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CeBIT-Partnerland Russland prÀsentiert sich als Hightech-Standort

Cebit

Russland ist dank seiner rasanten wirtschaftlichen Entwicklung zu einem der wichtigsten AbsatzmĂ€rkte fĂŒr deutsche Unternehmen der IT-Branche geworden.

Russland will sich bei der Computermesse CeBIT [1] in Hannover als Partnerland mit einer aufstrebenden Hightech-Industrie prĂ€sentieren. "Wir wollen uns im globalen Wettbewerb im Verbund mit den EuropĂ€ern gegen LĂ€nder wie China, Indien oder Japan behaupten", sagte der Vorsitzende der russischen Software-Firma Russoft, Valentin Makarow, am Dienstag auf einer PrĂ€sentation in Moskau. Auf der CeBIT vom 15. bis 21. MĂ€rz wird Russland mit mehr als 150 Ausstellern, darunter fĂŒhrenden Unternehmen wie Kaspersky Lab, seine Innovationen vorstellen.

Russland ist dank seiner rasanten wirtschaftlichen Entwicklung zu einem der wichtigsten AbsatzmĂ€rkte fĂŒr deutsche Unternehmen der IT-Branche geworden. In den vergangenen Jahren verdreifachte sich der Umsatz deutscher Firmen im grĂ¶ĂŸten Land der Erde auf zuletzt 1,8 Milliarden Euro (2005). Nach Angaben des deutschen Branchenverbandes Bitkom hĂ€ngen mehr als 10.000 ArbeitsplĂ€tze in Deutschland vom IT- ExportgeschĂ€ft mit Russland ab.

Russische Programmierer genießen dank ihrer fundierten Grundlagenkenntnissen weltweit Anerkennung. Die BranchenfĂŒhrer betreiben nach Moskauer Regierungsangaben eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Der Chiphersteller Intel beschĂ€ftige außerhalb der USA nirgendwo so viele Ingenieure wie in Russland. Vor allem im Bereich Softwarelösungen und Dienstleistungen sehen Experten gute Chancen fĂŒr russische Anbieter im Ausland. "Wir wollen dazu beitragen, dass unsere Unternehmen ĂŒber den Bedarf des deutschen Marktes besser informiert werden", sagte Makarow in Moskau.

Aber nicht nur VorwĂŒrfe wegen Menschenrechtsverletzungen und Demokratiedefiziten spielen bei GeschĂ€ften mit Russland eine Rolle. International steht das Land auch im Ruf, zu wenig gegen Computerkriminelle sowie Software-Piraterie im eigenen Land zu unternehmen. Nach EinschĂ€tzung von Experten stammen viele der so genannten Phishing-Mails aus Russland. Damit versuchen BetrĂŒger, sich Zugang zu Bankkonten im Ausland zu erschleichen. Nach Angaben der russischen Regierung sei aber schon viel gegen den Diebstahl geistigen Eigentums getan worden. "Noch vor wenigen Jahren waren mehr als 90 Prozent aller bei uns verwendeten Programme Raubkopien. Diesen Anteil haben wir bereits auf etwa 60 Prozent gesenkt", sagte der Chefstratege des Ministeriums fĂŒr Hochtechnologie und Kommunikation, Oleg Bjachow. (dpa) / (jk [2])


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