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CETA-Unterschrift beim verspÀteten EU-Kanada-Gipfel am Sonntag

Monika Ermert
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(Bild: dpa, Christian Charisius)

Mit ein paar Tagen VerspĂ€tung konnte Canadas PrĂ€sident Justin Trudeau doch noch sein Ticket nach BrĂŒssel buchen. Am Freitag abend stimmte der EuropĂ€ische Rat schriftlich fĂŒr CETA.

Am Sonntag unterschreiben [1] EU RatsprÀsident Donald Tusk, EU KommissionsprÀsident Jean Claude Juncker und der kanadische PrÀsident Justin Trudeau das Comprehensive Economic and Free Trade Agreement (CETA). SpÀt in der Freitag nacht konnte die EU nach Kanada melden, dass die schwierige Einigung der EU-Mitgliedsstaaten doch noch gelungen ist. Bis zuletzt ausgehalten hatte vor allem das Regionalparlament der belgischen Region Wallonie.

Bis Mitte vergangener Woche hatte es ausgesehen, als könnte das seit 2009 zwischen Kanada und der EU ausgehandelte umfassende Freihandelsabkommen auf den letzten Metern scheitern. Das Nein des wallonischen Regionalparlaments zu dem Deal hatte die notwendige Zustimmung der belgischen Regierung im Rat unmöglich gemacht [2]. CETA-Kritiker feierten die kleine Region schon als sprichwörtliches unbeugsames gallisches Dorf

Am Ende hatten die EU-UnterhĂ€ndler die aufmĂŒmpfigen Wallonen aber doch noch herumgekriegt, mit einem ZugestĂ€ndnis: Die belgische Regierung wird die hoch umstrittenen außergerichtlichen Klageverfahren fĂŒr Investoren, die sich durch staatliche Regulierung um Profite gebracht sehen, dem EuropĂ€ischen Gerichtshof zur PrĂŒfung vorlegen. Weitere ZugestĂ€ndnisse gab es aber nicht. Zwar versichert die EU-Kommission den Wallonen, dass Schutzmassnahmen zur Absicherung der eigenen Landwirtschaft angesichts der neuen Konkurrenz aus Übersee möglich bleiben. Am ĂŒber 2000-Seiten langen Vertragstext und der nachtrĂ€glich noch ausgehandelten ZusatzerklĂ€rung Ă€ndert sich aber nichts.

Im nĂ€chsten Schritt muss noch das Europaparlament zustimmen. Doch sind die konservative EuropĂ€ische Volkspartei, die Sozialisten und Demokraten und auch die Liberalen zu großen Teilen fĂŒr das Abkommen. Nach einer positiven Entscheidung durch sie im Dezember oder Januar kann das Abkommen im ersten halben Jahr 2018 bereits vorlĂ€ufig in Kraft treten. Auch dem haben die Ratsmitglieder gestern nacht schriftlich zugestimmt. FĂŒr die nationalen Parlamente der 28 Mitgliedsstaaten wird es dann in ihren Beratungen schwer, noch einmal Nein zu sagen, fĂŒrchten Kritiker. Die verschiedenen gerichtlichen PrĂŒfungen, auch die vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, bleiben abzuwarten.

Gegner und BefĂŒrworter sind sich angesichts des Schlingerns bei der CETA-Entscheidung einig, dass die Handelspolitik in der Union auf neue FĂŒĂŸe gestellt werden mĂŒsste. Die BefĂŒrworter wĂŒrden gerne die Kompetenzen fĂŒr solche HandelsvertrĂ€ge am liebsten ganz an die EU abgeben und die nationalen Parlamente draußen halten. Gegner halten es fĂŒr dringend notwendig, die Ziele und Mechanismen der Handelpolitik grundsĂ€tzlich zu hinterfragen. (js [3])


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https://www.heise.de/-3383622

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2016/10/28-eu%20-canada-trade-agreement/
[2] https://www.heise.de/news/Freihandelsabkommen-mit-Kanada-Zitterpartie-um-CETA-noch-nicht-zu-Ende-3353256.html
[3] mailto:js@ix.de