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Brennstoffzellenauto im Kältetest: Mercedes B-Klasse F-Cell

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Die Mercedes B-Klasse mit Brennstoffzellenantrieb hat ihre erste Wintererprobung absolviert. 2010 soll der Wagen in einer F-Cell getauften Kleinserie erhältlich sein

Stuttgart, 19. März 2008 – Brennstoffzellen [1] sind als Antriebsquelle für Autos hochinteressant, schließlich entweicht dem Auspuff bloß harmloser Wasserdampf. Problematisch ist an dem Energiespeicher, dass er nur in einem eingeschränkten Temperaturfenster arbeitet. Mercedes hat daher die B-Klasse mit dem weiterentwickelten Brennstoffzellenantrieb namens F-Cell zum Kältetest nach Nordschweden verfrachtet und bei zweistelligen Minusgraden auf die Probe gestellt.

Ein Elektromotor besitzt ein anderes Betriebs- und Regelungsverhalten als konventionelle Verbrennungsmotoren. Aus diesem Grund lag der Schwerpunkt der Wintererprobung auf fahrdynamischen Untersuchungen. Dazu gehörte beispielsweise die Anpassung des elektronischen Stabilitäts-Programms an die speziellen Anforderungen in einem Brennstoffzellenfahrzeug. Die Startfähigkeit der Brennstoffzelle bis minus 25 Grad Celsius konnte laut Mercedes technisch bereits gelöst werden.

Brennstoffzellenauto im Kältetest: Mercedes B-Klasse F-Cell (0 Bilder) [2]

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Im Sommer 2010 will Mercedes sein erstes Serienauto mit Brennstoffzellenantrieb auf den Markt bringen. Geplant ist eine Kleinserienproduktion der B-Klasse mit dem Beinamen F-Cell. Der Elektromotor entwickelt eine Spitzenleistung von 100 kW (136 PS) und ein maximales Drehmoment von 320 Newtonmeter, damit soll die Elektro-B-Klasse mancher ihrer Schwestern mit Verbrennungsmotor davonfahren können.

Die technische Basis bildet das verbesserte Brennstoffzellen-System, das die Schwaben 2005 im Forschungsfahrzeug F 600 Hygenius vorgestellt haben. Dieses Brennstoffzellenmodul wurde um 40 Prozent gegenüber dem System verkleinert, das die Schwaben einst einer A-Klasse eingepflanzt hatten. Dennoch verspricht die Lösung für F 600 und B-Klasse 30 Prozent mehr Leistung entwickeln. Das neue System zeichnet sich laut Mercedes durch eine gute Kaltstartfähigkeit aus. Dafür sorgen Neuerungen wie der elektrische Turbolader für die Luftversorgung sowie das neue Be- und Entfeuchtungssystem.

Den Energieverbrauch des Kompaktwagens beziffert Mercedes umgerechnet auf „Diesel-Äquivalent“ auf 2,9 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer – und dies mit Null Emissionen durch das Fahrzeug.

Ob der F-Cell-Benz dem Brennstoffzellenantrieb zu größerer Verbreitung verhelfen kann, steht in den Sternen: Experten werfen die Frage auf, wo der für den Betrieb der Brennstoffzelle erforderliche Wasserstoff herkommen soll beziehungsweise wie es um die Öko-Bilanz für die Erzeugung des Gases bestellt ist. Ausführlich werden diese Fragen im Beitrag Auf Wiedersehen Wasserstoff [4] auf heise Autos erörtert. (imp)


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-445519

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Brennstoffzellenantrieb-in-der-Warteschleife-793110.html
[2] https://www.heise.de/bilderstrecke/4712162.html?back=445519;back=445519
[3] https://www.heise.de/bilderstrecke/4712162.html?back=445519;back=445519
[4] https://www.heise.de/news/Auf-Wiedersehen-Wasserstoff-793121.html