CDU-Politikerin wettert gegen Kritiker von Kinderporno-Internetsperren
Ilse Falk, in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unter anderem fĂŒr Familie zustĂ€ndig, meint, wer die Forderungen nach Internetsperrungen als "Missbrauch des Missbrauchs von Kindern" bezeichne, handele verantwortungslos.
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Ilse Falk [1] sieht die Kritik gegen die von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen gefordeten Internetsperren gegen Kinderpornografie als "verantwortungsloses Störfeuer" an. Fragen dazu, wie die Rechtsicherheit der Provider sichergestellt werden könne, und die Definition, auf welcher Grundlage das Bundeskriminalamt die Liste mit den zu sperrenden Adressen erstellt, könnten mit etwas gutem Willen schnell geklĂ€rt werden. "Es kann nicht sein, dass in Deutschland nicht möglich sein soll, was andere europĂ€ische Staaten seit Jahren mit Erfolg praktizieren", schreibt [2] (PDF-Datei) die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion fĂŒr die Bereiche Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Arbeit und Soziales, Kirchen, Arbeitnehmer.
Die von Falk angesprochenen offenen Fragen kamen vergangene Woche wĂ€hrend einer Anhörung [3] im Unterausschuss Neue Medien des Bundestags zu Kinderporno-SperrmaĂnahmen auf den Tisch. Juristen und Branchenvertretern zufolge brĂ€chte eine freiwillige Sperrvereinbarung groĂer Provider eine groĂe Rechtsunsicherheit fĂŒr die Zugangsanbieter mit sich. Auch gebe es technische UnwĂ€gbarkeiten bis hin zur BeeintrĂ€chtigung der VerfĂŒgbarkeit des Netzes, wurde wĂ€hrend der Anhörung geĂ€uĂert.
"Kinderpornografische Internetseiten sind keine Kunst, die es zu schĂŒtzen gilt", hĂ€lt Falk den Kritikern der geplanten Sperrungen entgegen. "Ihre Blockade gefĂ€hrdet auch nicht das Grundrecht auf Kommunikation." Wer die Anstrengungen der Familienministerin "Missbrauch des Missbrauchs von Kindern" bezeichne, handele verantwortungslos. Kinderpornografie im Internet nehme zu, werde immer brutaler und die Opfer wĂŒrden immer jĂŒnger, schreibt Falk. Mit "fadenscheinigen Argumenten" werde trotz dieser "grauenvollen Tatsachen" versucht, die PlĂ€ne von der Leyens zu torpedieren.
Der Chaos Computer Club (CCC) hatte Ende voriger Woche einen Vertragsentwurf zum Sperren von Kinderpornografie, den acht groĂe Provider unterzeichnen sollen, ins Internet gestellt [4]. CCC-Sprecher Andy MĂŒller-Maguhn bezeichnete die Vereinbarung als einen Versuch, eine "freiwillige" Vorzensur ohne gesetzliche Grundlage zu schaffen; das sei "ungeheuerlich". Das Thema Kinderpornografie werde instrumentalisiert, um eine Sperrautomatik fĂŒrs Web einzufĂŒhren. Oliver SĂŒme, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Verbands der deutschen Internetwirtschaft eco, hatte wĂ€hrend der Anhörung im Bundestag die Provider vor der Unterzeichnung eines entsprechenden Vertrags gewarnt. Durch die vorgeschlagene Ănderung der Allgemeinen GeschĂ€ftsbedingungen sei etwa nicht das Problem der Kommunikations- und Informationsfreiheit der Nutzer abzudecken. Es komme nur eine gesetzliche Regelung in Frage.
