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Cell-Prozessoren für die industrielle und medizinische Bildverarbeitung

Christof Windeck

Der Computer-Hersteller Mercury Computer Systems will Cell-Prozessoren in Bildverarbeitungssystemen für industrielle und medizinsche Anwendungen einsetzen.

Der Computer-Hersteller Mercury Computer Systems [1] hat mit IBM [2] einen über mehrere Jahre laufenden Vertrag zur Herstellung von Cell-Rechnern zur Bildverarbeitung geschlossen, berichten US-Medien. Diesen potenziellen Einsatzzweck der von IBM gemeinsam mit Sony und Toshiba entwickelten Cell-Prozessoren [3] hatte IBM schon mehrfach erwähnt [4].

Mercury Computer Systems baut spezielle Hochleistungscomputer für das Militär, Industriekunden und medizinische Anwendungen, darunter beispielsweise Bildverarbeitungssysteme für Radar-Anlagen, Kernspin- und Computertomografen oder industrielle Inspektionssysteme. Die Firma hat eine Reihe anderer Unternehmen aufgekauft, etwa den Bildverarbeitungs-Software-Hersteller TGS [5], den Embedded-Computing-Spezialanbieter Momentum Computer [6] und kürzlich die deutsche Firma Sohard [7].

Mercury entwickelt beispielsweise auch mit dem Massachussetts General Hospital und Nvidia zusammen ein Tomosyntheseverfahren zur Brustkrebsdiagnose (Digtal Breast Tomosynthesis, DBT), das mehrere zweidimensionale Röntgenaufnahmen zu einer 3D-Darstellung zusammensetzt und dabei Spezialfunktionen der Nvidia-Quadro-Grafikkarten nutzt (PDF-Datei zur DBT hier [8]).

Medizinische Bilddaten werden zunehmend digital gespeichert, der Zugriff erfolgt über interne oder externe Netzwerke (Digital Imaging and Communications in Medicine/DICOM [9], Picture Archiving and Communication System/PACS). An Diagnose-Arbeitsplätzen sind dann häufig leistungsfähige Bildverarbeitungssysteme nötig.

Eine weitere Anwendung von Mercury-Computern sind automatische Computertomografen, die aufgegebenes Fluggepäck selbsttätig nach Sprengstoffen durchsuchen -- solche Geräte [10] sind auf vielen internationalen Flughäfen bereits im Einsatz. Entwickelt wurden sie beispielsweise von der Firma InVision Technologies, die mittlerweile von der General-Electric-Sparte "Homeland Protection [11]" geschluckt wurde. (ciw [12])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-111782

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.mc.com/
[2] http://www.ibm.com/chips/
[3] https://www.heise.de/news/IBM-will-Details-zum-Cell-Prozessor-bekanntgeben-Update-108229.html
[4] https://www.heise.de/news/IBM-will-die-Cell-Produktentwicklung-antreiben-149106.html
[5] http://www.tgs.com/
[6] http://www.momenco.com/
[7] http://www.sohard.de/
[8] http://www.mc.com/literature/literature_files/dbt-as.pdf
[9] http://medical.nema.org/dicom.html
[10] http://www.geindustrial.com/ge-interlogix/homelandprotection/ctx9000.html
[11] http://www.geindustrial.com/ge-interlogix/homelandprotection/
[12] mailto:ciw@ct.de