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CanSat: Die Startkampagne naht

Leonie Anders
CanSat: Die Startkampagne naht

NĂ€chste Woche wird der Mini-Satellit vom Buchholzer Schulteam beim deutschen Wettbewerb in die Luft geschossen. Zeit, einmal in das Innere des CanSat zu blicken.

Gerade haben wir noch ĂŒber erste Planungen und Teamorganisation [1] berichtet, schon geht es fĂŒr uns vom Team InfraSat AEG [2] aus Buchholz in die heiße Phase des Deutschen CanSat-Wettbewerbs. NĂ€chste Woche beginnt am 26. September die Startkampagne in Bremen.

Der CanSat im Test

Der CanSat im Test

Inzwischen hat sich einiges getan: Die 3D-gedruckte HĂŒlle des Satelliten wurde vollstĂ€ndig mit den nötigen Komponenten gefĂŒllt und erste Tests hat der CanSat bereits bestanden. Auch der Fallschirm, der den Satelliten nach dem Start wieder auf den Boden befördern wird, ist fertig genĂ€ht und einsatzbereit. Der geforderte 40 Seiten umfassende Abschlussbericht hat uns in der jĂŒngsten Zeit sehr beschĂ€ftigt, doch schließlich ist auch dieser verschickt und wird demnĂ€chst von der Jury bewertet. Zwischendurch mussten wir unsere geplante SekundĂ€rmission ĂŒberdenken und kleine Änderungen vornehmen – nun sind wir aber zuversichtlich, dass wir uns bei der einwöchigen Startkampagne gut behaupten werden können.

Doch was genau ist unsere Mission und wie ist der Satellit aufgebaut? Unser CanSat soll die Existenz ausgewÀhlter Gase in der Luft belegen. Hierzu hat er eine Forward-Looking-Infrarot-Kamera (FLIR) mit WellenlÀngensperrfilter sowie einen Lagesensor, ein Gyroskop mit Magnetometer, ein GPS-Modul [3], einen UV-Sensor sowie einen Luftdruck-, Luftfeuchtigkeits- und einen Temperatursensor an Bord. Mithilfe des Sendemoduls RFM69 funkt unser CanSat die gemessenen Sensordaten in Echtzeit an eine Bodenstation.

CanSat: Die Startkampagne naht

Blick hinein von oben

Da Gase in der Luft jeweils bestimmte WellenlĂ€ngen absorbieren, erhĂ€lt man unterschiedliche IntensitĂ€ten in der Messung, je nach dem ausgewĂ€hlten WellenlĂ€ngenbereich. Im Infrarotbereich benutzen wir eine IR-Kamera, die wir mit einem Sperrfilter auf einen WellenlĂ€ngenbereich von 1-2 ”m begrenzen. Wir schießen Infrarotfotos in verschiedenen Höhen, um RĂŒckschlĂŒsse auf die jeweiligen Gasvorkommen zu ziehen. Dazu nutzen wir die Farb- und BelichtungsĂ€nderungen auf den Fotos.

Die Sensoren und die Kamera werden von einem Einplatinenrechner (Raspberry Pi Zero) und einem Mikrocontroller (NetDuino 2 Plus) gesteuert, die miteinander interagieren. Der Netduino liest die Daten der angeschlossenen Sensoren aus und sendet diese ĂŒber das Funkmodul auf 434 MHz. ZusĂ€tzlich schickt er alle Daten an den Raspberry Pi. Er loggt alle ermittelten Sensorwerte als Backup im Flashspeicher. Außerdem steuert er die Kamera und speichert die Bilder auf einer microSD-Karte. Schließlich sendet er den Belichtungs-Mittelwert des einzelnen Bildes in Echtzeit an den Netduino, welcher ihn per Funk weiterleitet. Die beiden Rechner sind mit zwei Kabeln miteinander verbunden, sodass zwei UART-Übertragungen parallel ausgefĂŒhrt werden können, in Sende- und Empfangsrichtung.

Die Software des Raspberry Pis beschrĂ€nkt sich auf einem stark reduzierten Kernel, der ohne Betriebssystem lauffĂ€hig ist und nur die entsprechenden Device- und I/O-Module zum Ansprechen der Kamera sowie ein Dateisystem enthĂ€lt. Hierdurch bleibt die Prozessortemperatur wĂ€hrend des Einsatzes konstant auf niedrigen 65°C. Da der NetDuino in C# programmiert wird, wurden zunĂ€chst sĂ€mtliche Bibliotheken zum Auswerten der Sensoren in C# um- bzw. neu geschrieben. Nun werden die Sensoren mithilfe eines einfachen Skriptes ausgelesen, die Werte zwischengespeichert und anschließend gesendet.

CanSat Wettbewerb 2016
Sechs SchĂŒlerinnen und SchĂŒler vor einem GebĂ€ude.

Beim bereits dritten CanSat-Wettbewerb entwickeln SchĂŒlerinnen und SchĂŒler Satelliten in Form einer GetrĂ€nkedose. In einer viertĂ€gigen Start-Kampagne wird der Satellit in die Luft geschossen und muss im Flug Daten sammeln. FĂŒr uns berichtet das Team Infrasat AEG aus Buchholz von ihrer Arbeit. Bisher erschienen:

Doch nicht nur wissenschaftliche Details wie diese werden beim Wettbewerb bewertet: Auch die Öffentlichkeitsarbeit muss die Jury ĂŒberzeugen. ZunĂ€chst mussten wir weitere Sponsoren anwerben, um die Unterkunft und Verpflegung fĂŒr alle Teilnehmer zu bezahlen. Die Nowinform GmbH und HörvergnĂŒgen Buchholz erklĂ€rten sich bereit, unsere Forschungen zu unterstĂŒtzen. Des weiteren hielten wir eine PrĂ€sentation ĂŒber unser Projekt und veröffentlichten weitere Artikel. Beim Wettbewerb werden wir Teamkleidung tragen, die wir vom Printhouse Buchholz bekommen haben. Auf ihr werden unser Teamlogo und alle Sponsoren zu sehen sein.

In den Wochen bis zum Beginn der Startkampagne haben wir noch an Kleinigkeiten des Satelliten gefeilt und mĂŒssen eine letzte PrĂ€sentation ĂŒber den CanSat vorbereiten. Wir sind ein wenig angespannt und hoffen, im nĂ€chsten und letzten Bericht von einer erfolgreichen Startkampagne erzĂ€hlen zu können. (hch [7])


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https://www.heise.de/-3317304

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Projekt-InfraSat-AEG-beim-deutschen-CanSat-Wettbewerb-3304950.html
[2] http://www.infrasat-aeg.com/
[3] https://www.heise.de/make/inhalt/2015/2/94/
[4] https://www.heise.de/news/Projekt-InfraSat-AEG-beim-deutschen-CanSat-Wettbewerb-3304950.html
[5] https://www.heise.de/news/CanSat-Die-Startkampagne-naht-3317304.html
[6] https://www.heise.de/news/CanSat-Wettbewerb-Erfolgreicher-Start-und-Landung-3352510.html
[7] mailto:hch@make-magazin.de