Börse zweifelt noch immer an Fusion von HP und Compaq
Die HP- und die Compaq-Aktie gaben an der New Yorker Börse nach.
Nach der Abstimmung ĂŒber die Fusion von Hewlett-Packard und Compaq bei beiden Unternehmen zweifeln die HĂ€ndler an der New Yorker Börse anscheinend noch immer, ob das 20-Milliarden-GeschĂ€ft tatsĂ€chlich zu Stande kommt. Die Compaq-AktionĂ€re stimmten am Mittwoch mit einer ĂŒberwĂ€ltigenden Mehrheit [1] von 9 zu 1 fĂŒr die Fusion. Zuvor hatte HP-Chefin Carly Fiorina ihren Sieg in dem Ăbernahmestreit erklĂ€rt [2]. Dennoch blieb der Kurs der Compaq-Aktie deutlich unter dem Wert, den er bei einer klaren Entscheidung eigentlich haben mĂŒsste.
Das HP-Papier lag am Mittwochabend zum Börsenschluss an der Wall Street bei 18,20 Dollar, 60 Cent unter dem Vortageswert. Die Compaq-Aktie sank um 32 Cent auf 10,82 Dollar. In dem vorgeschlagenen Ăbernahme-Vertrag wurde der Wert fĂŒr eine Compaq-Aktie auf 0,6325 HP-Papiere festgelegt. Demnach mĂŒsste das Compaq-Papier eigentlich um 11,50 Dollar gehandelt werden, die sichere Ăbernahme des texanischen Computerkonzerns durch HP vorausgesetzt.
Analysten weisen darauf hin, es sei nach wie vor nicht klar, ob Compaq tatsĂ€chlich von HP ĂŒbernommen werden könne. "Der Ausgang der Abstimmung (bei HP) wird auch die kommenden Wochen noch unsicher sein", sagte Bill Shope von der ABN AMRO Bank. Das offizielle Abstimmungsergebnis wird erst in mehreren Wochen [3] erwartet, da die HP-AktionĂ€re mehrfach ihre Stimmen zu der geplanten Fusion abgeben konnten. Bei der AuszĂ€hlung der Voten muss zunĂ€chst geklĂ€rt werden, welche Stimmkarten von den AktionĂ€ren zuletzt abgeben wurden, da nur sie zĂ€hlen.
Compaq-Chef Michael Capellas sagte nach der Genehmigung der Fusion durch seine AktionÀre, dies sei der einzige Zusammenschluss in der Computerindustrie, der Sinn mache. "Dadurch wird ein Unternehmen geschaffen, das die Branche neu definieren kann."
HP hatte die mit einem Volumen von inzwischen nur noch 20 Milliarden Dollar gröĂte Fusion in der Branchengeschichte im vergangenen Jahr vorgeschlagen [4], doch die Entscheidung war auf Grund von EinsprĂŒchen etlicher GroĂaktionĂ€re verschleppt worden.
Nach der Abstimmung der HP-AktionĂ€re am Dienstag in Cupertino hatte HP-Chefin Fiorina erklĂ€rt, das Vorhaben sei mit der notwendigen Mehrheit genehmigt worden. Die Fusionsgegner, darunter Walter Hewlett, der Sohn des FirmenmitbegrĂŒnders William Hewlett, gaben sich allerdings nicht geschlagen und sprachen von einem knappen Ausgang. (dpa) / (anw [5])
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[2] https://www.heise.de/news/HP-beansprucht-Sieg-im-Kampf-um-umstrittene-Fusion-62998.html
[3] https://www.heise.de/news/Das-komplizierte-Auszaehlverfahren-zur-Fusion-von-HP-und-Compaq-63309.html
[4] https://www.heise.de/news/Hewlett-Packard-kauft-Compaq-53687.html
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