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Bundesabhörzentrale soll US-Geheimdienst NSA nachgebildet werden

Stefan Krempl

Die PlĂ€ne zum Aufbau einer Bundesabhörzentrale gehen deutlich weiter, als zunĂ€chst bekannt geworden war. Die Behörde soll die FernmeldeaufklĂ€rung des BND ĂŒbernehmen und damit zusĂ€tzlich zur inlĂ€ndischen auch internationale Telekommunikation ĂŒberwachen.

Die PlĂ€ne von Bundesinnenminister Wolfgang SchĂ€uble (CDU) zum Aufbau einer Bundesabhörzentrale [1], die staatliche Lauschangriffe koordiniert, gehen deutlich weiter, als zunĂ€chst bekannt geworden war. Die geplante zentrale Abhöreinrichtung soll einem Bericht des "Spiegel" zufolge mittelfristig zu einer Art Technikdienstleister nach Vorbild der US-amerikanischen National Security Agency (NSA [2]) oder des britische Government Communications Headquarters (GCHQ [3]) ausgebaut werden. Dies gehe aus einem internen Papier des Innenministeriums hervor. Bei den beiden genannten Einrichtungen handelt es sich um gestandene Geheimdienste, die sich etwa um das Knacken verschlĂŒsselter Kommunikation kĂŒmmern. Die NSA steht seit LĂ€ngerem als Mittelpunkt eines umfangreichen BeschnĂŒffelungsprogramms der US-Regierung [4] im Zentrum der Kritik.

SchĂ€uble will laut der Vorlage auch die FernmeldeaufklĂ€rung des Bundesnachrichtendienstes aus dem deutschen Auslandsgeheimdienst herauslösen und in die neue Abhörbehörde integrieren, die zunĂ€chst beim Bundesverwaltungsamt in Köln angesiedelt werden soll. Es gehe darum, heißt es in dem Papier, "inlĂ€ndische TelekommunikationsĂŒberwachung mit der internationalen TelekommunikationsĂŒberwachung" zu verbinden. Bislang betreiben in Deutschland Sicherheitsbehörden wie das Bundeskriminalamt (BKA), das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz, die Bundespolizei oder der Bundesnachrichtendienst TK-Überwachung jeweils in Eigenregie mit gesonderter LauschausrĂŒstung und speziellen Befugnissen. Dazu kommen entsprechende Einrichtungen der BundeslĂ€nder. Insgesamt sollen bundesweit mehr als 75 Horchposten aktiv sein.

Zur BegrĂŒndung gibt das Ministerium an, dass die Sicherheitsbehörden den neuen digitalen Kommunikationswegen und VerschlĂŒsselungsmöglichkeiten "nicht mehr ausreichend begegnen" könnten. Wenn nicht entschieden gegengesteuert werde, drohten "polizeiliche wie nachrichtendienstliche" Erkenntnisse "zukĂŒnftig dramatisch zu schrumpfen". Es gehe darum, die zersplitterte Landschaft der TK-Überwachung zu "harmonisieren". Zuvor hatte die Bundesregierung die vorgeschlagene Abhörzentrale als reine Maßnahme zur BĂŒndelung der IT-Ressourcen [5] der Fahnder und Spione bezeichnet. DatenschĂŒtzer und Oppositionspolitiker fĂŒrchten dagegen, dass die Trennung von Polizeien und Geheimdiensten weiter aufgeweicht wird. (Stefan Krempl) / (ea [6])


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[1] https://www.heise.de/news/Kommt-die-Bundesabhoerzentrale-194081.html
[2] http://www.nsa.gov/
[3] http://www.gchq.gov.uk/
[4] http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21624/1.html
[5] https://www.heise.de/news/Bundesregierung-Bundesabhoerzentrale-ist-reine-IT-Massnahme-173395.html
[6] mailto:ea@ct.de