China greift gegen private Fahrdienste wie Uber durch
(Bild: dpa, Britta Pedersen)
Nachdem schon die Stadtverwaltungen von Peking und Schanghai die Vermittlung von Privatfahrten untersagt haben, hat die chinesische Regierung nun ein landesweites Verbot erlassen.
Die chinesische Regierung hat Medienberichten zufolge ein landesweites Verbot fĂŒr private Fahrdienste erlassen. Demnach dĂŒrfen Fahrzeuge und Fahrer ohne Genehmigung keine Passagiere mehr befördern. Auch die Vermittlung solcher Fahrten ist untersagt. Das Verbot richtet sich gegen Smartphone-Apps des US-Unternehmens Uber und seiner lokalen Mitbewerber.
Uber bietet seine Dienste in China seit dem vergangenen Sommer an, und auch hier hatte es Proteste von traditionellen Taxi-Betreibern gegen die neue Konkurrenz gegeben. In Schanghai vermittelt Uber Mittelklasselimousinen (UberX), in Peking dazu auch die Oberklasse (UberBlack). Daneben experimentiert das Unternehmen in China mit "Peoples Uber", einer Art Mitfahrervermittlung zur Selbstkostenpreisen. Mit Baidu hat Uber einen starken lokalen Investor [1].
Legale Fahrdienste
Neben dem expansiven US-Startup auch sind allerdings auch lokale Anbieter wie Yongche, Didi Dache oder Kuaidi One auf dem Markt aktiv. Einige der Unternehmen vermitteln nur lizenzierte Limousinen oder Taxis, andere nur Privatfahrer. Uber bietet beides an. Die Vermittlung von legalen Fahrdiensten seien von dem Verbot nicht betroffen, hieĂ es aus dem chinesischen Verkehrsministerium.
Zuvor waren die privaten Fahrdienste schon in verschiedenen StĂ€dten verboten worden. Die Stadtverwaltung der chinesischen Hauptstadt Peking geht seit Jahresbeginn verstĂ€rkt gegen Privatfahrer vor und verhĂ€ngt hohe BuĂgelder. Auch in Schanghai waren private Fahrdienste verboten worden.
Viele RĂŒckschlĂ€ge
Uber zeigte sich vorsichtig optimistisch. Die Anweisung des Verkehrsministeriums zeige, dass die chinesische Regierung lizenzierte Transportanbieter unterstĂŒtze, sagte eine Sprecherin des Unternehmens gegenĂŒber Bloomberg News [8]. Das gelte damit auch fĂŒr Apps wie Uber. Die Vermittlung von lizenzierten Fahrzeugen ĂŒber Uber laufe in China normal weiter.
Nach eigenen Angaben ist Uber in insgesamt 50 LĂ€ndern aktiv. Das Problem in China ist nun der jĂŒngste in einer ganzen Reihe von RĂŒckschlĂ€gen [9]. In vielen europĂ€ischen LĂ€ndern und selbst im Heimatland USA des kalifornischen Start-ups hagelte es Kritik und Verbote. In Deutschland darf Uber unter anderem in Berlin und Hamburg keine Fahrten mit privaten Fahrern vermitteln. Auch in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern wie in Spanien ist der private Fahrdienst UberPop höchst umstritten und teilweise verboten. (vbr [10])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2515229
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Baidu-steigt-in-den-Mitfahr-Dienst-Uber-ein-2498667.html
[2] https://www.heise.de/blog/Uber-Kapitalismus-2429248.html
[3] https://www.heise.de/meinung/Kommentar-Der-Fortschritt-braucht-Uber-nicht-2309317.html
[4] https://www.heise.de/news/Regeln-im-Netz-Wer-kontrolliert-Uber-Airbnb-und-Co-2404402.html
[5] https://www.heise.de/news/Mobilitaet-im-Wandel-Uber-wird-sterben-2398916.html
[6] https://www.heise.de/news/Uber-will-Taxi-Minijobs-und-Gesetzreformen-2462100.html
[7] https://www.heise.de/news/Gerichte-bestaetigen-Uber-Verbot-in-Berlin-und-Hamburg-2404577.html
[8] http://www.bloomberg.com/news/2015-01-09/uber-says-china-s-endorsement-of-licensed-car-sharing-boosts-app.html
[9] https://www.heise.de/news/Uber-analysiert-Fahrverhalten-seiner-Kunden-nach-One-Night-Stands-2513535.html
[10] mailto:vbr@heise.de
Copyright © 2015 Heise Medien