zurück zum Artikel

Blade-Server mit AMD-Opteron-Prozessoren

Christof Windeck

Der HyperBlade B121H von Appro soll der erste Superrechner-Cluster mit AMD-Opteron-Prozessoren der US-Firma sein

Die US-Firma Appro [1] hat den HyperBlade B121H angekündigt, ihren ersten Superrechner-Cluster mit AMD-Opteron-Prozessoren. Bis zu 160 Opterons und insgesamt 2,56 Terabyte RAM sollen sich in einem einzigen Rack installieren lassen. Der High-Performance-Computing- (HPC-)Cluster soll zwischen 160.000 und 320.000 US-Dollar kosten.

Laut Hardware-Spezifikation [2] setzt Appro den AMD-8000-Chipsatz ein (AMD-8131 und AMD-8111 [3]). Jeder der 80 Blade-Einschübe bietet acht DIMM-Slots, vermutlich je zweimal zwei Steckplätze pro Prozessor -- Opterons haben zwei Speicherkanäle. Mit 4-GByte-Stacked-DIMMs müsste sich jeder Einschub also mit bis zu 32 GByte RAM bestücken lassen, in der Spezifikation ist allerdings nur von 16 GByte und an anderer Stelle sogar von 8 GByte die Rede. Die Prozessoren sollen aus der "Opteron-200"-Serie stammen, womit Appro einen Hinweis auf das geplante Bezeichungssystem der AMD-Serverprozessoren gibt. Nach Berichten im Internet will AMD Opterons für Einzelbetrieb (100-er Serie) sowie für Dual- (200-er), Quad- (400-er) und Achtfach-Server (800-er) herausbringen.

Jeder Einschub nimmt eine IDE- oder SCSI-Platte mit 1 Zoll Bauhöhe auf, trägt zwei Gigabit-Ethernet-LAN-Adapter von Broadcom auf der Platine und einen PCI-X-100-Steckplatz. Dieser scheint vor allem zur Aufnahme eines Cluster-Verbindungsadapters zu dienen, laut Appro werden wahlweise Myrinet [4], Quadrics [5] oder InfiniBand [6] unterstützt. Das entspricht den Ankündigungen von AMD [7] auf der Supercomputing 2002.

Jede der 7,7 Kilogramm schweren Cluster-Blades (englisch für Klinge) besitzt drei Lüfter. Bei der Netzteil-Leistung widerspricht sich die -- überarbeitungsbedürftige -- Appro-Spezifikationsseite aber ebenso wie bei den Angaben zum Hauptspeicher: Auf der "Tech-Specs [8]"-Seite ist von 350 Watt die Rede, unter "Overview&Features [9]" von 550 Watt. Bei den Netzwerkchips widerspricht sich sogar die Tech-Specs-Seite selbst, hier sind auch 10/100-MBit-Bausteine von 3Com aufgeführt. Als Betriebssystem ist zunächst ein 32-Bit-Linux von Red Hat vorgesehen, 64-Bit-Versionen sind in Vorbereitung.

Nach Angaben des Newsdienstes News.com plant Appro später auch Hardware der jungen (aber von illustren Serverleuten geführten [10]) Firma Newisys [11] einzusetzen. Als Verkaufsstart des B121H wird der Monat Mai genannt, also kurz nach der öffentlichen Vorstellung der Opterons am 22. April. (ciw [12])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-76729

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.appro.com/
[2] http://www.appro.com/product/B121H_2.asp
[3] https://www.heise.de/news/AMDs-Chipsaetze-fuer-64-Bit-CPUs-der-Hammer-Familie-56512.html
[4] http://www.myri.com/
[5] http://www.quadrics.com/
[6] https://www.heise.de/news/InfiniBand-Adapter-fuer-Cluster-70855.html
[7] https://www.heise.de/news/AMDs-64-Bit-Fortschritte-70689.html
[8] http://www.appro.com/product/B121H_2.asp
[9] http://www.appro.com/product/B121H.asp
[10] http://www.heise.de/ct/02/20/032/
[11] http://www.newisys.com/
[12] mailto:ciw@ct.de