Chinesische Raumsonde erreicht Mond
Die chinesische Mond-Sonde Chang'e-1 ist am heutigen Montag erfolgreich in eine lunare Umlaufbahn eingeschwenkt. Zuvor hatte das Beijing Aerospace Control Center (BACC) noch ein kritisches Manöver zu absolvieren.
China hat einen weiteren Meilenstein in seiner rund fĂŒnfzigjĂ€hrigen Raumfahrt-Geschichte erreicht: Am heutigen Montag schwenkte die vor zwei Wochen vom Raumfahrtzentrum Xichang in der sĂŒdwestchinesischen Provinz Sichuan gestartete [1] Mond-Sonde Chang'e-1 in ihre vorgesehene lunare Umlaufbahn ein. Zuvor hatte das Beijing Aerospace Control Center (BACC) noch ein kritisches Manöver zu absolvieren. Die mit einer Geschwindigkeit von 2,3 Kilometer pro Sekunde fliegende Sonde [2] musste genau zum richtigen Zeitpunkt abgebremst werden, um eine zunĂ€chst elliptische Umlaufbahn um den Mond zu erreichen. "Das erste Bremsmanöver war einer der wichtigsten Momente des ganzen Fluges", erklĂ€rt BACC-Chefingenieur Wang Yejun. Bremst man zu frĂŒh, besteht die Gefahr, dass die Sonde am Mond vorbeifliegt, bremst man zu spĂ€t, zerschellt sie auf der OberflĂ€che.
In den kommenden beiden Tagen sollen weitere Bremsmanöver durchgefĂŒhrt werden, damit aus der elliptischen Umlaufbahn mit einem derzeitigen Periselenum (Punkt der geringsten Entfernung) von 200 Kilometern und einem Aposelenum (entferntester Punkt vom Mond) von 8600 Kilometern ein nahezu kreisrunder Orbit wird. Dann wird Chang'e-1 den Mond alle 127 Minuten einmal komplett umrunden und die ersten Bilder aus einer Höhe von rund 200 Kilometern zur Erde senden. Der Orbiter mit einer Masse von 2,35 Tonnen soll den Mond ein Jahr lang umkreisen und dessen OberflĂ€che dreidimensional kartografieren. Zu den sieben wissenschaftlichen Instrumenten an Bord gehört unter anderem ein Gamma-/Röntgenspektrometer, mit dem Gesteinszusammensetzungen und radioaktive Komponenten auf dem Mond untersucht werden sollen.
Chang'e-1 ist nur der erste Teil des ambitionierten Mond-Programms Chinas. Bis zum Jahr 2015 will die China National Space Administration (CNSA [3]) ein Landemodul mit Roboterfahrzeug auf dem Mond absetzen. FĂŒnf Jahre spĂ€ter soll dann ein weiteres Modul folgen, das in der Lage ist, den Mond auch wieder zu verlassen und eingesammelte Gesteinsproben zur Erde zurĂŒckzubringen. Konkreten PlĂ€nen, wonach China bis zum Jahr 2024 auch Menschen zum Mond und wieder zurĂŒckbringen wolle, erteilte der Chef des chinesischen Mondprojekts, Luan Enjie, zuletzt jedoch eine Absage [4]. "Eine bemannte Mondlandung ist mit groĂen Schwierigkeiten, hohen Risiken und enormen Investitionen verbunden", verdeutlichte Enjie. "Deshalb ist es einfach noch zu frĂŒh, konkret ĂŒber ein solches Projekt zu sprechen." (pmz [5])
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[1] https://www.heise.de/news/China-schickt-eigenen-Mond-Orbiter-erfolgreich-ins-All-188720.html
[2] https://www.heise.de/news/China-kommt-dem-Mond-ein-Stueck-naeher-191166.html
[3] http://www.cnsa.gov.cn/n615709/index.html
[4] http://news.xinhuanet.com/english/2007-10/25/content_6942984.htm
[5] mailto:pmz@ct.de
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