei sind Deathmatches und Teammatches möglich. Originell wirkt insbesondere ein Teammodus, bei man Gegner einfriert und Mitstreiter aus der Eisstarre befreit. Doom-Veteranen werden sich schnell heimisch fĂŒhlen, da klassische Waffen wie der Raketenwerfer von Anfang an verfĂŒgbar sind, wenn auch mit schlapper Leistung [4].

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FrĂŒher gab es Mods, heute den SnapMap-Editor. [6] Mit dem Tool können Spieler ziemlich einfach eigene Maps fĂŒr Einzelspieler, Koop- und Multiplayer zusammenklicken, Monster und Powerups positionieren. Die fertigen Levels und selbstgebastelten Spielmodi lassen sich direkt mit anderen Spielern teilen.

Nach den ersten Spielstunden fehlt es an Gruselmomenten, dafĂŒr bewĂ€hrt sich Doom im Solo- wie im Mehrspielermodus als schneller und unkomplizierter Old-School-Shooter, der technisch zumindest auf der PS4 eine gute Figur macht. (vza [7])


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[6] https://bethesda.net/#de/events/game/doom-snapmap-infinite-possibilities-endless-content/2016/02/26/83
[7] mailto:vza@heise.de