Brainshare: Novells Vision hat eine IdentitÀt
Wenn es ein GesprÀchsthema gibt, das Novells Hausmesse Brainshare im Jahre 2005 beherrscht, dann ist es die Vision, die sich Novell zugelegt hat: "Identity-Driven Computing" und "Identity-Driven Company".
Wenn es ein GesprĂ€chsthema gibt, das Novells Hausmesse Brainshare im Jahre 2005 beherrscht, dann ist es die Vision, die sich Novell zugelegt hat. BekanntermaĂen lieben IT-Firmen ihre Visionen -- man denke nur an Microsofts Vision "Information at your Fingertips" in den 80ern. Mit der Vision von "Identity-Driven Computing" und der "Identity-Driven Company" hat sich Novell indes einem Ziel verschworen, das nicht einfach zu erklĂ€ren ist. Auch die offizielle Website [1] zur Super-ID tut sich schwer mit der Vision und lĂ€sst die Buzzwords aufmarschieren. Was heiĂt es bloĂ, wenn auf einer höheren Ebene die Federated-, Virtual- und die Meta-Identity in eine neue Verwandschaft treten?
Die einfache ErklĂ€rung fĂŒr die Vision lĂ€uft darauf hinaus, dass Novell die Anstrengungen der Liberty Alliance [2] zu ungenĂŒgend erscheinen. Das von Sun initiierte Konsortium fĂŒr eine Art virtuellen Ausweis möchte dafĂŒr sorgen, dass ein Nutzer nur einmal am Anfang seiner Online-Einkaufstour identifiziert werden muss. Dabei sollen nur solche Daten weitergegeben werden, die fĂŒr eine Transaktion notwendig sind. Nun will Novell Dampf machen, weil Microsoft und IBM dabei sind, ĂŒber die Web Services Federation Languages [3] das Thema Identity-Centered Computing zu entwickeln.
FĂŒr die komplizierte ErklĂ€rung braucht Novell einen Laptop. FrĂŒher, so suggeriert es eine Produktbeschreibung von Novell, konnte ein Angestellter auch nach dem Rausschmiss von seinem Laptop aus auf das Firmennetz zugreifen. Mit dem Identity-Driven Computing soll so etwas verhindert werden. Hinter diesem Ansatz steht die Idee von der serviceorientierten Architektur, die jedem Nutzer, jeder Ressource und allen Dateien eine IdentitĂ€t zuweist und diese nach den Regeln des Lifecycle-Management steuert: Ein neuer Mitarbeiter in einer Firma bedeutet nicht nur eine neue Nummer in der Haustelefonanlage und ein neuen Eintrag im eDirectory, komplett mit Zugriffsrechten am PC; es bedeutet auch, dass neue GerĂ€te, etwa ein Firmen-Handy, ein Blackberry und ein Laptop eingerichtet und bespielt werden mĂŒssen. Ein ausscheidender Mitarbeiter bedeutet wiederum im Identity-Driven Computing, dass mit einem entsprechenden Befehl der Zugang zu Firmeninformationen auf allen GerĂ€ten gleichzeitig gesperrt ist.
Zu Novells Messe und Konferenz Brainshare siehe auch:
(Detlef Borchers) / (jk [5])
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Links in diesem Artikel:
[1] http://www.novell.com/identity/
[2] http://www.projectliberty.org/
[3] http://www-106.ibm.com/developerworks/webservices/library/ws-fed/
[4] https://www.heise.de/news/Brainshare-Novell-auf-dem-Linux-Weg-146645.html
[5] mailto:jk@heise.de
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