Cheops: ESA-Sonde zur Erforschung von Exoplaneten vor dem Start
(Bild: ESA/ATG medialab)
Am Dienstag soll ESA-Sonde Cheops starten, die bereits bekannte Exoplaneten vermessen soll. Damit soll geklÀrt werden, woraus die bestehen.
Vom europĂ€ischen Weltraumbahnhof Kourou soll am Dienstag mit der Sonde Cheops die erste ESA-Mission zur Erforschung von Exoplaneten starten. Einmal an seinem Zielort angekommen soll der CHaracterising ExOPlanet Satellite dazu helle Sterne analysieren, von denen bereits bekannt ist, dass sie von Planeten umkreist werden. Cheops soll dann minimale Helligkeitsschwankungen messen, anhand derer dann die GröĂe dieser Exoplaneten ermittelt werden kann. Die Sonde baut damit auf frĂŒheren Missionen wie jener der NASA-Sonde Kepler auf, die Tausende Exoplaneten entdeckt hat und bereitet gleichzeitig spĂ€tere wie die geplanten ESA-Missionen Plato [1] und Ariel [2] vor.
Die Vermessung von Exoplaneten
2012 hatte die EuropĂ€ische Weltraumagentur die Cheops-Mission fĂŒr die Realisierung ausgewĂ€hlt [3], damals aber noch einen Start im Jahr 2017 in Aussicht gestellt. Mit zwei Jahren VerspĂ€tung soll es nun am 17. Dezember um 9:54 Uhr MitteleuropĂ€ischer Zeit an Bord einer Rakete des Typs Sojus-Fregat losgehen. Ist sie dann an ihrem Zielort, einem sonnensynchronen Orbit 700 Kilometer ĂŒber der ErdoberflĂ€che angekommen, soll sie dort dreieinhalb Jahre lang arbeiten. TĂ€glich wird sie dann 1,2 GBit an Daten zur Erde senden.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes Video (TargetVideo GmbH) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (TargetVideo GmbH) ĂŒbermittelt werden. Mehr dazu in unserer DatenschutzerklĂ€rung [4].
Cheops soll Hunderte Exoplaneten vermessen, die nicht kleiner sind als die Erde und nicht gröĂer als der Neptun. In Verbindung mit der auf anderem Weg zu ermittelnden Masse der Exoplaneten können Forscher anhand dieses Durchmessers berechnen, welche mittlere Dichte die fernen Welten haben. Daraus lĂ€sst sich ableiten, ob es um dichte Gesteinswelten, Gasplaneten, Exoplaneten mit riesigen Ozeanen oder Eisplaneten handelt, erklĂ€rt die ESA. Das sei ein erster Schritt, um weitere Forschung zu ermöglichen und spannende Ziele fĂŒr Folgebeobachtungen auswĂ€hlen zu können. Cheops soll auĂerdem RĂŒckschlĂŒsse ĂŒber eine mögliche AtmosphĂ€re ermöglichen und fĂŒr weitere Studien eingesetzt werden.
Auch deutsche Technik an Bord
Die Sonde ist die erste in einer möglichen Reihe besonders kleiner Satelliten â der sogenannten S-Klasse fĂŒr jeweils weniger als 50 Millionen Euro. Entwickelt wurde Cheops gemeinsam von der UniversitĂ€t Bern und der ESA, beteiligt sind insgesamt 11 europĂ€ische Staaten, darunter auch Deutschland. Gesteuert werden wird der Satellit vom spanischen TorrejĂłn de Ardoz aus, fĂŒr die wissenschaftliche Arbeit ist die UniversitĂ€t Bern verantwortlich: "Es ist das erste Mal, dass wir nicht nur ein Instrument oder den Teil eines Instrumentes fĂŒr eine Mission bauen, es ist das erste Mal, dass wir uns um die gesamte Mission kĂŒmmern", sagte Missionsleiter Willy Benz der dpa.
Exoplaneten-Sonde Cheops der ESA (0 Bilder) [5]
Die zu wesentlichen Teilen von Schweizer Forschern getragene Mission startet damit auĂerdem 24 Jahre nachdem zwei Schweizer Forscher den ersten Exoplaneten entdeckt haben: Michel Mayor und Didier Queloz konnten Dimidium (damals 51 Pegasi b) nur indirekt nachweisen, legten aber die Grundlage fĂŒr einen Ă€uĂerst produktiven Teilbereich der Astronomie. Inzwischen sind durch die verschiedensten Techniken mehr als 4100 Planeten um andere Sterne gefunden worden, 2300 davon mit der sehr erfolgreichen NASA-Sonde Kepler [7]. Gemeinsam mit dem kanadischen Kosmologen James Peebles bekamen die beiden Astronomen in diesem Jahr den Physik-Nobelpreis [8].
Exoplaneten (0 Bilder) [9]
(mho [11])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4616273
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/ESA-Sonde-Plato-soll-ab-2026-nach-Exoplaneten-suchen-3750911.html
[2] https://sci.esa.int/web/ariel
[3] https://www.heise.de/news/Cheops-ESA-Satellit-soll-Exoplaneten-untersuchen-1733658.html
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/bilderstrecke/2809476.html?back=4616273;back=4616273
[6] https://www.heise.de/bilderstrecke/2809476.html?back=4616273;back=4616273
[7] https://www.heise.de/news/Suche-nach-Exoplaneten-NASA-Teleskop-Kepler-endgueltig-abgeschaltet-4224560.html
[8] https://www.heise.de/hintergrund/Physik-Nobelpreis-fuer-Kosmologen-und-Astronomen-4548743.html
[9] https://www.heise.de/bilderstrecke/1096511.html?back=4616273;back=4616273
[10] https://www.heise.de/bilderstrecke/1096511.html?back=4616273;back=4616273
[11] mailto:mho@heise.de
Copyright © 2019 Heise Medien