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Betreff: 7858 pro Monat ist vorstellbar

Daniel Bachfeld

Nach Finanzagenten suchen Kriminelle via Spam-Mails nun Warenagenten, die Waren aus manipulierten Online-Auktionen entgegennehmen und nach Anweisung weiterleiten sollen. Das Bundeskriminalamt rÀt, nicht auf E-Mails zu antworten.

Das Bundeskriminalamt [1] (BKA) warnt [2] vor einer neuen Methode der InternetkriminalitĂ€t, bei der TĂ€ter sogenannte Warenagenten via Spam-Mails anwerben. Diese sollen die Aufgabe ĂŒbernehmen, Pakete entgegenzunehmen und gemĂ€ĂŸ den Vorgaben der TĂ€ter weiterzuleiten. Der Verdienst wird laut BKA auf Provisionsbasis in Aussicht gestellt, beispielsweise 30 Euro pro weitergeleitetem Paket. DarĂŒber hinaus wird den Agenten die Erstattung anfallender Versand- und Benzinkosten zugesagt.

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Um das Arbeitsangebot seriös erscheinen zu lassen, ĂŒbersenden die TĂ€ter nach der ersten Kontaktaufnahme echt wirkende ArbeitsvertrĂ€ge, etwa aus dem Bereich der Kurier- oder Paketdienstleistungsbranche. Die TĂ€ter gehen bei diesem "GeschĂ€ftsmodell" neue Wege, um anonym zu bleiben und ĂŒber gestohlene Kundenkonten von Online-AuktionshĂ€usern hochpreisige Waren zu ersteigern. Die Waren werden nach Änderung der EmpfĂ€ngeradresse im Konto des Online-Auktionshauses vom ahnungslosen VerkĂ€ufer an die zuvor angeworbenen Warenagenten verschickt.

Zwar erfolgt die Bezahlung der Ware durch den TĂ€ter, allerdings stammt das Geld aus Phishing-Attacken auf Bankkunden, mit denen die TĂ€ter zuvor deren Bankkonten leergerĂ€umt haben. Die Warenagenten haben anschließend die Aufgabe, die Ware an eine Adresse der TĂ€ter oder an Packstationen eines deutschen Postdienstleisters zu versenden. Aktuell versuchen die TĂ€ter auch gezielt, Inhaber von Packstation-FĂ€chern anzuwerben.

Das BKA weist darauf hin, dass Personen, die sich auf die falschen Job-Angebote einlassen und die widerrechtlich erlangten Waren weiterleiten, sich strafbar machen können und mit zivilrechtlichen AnsprĂŒchen bei der Regulierung entstandener SchĂ€den rechnen mĂŒssten. Das Bundeskriminalamt rĂ€t, nicht auf E-Mails zu antworten, die in der oben angegeben Form empfangen wurden und sich nicht durch dubiose Jobangebote als Warenagent anwerben zu lassen.

Seit lĂ€ngerem versuchen Kriminelle schon, Finanzagenten [3] auf Ă€hnliche Weise und mit Ă€hnlichen Versprechungen anzuwerben. Die Agenten sollen die aus Phishing-Attacken gestohlenen GeldbetrĂ€ge via Western Union ins Ausland ĂŒberweisen. Die Phisher wollen so ihre Spuren verwischen. In einem bekannten Fall wurde ein gefasster Finanzagent zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf BewĂ€hrung verurteilt [4]. (dab [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-218063

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.bka.de
[2] http://www.bka.de/pressemitteilungen/2008/pm081124.html
[3] https://www.heise.de/news/Banken-warnen-vor-E-Mail-Werbung-fuer-Job-als-Finanzagent-187903.html
[4] https://www.heise.de/news/Strafbefehl-gegen-Finanzagenten-wegen-Phishing-Beteiligung-165969.html
[5] mailto:dab@ct.de