Siehe dazu auch:
- Familienministerin kĂ€mpft an allen Fronten fĂŒr Kinderporno-Sperren [6]
- Die EU auf dem Weg zu Internetsperren [7]
- Gutachten: Rechtliche Bedenken gegen Internet-Sperren [8]
- IT-Verband warnt vor "SchnellschĂŒssen" bei Kinderporno-Sperren [9]
- Noch viele offene Fragen bei Kinderporno-Sperren [10]
- Kripo warnt vor rechtsfreiem Cyberspace [11]
- Kriminalbeamte: Sperren von Kinderporno-Seiten reicht nicht [12]
- Neue Bedenken gegen Web-Sperren im Kampf gegen Kinderpornographie [13]
- SchÀuble will Kampf gegen Kinderpornografie internationalisieren [14]
- Internetprovider fordern klare gesetzliche Regelung fĂŒr Access Blocking [15]
- Familienministerin: Provider machen mit beim Sperren von Kinderporno [16]
- Bundesregierung treibt Netzblockaden gegen Kinderpornografie voran [17]
- Bundesregierung berĂ€t mit Providern ĂŒber Kinderporno-Sperren [18]
- Piratenpartei: Verhindern von Kinderporno statt Internetsperren [19]
- "Wir verbannen Kinderpornografie wieder unter den Ladentisch" [20]
- Niedersachsens Innenminister fordert Filterprogramme gegen Kinderpornos [21]
- Webseiten-Sperrungen weiter in der Diskussion [22]
- Familienministerin will Kinderporno-Sperren bald umsetzen [23]
- Forderung nach Webseiten-Sperrungen entzweit die groĂe Koalition [24]
- Bundesfamilienministerin fordert Netzsperren gegen Kinderpornographie [25]
(anw [26])
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[3] https://www.heise.de/news/Experten-betrachten-geplante-Kinderporno-Sperrmassnahmen-als-wirkungslos-195362.html
[4] https://www.heise.de/news/CCC-veroeffentlicht-Vertragsentwurf-zum-Sperren-von-Kinderpornographie-195652.html
[5] https://www.heise.de/news/CCC-veroeffentlicht-Vertragsentwurf-zum-Sperren-von-Kinderpornographie-195652.html
[6] https://www.heise.de/news/Familienministerin-kaempft-an-allen-Fronten-fuer-Kinderporno-Sperren-195180.html
[7] https://www.heise.de/news/Die-EU-auf-dem-Weg-zu-Internetsperren-194488.html
[8] https://www.heise.de/news/Gutachten-Rechtliche-Bedenken-gegen-Internet-Sperren-206459.html
[9] https://www.heise.de/news/IT-Verband-warnt-vor-Schnellschuessen-bei-Kinderporno-Sperren-205945.html
[10] https://www.heise.de/news/Noch-viele-offene-Fragen-bei-Kinderporno-Sperren-204373.html
[11] https://www.heise.de/news/Kripo-warnt-vor-rechtsfreiem-Cyberspace-202376.html
[12] https://www.heise.de/news/Kriminalbeamte-Sperren-von-Kinderporno-Seiten-reicht-nicht-202123.html
[13] https://www.heise.de/news/Neue-Bedenken-gegen-Web-Sperren-im-Kampf-gegen-Kinderpornographie-199045.html
[14] https://www.heise.de/news/Schaeuble-will-Kampf-gegen-Kinderpornografie-internationalisieren-198458.html
[15] https://www.heise.de/news/Internetprovider-fordern-klare-gesetzliche-Regelung-fuer-Access-Blocking-198400.html
[16] https://www.heise.de/news/Familienministerin-Provider-machen-mit-beim-Sperren-von-Kinderporno-198206.html
[17] https://www.heise.de/news/Bundesregierung-treibt-Netzblockaden-gegen-Kinderpornografie-voran-197482.html
[18] https://www.heise.de/news/Bundesregierung-beraet-mit-Providern-ueber-Kinderporno-Sperren-196794.html
[19] https://www.heise.de/news/Piratenpartei-Verhindern-von-Kinderporno-statt-Internetsperren-190536.html
[20] http://www.heise.de/tp/blogs/8/120474
[21] https://www.heise.de/news/Niedersachsens-Innenminister-fordert-Filterprogramme-gegen-Kinderpornos-190043.html
[22] https://www.heise.de/news/Webseiten-Sperrungen-weiter-in-der-Diskussion-187117.html
[23] https://www.heise.de/news/Familienministerin-will-Kinderporno-Sperren-bald-umsetzen-218770.html
[24] https://www.heise.de/news/Forderung-nach-Webseiten-Sperrungen-entzweit-die-grosse-Koalition-217810.html
[25] https://www.heise.de/news/Bundesfamilienministerin-fordert-Netzsperren-gegen-Kinderpornographie-217598.html
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