Cisco verleibt sich Wimax-Spezialisten Navini Networks ein
Mit der nunmehr 124. FirmenĂŒbernahme steigt der Netzwerkgigant in das GeschĂ€ft mit drahtlosen Breitband-ZugĂ€ngen ein und setzt auf Wachstum insbesondere in LĂ€ndern mit unzureichender Festnetz-Infrastruktur.
Cisco [1] kauft den im US-Bundesstaat Texas ansĂ€ssigen Hersteller von Infrastruktur und Adaptern fĂŒr mobile Wimax [2]-ZugĂ€nge gemÀà IEEE 802.16e-2005, Navini Networks [3], fĂŒr rund 330 Millionen US-Dollar. Dem Netzwerk-Giganten zufolge ist es die 124. FirmenĂŒbernahme. Sie soll bis Ende Januar 2008 abgeschlossen sein. Cisco will Navini in seinen GeschĂ€ftsbereich Wireless Networking Business eingliedern.
Schon seit Wochen spekulieren US-Medien darĂŒber, dass Cisco durch eine Akquisition eines Wimax-AusrĂŒsters in den Markt fĂŒr drahtlose Breitband-ZugĂ€nge einsteigen will. Als potenzielle Ăbernahmekandidaten kursieren seither Airspan Networks [4], Alvarion [5] und Redline Communications [6].
Nach eigenen Angaben hat sich Cisco fĂŒr Navini wegen der Erfolge entschieden, die die Texaner bei der Kombination von MIMO [7]-Antennengruppen (Multiple Input, Multiple Output) fĂŒr "Smart Beamforming" vorweisen können. Mittels Beamforming [8] (Strahlformung) kann die Basisstation ihre Sendeenergie in Richtung des Teilnehmers lenken und so die Verbindung verbessern.
Infrastruktur und CPE [9]-KundengerĂ€te hat Navini bereits an 75 kommerzielle Wimax-Betreiber geliefert. JĂŒngst beauftragte die bulgarische Max Telecom Navini mit dem Aufbau eines Mobile-Wimax [10]-Netzes, das in diesem Jahr in elf StĂ€dten starten und bis Ende 2008 rund 90 Prozent der bulgarischen Bevölkerung erreichen soll. Insbesondere in LĂ€ndern mit unzureichender DSL-fĂ€higer oder Glasfaser-basierter Festnetz-Infrastruktur erwartet Cisco ein hohes Wachstumspotenzial.
FĂŒr Cisco bedeutet der Schritt in den Wimax-Markt eine ErgĂ€nzung fĂŒr seine IP-basierten NGNs (Next Generation Networks), die zum Beispiel auch die Sendestandorte von 3G-Mobilfunkanbietern wie der schwedischen 3 [11] verbinden, um schnellen Datentransfer via HSDPA [12] zu ermöglichen. UnabhĂ€ngig von der Zugangstechnik setzt Cisco auf bandbreitenhungrige Echtzeit-Kommunikation [13] als Wachstumstreiber und strebt zudem mit dem jĂŒngst angekĂŒndigten [14] "Entertainment Operating System" in den Markt fĂŒr Multimedia- und Web-2.0-Dienste fĂŒr Privatkunden. (ssu [15])
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[3] http://www.navini.com/
[4] http://www.airspan.com/
[5] http://www.alvarion.com/
[6] http://www.redlinecommunications.com/
[7] http://www.heise.de/glossar/entry/Multiple-Input-Multiple-Output-397109.html
[8] http://www.heise.de/netze/artikel/84951/1
[9] http://www.heise.de/glossar/entry/Customer-Premises-Equipment-397743.html
[10] http://www.heise.de/ct/07/09/051/
[11] https://www.heise.de/news/Mobilfunker-3-ruestet-Core-Netz-mit-Cisco-Routern-auf-181165.html
[12] http://www.heise.de/glossar/entry/High-Speed-Downlink-Packet-Access-397379.html
[13] https://www.heise.de/news/Cisco-setzt-auf-bandbreitenhungrige-Echtzeit-Kommunikation-172678.html
[14] https://www.heise.de/news/Cisco-kuendigt-Entertainment-Operating-System-an-186943.html
[15] mailto:ssu@ct.de
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