zurück zum Artikel

Bundeswehr bereitet angeblich Cyber-Angriffe vor

Tilman Wittenhorst
Quellcode

(Bild: dpa, Sebastian Kahnert)

Computersysteme der Bundeswehr sollen auch durch eigene Angriffe vor gegnerischen Cyber-Attacken geschützt werden. Das geht aus einem Bericht des Verteidigungsministeriums hervor, meldet der SPIEGEL. Die NATO soll die Maßnahmen schon begutachtet haben.

Die Bundeswehr will über das Abwehren von Cyber-Angriffen hinaus auch selbst IT-Systeme des Gegners angreifen. Das geht nach Angaben des Magazins DER SPIEGEL aus einem Sachstandsbericht des Verteidigungsministeriums an den Bundestag hervor, der der Zeitschrift nach eigenen Angaben vorliegt [1]. Darin heißt es unter anderem, dass die "Abwehrkonzepte, die über den rein passiven Schutz zur Minimierung der Auswirkungen" eines Cyber-Angriffs hinausgehen, bereits von der NATO geprüft worden seien.

Bereits im Juli 2015 war in einem von Netzpolitik.org veröffentlichten Strategiepapier [2] des Verteidigungsministeriums die Rede davon, dass die Bundeswehr ihr Arsenal dementsprechend erweitern könnte. Etwas verklausuliert wurde damals von "offensiven Cyber-Fähigkeiten" zur "Beeinträchtigung fremder ITK-Anlagen" als Teil einer Cyber-Verteidigung gesprochen.

Wie der SPIEGEL den neuen Sachstandsbericht zitiert, sollen für die künftigen Maßnahmen zur "Responsive Cyber Defence" ("reagierende Cyber-Abwehr", im NATO-Jargon allgemein auch als Vorwärtsverteidigung [3] bekannt) zunächst die nötigen Rechtsgrundlagen geschaffen werden. Anschließend würden solche Aktionen zur "Beendigung und Unterbindung eines Angriffs" dienen. (tiw [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3072834

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bundeswehr-bereitet-cyberattacken-als-verteidigungsstrategie-vor-a-1072254.html
[2] https://www.heise.de/news/Bundeswehr-soll-Faehigkeiten-fuer-Cyber-Krieg-buendeln-2811964.html
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Vorneverteidigung
[4] mailto:tiw@heise.de