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CompactFlash-Karten künftig auch mit PCI-Express-Interface

| Christof Windeck

Herkömmliche CF-Speicherkarten haben ein IDE- beziehungsweise ATA-Interface, CFast-Karten nutzen SATA mit 3 GBit/s, aber kommende CF-Generationen sollen bis zu 500 MByte/s per PCIe liefern.

Die in Profi-Kameras noch üblichen, sonst aber von SD-, SDHC [1]- und bald vielleicht auch SDXC-Karten [2] stark verdrängten CompactFlash-(CF-)Speicherkarten sollen künftig Datentransferraten von 500 MByte/s erreichen. Das jedenfalls schlagen die Kooperationspartner SanDisk, Nikon und Sony der Industrievereinigung CompactFlash Association (CFA [3]) vor, welche die CF-Spezifikationen hütet. Soeben hat die CFA die jüngste CF-6.0-Spezifikation angekündigt, die das altehrwürdige IDE [4]- beziehungsweise ATA [5]-Interface auf 167 MByte/s beschleunigt (Ultra-ATA/166). Außerdem gibt es ja seit rund einem Jahr auch einige CFast-Karten [6], die auf Serial ATA [7] mit 3 GBIt/s setzen, also wegen der dort verwendeten 8-Bit-10-Bit-Codierung bis zu 300 Megabyte an Daten pro Sekunde liefern könnten.

SanDisk, Nikon und Sony schlagen für ihre neue CF-Kartengeneration aber nicht etwa SATA 6G [8] mit 6 GBit/s als Schnittstelle vor, sondern PCI Express [9] mit 5 Gigatransfers/s, also PCIe 2.0. Damit wären die neuartigen CF-Karten inkompatibel sowohl mit CF- als auch CFast-Karten. Die Kooperationspartner weisen aber darauf hin, dass zurzeit kein Hersteller von Digicams CFast-Karten unterstütze. Das kann auch daran liegen, dass die in Kameras üblichen Systems-on-Chip (SoCs [10]) bisher keine SATA-Controller enthalten, aber künftige High-End-SoCs möglicherweise PCIe-Ports. Bei Solid-State Disks (SSDs [11]) für Server hat ein Industriegremium kürzlich eine ähnliche Initiative verkündet [12].

Auch wenn die CFast-Karten in Kameras nicht zum Einsatz kommen werden, gibt es doch potenzielle Einsatzgebiete, nämlich Industrie-PCs und Embedded Systems. Dort sind CF-Karten als Massenspeichermedium für das Betriebssystem oder als Wechselspeicher beliebt, doch modernen Chipsätzen für x86-Prozessoren fehlt oft ein IDE-Interface. Im Einzelhandel sind bisher aber erst sehr wenige CFast-Karten erhältlich. (ciw [13])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1145853

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Schnelle-SDHC-Speicherkarten-mit-SDXC-Technik-1073131.html
[2] https://www.heise.de/news/SD-Cards-und-Memory-Sticks-Schneller-bis-zu-2-TByte-Kapazitaet-195311.html
[3] http://compactflash.org/specifications/
[4] http://www.heise.de/glossar/entry/Integrated-Disc-Drive-Electronic-395983.html
[5] http://www.heise.de/glossar/entry/AT-Attachment-399551.html
[6] https://www.heise.de/news/Schnelle-CompactFlash-Speicherkarten-mit-Serial-ATA-und-eSATA-Kartenleser-899876.html
[7] http://www.heise.de/glossar/entry/Serial-ATA-396147.html
[8] https://www.heise.de/news/AMD-stellt-890GX-Chipsatz-mit-SATA-6G-tauglicher-Southbridge-SB850-vor-944674.html
[9] http://www.heise.de/glossar/entry/PCI-Express-395644.html
[10] http://www.heise.de/glossar/entry/System-on-Chip-921370.html
[11] http://www.heise.de/glossar/entry/Solid-State-Disk-397969.html
[12] https://www.heise.de/news/Solid-State-Disks-mit-PCI-Express-3-0-Schnittstelle-1126837.html
[13] mailto:ciw@ct.de