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CDU/CSU-Minister skizzieren ZugestÀndnis bei Vorratsdatenspeicherung

Stefan Krempl

Die Innenminister der unionsregierten LĂ€nder wollen bei der von ihnen geforderten Neuauflage der verdachtsunabhĂ€ngigen Protokollierung von Nutzerspuren "besonders sensible Bereiche" wie etwa die Telefonseelsorge außen vorhalten.

CDU/CSU-Innenpolitiker haben durchblicken lassen [1], dass sie im Interesse einer raschen WiedereinfĂŒhrung der Vorratsdatenspeicherung Gegnern entgegenkommen wollen. So boten die Innenminister der unionsregierten LĂ€nder auf ihrer gemeinsamen Tagung mit dem neuen Chef des Innenressorts im Bund, Hans-Peter Friedrich (CSU), Ende vergangener Woche an, bei einer Neuauflage der verdachtsunabhĂ€ngigen Protokollierung von Nutzerspuren "besonders sensible Bereiche" wie etwa die Telefonseelsorge außen vorzuhalten. Damit wollen sie die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts einhalten. Dieses hatte die ursprĂŒnglichen Bestimmungen zur Vorratsdatenspeicherung vor einem Jahr gekippt [2].

"Unsere Geduld ist mittlerweile wirklich am Ende", machte der niedersĂ€chsische Innenminister Uwe SchĂŒnemann im Anschluss an die Runde klar. Die Vorratsdatenspeicherung sei "dringend notwendig". Zugleich bezeichnete er den Vorschlag [3] von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), eine "Quick-Freeze"-Regelung zum Einfrieren von Verbindungs- und Standortdaten sowie eine siebentĂ€gige Aufbewahrung von IP-Adressen fĂŒr BestandsdatenauskĂŒnfte einzufĂŒhren, als "völlig unzureichend".

Sonderregeln können sich die Unionsminister fĂŒr AuskĂŒnfte ĂŒber die IdentitĂ€t von Surfern aber durchaus vorstellen. So halten sie in ihren Eckpunkten fest, dass ein Zugriff auf Online-Verbindungsdaten auch ohne Richtervorbehalt zulĂ€ssig sein solle, wenn die personenbeziehbaren Informationen "ausschließlich dazu verwendet werden, den Inhaber einer dynamischen IP-Adresse" zu ermitteln. Zur Strafverfolgung dĂŒrfe ein Zugang zu den begehrten "Verkehrsdaten" dagegen nur bei "schwerwiegenden Delikten" wie der Verbreitung oder dem Erwerb und Besitz von Kinder- und Jugendpornographie, Mord und Totschlag, SchleuserkriminalitĂ€t oder GeldwĂ€sche mit Richtergenehmigung erfolgen. FĂŒr die Gefahrenabwehr und nachrichtendienstliche Aufgaben solle auf die Informationen zur Abwehr einer Gefahr fĂŒr Leib, Leben oder Freiheit einer Person und zur Abwehr einer Gefahr fĂŒr die Sicherheit des Bundes oder eines Landes zugegriffen werden können.

Der baden-wĂŒrttembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) betonte, dass das Bundesverfassungsgericht "aus gutem Grund" die Vorratsdatenspeicherung an sich nicht verboten habe. Mit seinen Kollegen sei er der Auffassung, dass wegen der immer noch fehlenden gesetzlichen Regelung eine "gefĂ€hrliche SicherheitslĂŒcke entstanden ist, die dringend geschlossen werden muss". Bundesinnenminister Friedrich, der sich bei seinem Amtsantritt fĂŒr eine baldige NeueinfĂŒhrung der Vorratsdatenspeicherung einsetzte [4], kĂŒndigte an, im Lauf dieser Woche mit seiner Kollegin im Justizressort ĂŒber die Angelegenheit sprechen zu wollen. Sein VorgĂ€nger Thomas de MaiziĂšre (CDU) hatte im Dezember eine Kompromisslinie skizziert [5], die Leutheusser-Schnarrenberger aber zu vage erschien [6]. (anw [7])


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https://www.heise.de/-1208087

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[1] http://www.innenministerium.baden-wuerttemberg.de/de/Meldungen/249345.html?referer=83357&template=min_meldung_html&_min=_im
[2] https://www.heise.de/news/Bundesverfassungsgericht-legt-Huerde-fuer-kuenftige-Vorratsdatenspeicherung-hoch-944021.html
[3] https://www.heise.de/news/Justizministerin-fuer-Vorratsdatenspeicherung-light-1170207.html
[4] https://www.heise.de/news/Neuer-Innenminister-will-rasch-neue-Vorratsdatenspeicherung-1202623.html
[5] https://www.heise.de/news/Innenminister-zu-kleinen-Zugestaendnissen-bei-der-Vorratsdatenspeicherung-bereit-1157997.html
[6] https://www.heise.de/news/Keine-Einigung-bei-Vorratsdatenspeicherung-in-Sicht-1158978.html
[7] mailto:anw@heise.de