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Consumermarkt: Erstmals mehr Tablets als Notebooks verkauft

Matthias Parbel

Der Elektronikhandel verzeichnet an allen Fronten UmsatzrĂŒckgĂ€nge. Allein Smartphones bescheren den Anbietern noch nennenswertes Wachstum. Tablets setzen sich an die Spitze im IT-Markt.

Um 3 Prozent sackten die UmsĂ€tze im Konsumentenmarkt hierzulande in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres ab. Der von der Gesellschaft fĂŒr Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu [1]) in Kooperation mit dem Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT [2]) und der GfK Marketing Services GmbH (GfK [3]) regelmĂ€ĂŸig erhobene Consumer Electronics Marktindex Deutschland (CEMIX [4]) weist fĂŒr die erste JahreshĂ€lfte 2013 Erlöse in Höhe von knapp 12,51 Milliarden Euro aus. Allein bei der Unterhaltungselektronik bĂŒĂŸte der Handel mehr als 19 Prozent gegenĂŒber der Vorjahresperiode ein. Nach 6,19 Milliarden Euro in den ersten 6 Monaten 2012 stehen aktuell nicht mehr ganz 5 Milliarden Euro zu Buche. Hauptgrund dafĂŒr ist der Einbruch bei den TV-VerkĂ€ufen [5]: Die umsatzstĂ€rkste Produktgruppe gab um gut ein Viertel nach. Die Verkaufszahlen sackten um 25 Prozent auf 3,66 Millionen GerĂ€te ab, die UmsĂ€tze schmolzen sogar mehr als 26 Prozent auf 2,27 Milliarden Euro.

CEMIX: Schon Anfang 2012 haben die Tablets den Desktop-PC hinter sich gelassen, im Q2/2013 wurden nun auch erstmals mehr Tablets als Notebooks verkauft.

Etwas erfreulicher fĂŒr den Handel gestaltet sich das Bild bei der Informationstechnologie: Hier kletterten die UmsĂ€tze im Halbjahresvergleich um immerhin 4,3 Prozent auf 3,62 Milliarden Euro. Doch dieses Plus ist nahezu ausschließlich dem anhaltenden Boom bei Tablets [6] zu verdanken. Zwar gaben die durchschnittlichen Verkaufspreise dieser beliebten GerĂ€te um knapp 25 Prozent auf 365 Euro nach, die Absatzzahlen schossen in der Folge jedoch in die Höhe: 2,35 Millionen verkaufte Tablets bedeuten eine Verdopplung gegenĂŒber der ersten JahreshĂ€lfte 2012. Ein Blick auf das zweite Quartal 2013 macht den Erfolg der Tablets deutlich: Erstmals wurden hierzulande mehr dieser GerĂ€te als Notebooks verkauft.

Dem Handel bescherte das auf das erste Halbjahr gerechnet ein sattes Umsatzplus von fast 58 Prozent auf 837 Millionen Euro. Trotz stabiler oder sogar leicht gestiegener Verkaufspreise gingen die UmsĂ€tze mit Desktop-PCs und Notebooks jedoch weiter deutlich zurĂŒck. Bei den Mobilrechnern betrĂ€gt das Minus knapp 8 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro, bei den Desktop-Computern sind es 6,2 Prozent weniger auf 386 Millionen Euro. Im Hinblick auf die Verkaufszahlen [7] liegen Tablets mit Notebooks nun praktisch gleichauf, im Vergleich zu Desktop-PCs liegen sie sogar viermal so hoch.

Das nach wie vor wichtigste Produkt fĂŒr den Consumerhandel sind aber Smartphones [8]. Um 20,6 Prozent auf 3,89 Milliarden Euro stiegen die TelekommunikationsumsĂ€tze in den ersten 6 Monaten. Das Plus hat die Branche allein den Smartphones zu verdanken, die mehr als 90 Prozent der UmsĂ€tze in diesem Marktsegment beisteuern. Fast 9,9 Millionen Smartphones wurden im Konsumentenmarkt von Januar bis Juni hierzulande abgesetzt – 23 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die durchschnittlichen Verkaufspreise blieben dabei stabil (plus 3 Prozent auf 366 Euro). FĂŒr den Handel bedeutet dies ein krĂ€ftiges Umsatzplus von nahezu 27 Prozent auf 3,62 Milliarden Euro. (map [9])


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https://www.heise.de/-1938179

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.gfu.de/
[2] http://www.bvt-ev.de/
[3] http://www.gfk.de/
[4] https://www.heise.de/news/Deutschland-Tablets-verdraengen-PCs-und-Notebooks-1872837.html
[5] https://www.heise.de/news/Konsumergeschaeft-2012-Smartphone-Umsaetze-hoeher-als-TV-Erloese-1810024.html
[6] https://www.heise.de/news/Android-Tablets-sind-Marktfuehrer-Windows-waechst-am-schnellsten-1926119.html
[7] https://www.heise.de/news/PC-Geschaeft-bricht-zweistellig-ein-Lenovo-bleibt-hierzulande-vorn-1931226.html
[8] https://www.heise.de/news/Konsumergeschaeft-2012-Smartphone-Umsaetze-hoeher-als-TV-Erloese-1810024.html
[9] mailto:map@ix.de