zurück zum Artikel

Beschwerde-Rat: Facebooks Oversight Board nimmt die Arbeit auf

Eva-Maria Weiß

(Bild: dolphfyn/Shutterstock.com)

Wer meint, dass sein Beitrag unrechtmĂ€ĂŸig bei Facebook gelöscht wurde, kann sich nun an das Oversight Board wenden.

Zwei Jahre nach AnkĂŒndigung nimmt das Oversight Board nun seine Arbeit auf. UnabhĂ€ngige Experten sollen bei Beschwerden einschreiten, wenn BeitrĂ€ge auf Facebook und Instagram gelöscht wurden. Ihre Entscheidung ist dann fĂŒr das soziale Netzwerk bindend.

Drei Milliarden Menschen sind bei Facebook angemeldet. Sie sollen in den kommenden Wochen Zugang zu dem Beschwerde-Rat bekommen, schreibt Facebook in einem Blogbeitrag [1]. Im Zweifel kann auch das soziale Netzwerk selbst FĂ€lle weitergeben. Die Board-Mitglieder entscheiden dann, um welche Angelegenheiten sie sich kĂŒmmern – basierend auf festgelegten Kriterien. Die ersten 20 Mitglieder hat Facebook in diesem Sommer vorgestellt [2]. Seither sollen sie eine Reihe an Schulungen durchlaufen und die Organisation samt AblĂ€ufen und Strukturen aufgebaut haben.

Schreitet Facebook nun ein, weil ein Beitrag als nicht den Richtlinien entsprechend gesperrt wird, bekommt der Beitragsersteller einen Hinweis darauf und eine ID. Mit dieser kann er dann auf der Webseite des Oversight Boards eine Beschwerde formulieren beziehungsweise sich und den Hintergrund des Beitrags erklÀren.

ZunĂ€chst können nur FĂ€lle eingereicht werden, bei denen die Facebook-Moderatoren BeitrĂ€ge gelöscht haben. Das soll jedoch kĂŒnftig um alle Formen von BeitrĂ€gen erweitert werden. Die ersten StreitfĂ€lle sollen in den kommenden Wochen angeschaut werden. Entscheidungen der Mitglieder muss Facebook innerhalb von 90 Tagen umsetzen. Noch dauert es also doch wieder, bis erste tatsĂ€chliche Ergebnisse stehen.

Reicht Facebook selbst BeitrĂ€ge weiter, bei denen nicht klar ist, ob sie Bestand haben sollten, bekommen die Ersteller ebenfalls einen automatischen Hinweis darauf, dass sie der PrĂŒfung unterliegen und sich dazu Ă€ußern können.

Finanziert wird das Board durch TreuhĂ€nder – das soll auch die UnabhĂ€ngigkeit wahren. Verantwortlich dafĂŒr ist zunĂ€chst Paul G. Haaga, ein Manager und erfahrener TreuhĂ€nder, schreibt Facebook.

Melden Sie sich zum KI-Update an Melden Sie sich zum KI-Update an [3]

(emw [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4937315

Links in diesem Artikel:
[1] https://about.fb.com/news/2020/10/oversight-board-to-start-hearing-cases/
[2] https://www.heise.de/news/Facebook-stellt-20-Mitglieder-des-Oversight-Boards-vor-4716205.html
[3] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[4] mailto:emw@heise.de