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CES: Sonicblue auf den Spuren von Apples iPod

Erich Bonnert

Der Elektronikhersteller Sonicblue hat einen zigarettenschachtelgroßen, tragbaren MP3-Player mit eingebauter 20-GByte-Festplatte vorgestellt.

Der Elektronikhersteller Sonicblue [1] hat einen tragbaren MP3-Player mit eingebauter Festplatte vorgestellt. Auf 20 Gigabyte Speicher fasst der RioRiot den Inhalt von rund 400 CDs oder zirka 5000 Musikstücke, wahlweise im MP3- oder WMA-Format. Er verfügt außerdem über FM-Radioempfang und soll im Februar für knapp 400 US-Dollar auf den amerikanischen Markt kommen.

Mit dem Riot eifert Sonicblue Apples erfolgreichem MP3-Player iPod nach, der zum gleichen Preis über 5 Gigabyte Speicher verfügt. Seit dem Verkaufsstart im November hat Apple über 150.000 der iPod-Player verkauft. Allerdings ist der iPod bisher so richtig nur mit dem Macintosh kompatibel, auch wenn es schon Ansätze gibt, ihn auch mit Windows-Systemen zum Laufen zu bringen [2]. Das Riot-Gerät jedenfalls kann Dateien von Windows- und Macintosh-Rechnern übernehmen. Der zigarettenschachtelgroße Riot im kurvigen Design verfügt über ein hintergrundbeleuchtetes Display, zwei Abspielprogramme -- iTunes und Realjukebox -- sowie die Archivsoftware Rio Logitrack. Im Preis enthalten sind Kopfhörer, Netzadapter und ein Tragetäschchen.

Sonicblue ist 1999 aus der Fusion der kalifornischen Grafik- und Audiospezialisten S3 und Diamond Multimedia hervorgegangen, nachdem die Grafikchip-Sparte abgestoßen wurde. Neben der MP3-Player-Serie Rio hat sich die Firma, unter anderem durch den Kauf von ReplayTV [3] eine beachtliche Position bei digitalen Videorecordern [4] geschaffen. Für Aufsehen sorgt derzeit insbesondere ein ReplayTV-Modell, das Fernsehsendungen und DVD-Filme aufzeichnen und per integrierter Breitband-Internet-Verbindung weitergeben kann. Mehrere große US-Fernsehsender haben Sonicblue wegen potenzieller Gefährdung ihrer Urheberrechte auf Unterlassung verklagt [5].

Kürzlich warb Sonicblue Mark Huffmann als Marketingchef an, den früheren Leiter von Intels digitalem Audiobereich. Der führt sich jetzt gleich mit einem echten Coup ein: Getränkeriese Coca-Cola wird künftig unter eigenem Markennamen Audiogeräte von Sonicblue vertreiben. Noch in der ersten Jahreshälfte sollen die ersten Coke-Elektronikprodukte in den Handel kommen. (Erich Bonnert) / (jk [6])


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https://www.heise.de/-55374

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.sonicblue.com/
[2] https://www.heise.de/news/Apples-iPod-spielt-unter-Windows-50607.html
[3] https://www.heise.de/news/ReplayTV-Comeback-mit-neuem-Digital-Videorecorder-53835.html
[4] https://www.heise.de/news/Patent-fuer-digitale-Aufzeichnung-von-TV-Sendungen-erteilt-48983.html
[5] https://www.heise.de/news/US-TV-Sender-klagen-gegen-digitalen-Videorecorder-50589.html
[6] mailto:jk@heise.de