Bundesjustizministerin will Arbeitnehmerdatenschutz stÀrken
Momentan gebe es fĂŒr Bewerber durch eine rechtliche Grauzone zu viel Unsicherheit. Dies will Sabine Leutheusser-Schnarrenberger durch eindeutige Regeln Ă€ndern.
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will den Arbeitnehmerdatenschutz verbessern und auch fĂŒr Fragen bei BewerbungsgesprĂ€chen eine verbindliche Rechtsgrundlage schaffen. "Es gibt kein absolutes Informations- und Auskunftsrecht", sagte die Ministerin laut einer Mitteilung [1] von heute. Sie wolle daher dem Trend, durch persönliche Fragen und betriebsĂ€rztliche Untersuchung möglichst viel von Mitarbeitern und Bewerbern zu erfahren, gesetzliche Grenzen setzen.
Es gebe das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, aber auch die berechtigten Anliegen des Arbeitgebers, den geeigneten Bewerber fĂŒr einen ganz bestimmten Arbeitsplatz zu bekommen, erklĂ€rte Leutheusser-Schnarrenberger. Bei der AbwĂ€gung dieser Interessen gebe es derzeit zu viele Grauzonen.
In einem Interview [2] mit Deutschlandradio Kultur erlĂ€uterte die Ministerin, Bewerber kĂ€men in eine schwierige Situation, wenn der potenzielle Arbeitgeber mehr ĂŒber ihn wissen wolle, als er preisgeben wolle. Den Bewerbern solle durch ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz, das regelt, welche Fragen unzulĂ€ssig sind, Sicherheit geschaffen werden. Beispielsweise sei es nicht zulĂ€ssig, eine Bewerberin zu fragen, ob sie bereits entbunden habe oder VerhĂŒtungsmittel nehme. Die Arbeitgeber sollten genau wissen, was sie dĂŒrfen. Das mĂŒsse nicht immer wieder durch Gerichtsverfahren in EinzelfĂ€llen geklĂ€rt werden.
Die Bundesvereinigung Deutscher ArbeitgeberverbĂ€nde (BDA [3]) warnte als Antwort auf die PlĂ€ne der Ministerin vor Ăberregulierung. Es gebe bereits "ein sehr hohes Datenschutzniveau". Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrĂŒĂte hingegen die VorschlĂ€ge der FDP-Ministerin. FĂŒr das geplante neue Arbeitnehmerdatenschutzgesetz ist allerdings Bundesinnenminister Thomas de MaiziĂšre zustĂ€ndig. Anfang dieses Monats hieĂ es in Medienberichten, er habe die Ausarbeitung eines eigenstĂ€ndigen Gesetzes eingeleitet. Kurz vor der Bundestagswahl im September hatte der vormalige Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) einen Diskussionsentwurf vorgelegt [4] (anw [5])
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[1] http://www.leutheusser-schnarrenberger.de/politik/bundestag/fdp-will-arbeitnehmerdatenschutz-staerken
[2] http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1070246/
[3] http://www.bda-online.de
[4] https://www.heise.de/news/Scholz-legt-Gesetz-zum-Arbeitnehmer-Datenschutz-vor-754557.html
[5] mailto:anw@heise.de
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