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BlueMotion und BlueMotion Technology

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BlueMotion oder BlueMotion Technology? Bei VW ist die Benennung der Spritsparmodelle nicht ganz einfach zu durchschauen. Wir haben das scheinbare Durcheinander aufgedröselt

Wolfsburg, 2. Dezember 2009 – Sagen wir mal, wie es ist: Bei den blauen Spritsparstrategien von VW noch durchzublicken, ist schwierig geworden. Da gibt es BlueMotion und BlueMotion Technology, zuweilen wird aus einem BlueMotion-Modell ein BlueMotion-Technology-Modell und bei manchen VW-Modellen sind sogar schon BlueMotion I und II auseinanderzuhalten. Wir haben alle BlueMotion- und BlueMotion-Technology-Modelle in einer Tabelle zusammen­gestellt, um das Knäuel ein wenig zu entwirren (siehe Bilder zu diesem Artikel).

BlueMotion ist sozusagen der Klassiker im Programm. VW verwendete anfang recht einfache Mittel, um seine Diesel etwas sparsamer zu machen, im Kern längere Übersetzung, Leichtlaufreifen und etwas bessere Aerodynamik. Derzeit gibt es vier BlueMotion-Modelle, jeweils eines von Polo, Golf, Passat und Passat Variant. Nach wie vor handelt sich dabei um die sparsamsten Versionen. BlueMotion ist bei VW eine eigene Linie, die Ausstattungen Trendline, Comfortline und so weiter gibt es nicht. Anders ist das bei den BlueMotion-Technology-Varianten, die neuerdings für etwas Verwirrung sorgen. "Technology", das klingt gut, steht doch bestimmt für noch mehr Spritspartechnik ... Dem ist allerdings nicht so, BlueMotion-Technology ist ein Paket, das man einfach dazubestellen kann – meistens. Manche Autos, wie der Passat 1.6 TDI, sind wiederum ausschließlich mit BlueMotion-Technology-Paket erhältlich. Derzeit sind 27 BlueMotion-Technology-Modelle verfügbar. Dazu kommen noch die verschiedenen Ausstattungen. Eines unterscheidet dieses Paket übrigens grundsätzlich: Es ist auch für Benziner zu haben, angesichts des schwächelnden Diesel-Markts eine gute Idee.

BlueMotion und BlueMotion Technology (0 Bilder) [1]

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Die vier BlueMotion-Modelle werden mittlerweile allesamt von einem TDI-Motor mit Common-Rail-Einspritzung angetrieben. Dabei fahren Golf und Passat mit einem 105 PS starken 1.6 TDI mit vier Zylindern, der Polo mit 75 PS aus den drei Zylindern des neuen 1.2 TDI. Bei den Aggregaten wurde das Motormanagement modifiziert und die Leerlaufdrehzahl abgesenkt. Eine in die Instrumente inte­grierte Gangempfehlung zeigt die jeweils effizienteste Getriebestufe an. Außerdem haben die BlueMotion-Modelle eine Bremsenergie-Rückgewinnung, ein Start-Stopp-System, rollwiderstandsoptimierte Reifen und eine verbesserte Aerodynamik.

Bei den BlueMotion-Technology-Modellen sieht das Motoren-Menü bunter aus: Außer den topaktuellen Aggregaten 1.6 TDI und 1.2 TSI findet man auch noch den 1.4 TSI und den 2.0 TDI. Im Caddy und Touran arbeitet sogar noch der 1.9 TDI mit Pumpe-Düse-Einspritzung. Die Ausstattung mit Spritsparelementen ist modellabhängig.

So bietet etwa die DSG-Version des Passat und Passat Variant mit 1.4 TSI als einzige BlueMotion-Technology-Variante eine Freilauffunktion: Hier wird im Schiebebetrieb automatisch ausgekuppelt, wodurch das Auto weiter rollt. Das klingt zunächst unsinnig, weil bekanntlich in eingekuppeltem Zustand die Schubabschaltung für "null Verbrauch" sorgt. Dennoch bringt laut VW die Freilauffunktion etwas: Erfahrungen mit Probanden hätten gezeigt, dass das "Segeln" im Freilauf auch das Fahrverhalten ändert. Sie fahren demnach gleichmäßiger, der Verbrauch werde tatsächlich geringer. Die Vorteile der Schubabschaltung in Situationen wie Bergabfahrt oder Stadtverkehr bleiben dennoch erhalten: Die Kupplungen schließen sofort, wenn man die Bremse nur antippt, auf M (manuell) oder S (Sport) schaltet oder ein Schaltpaddel bedient. Leider gibt es das bisher nur im Passat, vielleicht stellt VW diese Funktion aber auch bald anderen Modellen mit 7-Gang-DSG zur Verfügung – es ist ja eigentlich nur "ein Stück Software"

Doch noch einmal zurück zu den Modellbezeichnungen: Bei aller (möglichen) Verwirrung sollte der Nutzen der Spartechniken natürlich nicht außen vor bleiben: Wer Wert auf einen möglichst geringen Verbrauch legt, und vielleicht als Langstreckenfahrer nicht unbedingt einen Hybrid kaufen will, ist mit BlueMotion nach wie vor gut bedient. BlueMotion Technology ist im Grunde die konsequente Fortsetzung: Zwar nicht auf den letzten Tropfen optimiert, bietet es dennoch interessante Spritspartechnik – aber eben auch für Benziner und in Verbindung mit anderen Ausstattungspaketen.

(imp)


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