Burst.com: Microsoft löscht systematisch Beweis-E-Mails
In einem Patentstreit wirft Burst.com dem Konkurrenten Microsoft vor, systematisch belastendes Schriftmaterial vernichtet zu haben.
In dem laufenden Verfahren [1], in der die Softwareschmiede Burst.com [2] dem übergroßen Konkurrenten Microsoft [3] den Diebstahl geistigen Eigentums vorwirft, sollen die Redmonder angeblich systematisch belastendes Schriftmaterial vernichten. Gegenüber dem Wall Street Journal sagte ein Burst.com-Vertreter, Microsoft lösche E-Mails von den eigenen Angestellten. Sollte der Konzern das tatsächlich tun, wäre es illegal -- Schriftstücke, die in einem laufenden Gerichtsverfahren als Beweismittel eingesetzt werden können, dürfen nicht vernichtet werden.
In dem seit zwei Jahren laufenden Verfahren vor dem Bezirksgericht von Baltimore hat Microsoft bereits wiederholt E-Mails nicht auffinden können und war vom Gericht bereits zwei Mal zum Suchen verdonnert [4] worden.
Die Softwareschmiede Burst.com hatte im Sommer 2002 eine Klage gegen Microsoft wegen Patentrechtsverletzung und Verstoß gegen diverse Anti-Trust-Gesetze eingereicht. Zwei Jahre lang hatte Microsoft mit Burst.com demnach über eine Lizenznahme von deren Streaming-Technologie verhandelt und soll Ideen und Konzepte, die in diesen Verhandlungen vorgestellt wurden, in sein neues Videoformat Corona integriert haben. Burst.com hatte Auszüge aus der E-Mail-Kommunikation zwischen beiden Firmen vorgelegt, um die Vorwürfe zu belegen -- nach den von Microsoft vorgelegten Unterlagen existieren aber diverse dieser angeblich ausgetauschten E-Mails nicht. (tol [5])
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[2] http://www.burst.com
[3] http://www.microsoft.com
[4] https://www.heise.de/news/Microsoft-muss-erneut-nach-verschwundenen-E-Mails-suchen-98959.html
[5] mailto:tol@heise.de
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