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BeschÀdigte Unterseekabel in der Ostsee: Chinesisches Frachtschiff im Fokus

Schiff legt Seekabel

(Bild: Cinia)

Nachdem zwei Unterseekabel in der Ostsee beschÀdigt wurden, wird die Lage immer undurchsichtiger. Nun gerÀt ein chinesisches Frachtschiff in den Fokus.

Nach den BeschĂ€digungen an zwei Unterseekabeln in der Ostsee ist ein unter chinesischer Flagge fahrendes Frachtschiff in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten. Wie die Financial Times berichtet, war die "Yi Peng 3" wĂ€hrend der AusfĂ€lle jeweils in der NĂ€he des Kabels zwischen Schweden und Litauen als auch bei dem zwischen Finnland und Deutschland unterwegs. Laut schwedischen und finnischen Medienberichten war dabei jeweils das Funksignal zur Identifikation (AIS) plötzlich verschwunden. Schwedens Minister fĂŒr Zivilverteidigung hat laut dpa von auffĂ€lligen Schiffsbewegungen gesprochen, die zeitlich und rĂ€umlich mit dem Auftreten der SchĂ€den ĂŒbereinstimmten, aber keinen Schiffsnamen genannt.

Mit den Berichten zu der Yi Peng 3 bekommt die bereits undurchsichtige Angelegenheit eine weitere Wendung. Am Montag hatte die finnische Staatsfirma Cinia mitgeteilt, dass das Seekabel C-Lion1 zwischen Deutschland und Finnland defekt ist [1]. Der Grund fĂŒr den Ausfall werde aktuell untersucht. Bereits am Sonntag wurde zudem ein Datenkabel zwischen Litauen und Schweden beschĂ€digt. Man mĂŒsse davon ausgehen, dass die zwei Seekabel absichtlich beschĂ€digt wurden, sagte dann Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius [2] und befeuerte die Spekulationen. Erst vor dem Wochenende war außerdem ein russisches Forschungsschiff aus der Irischen See eskortiert [3] worden.

Angesichts der Berichte ĂŒber die Yi Peng 3 hat die chinesische Regierung nun versichert, dass sie ihren Verpflichtungen als Flaggenstaat nachkomme und von chinesischen Schiffen die strikte Einhaltung der geltenden Gesetze verlange. China messe dem Schutz der Unterwasserinfrastruktur große Bedeutung bei. Ferner wurde jedoch lediglich mitgeteilt, dass die angesprochene Situation nicht bekannt sei. Laut der finnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Yle haben die schwedischen Behörden eine Untersuchung eingeleitet, die das Schiff aufgrund seiner Route einbezieht. Auch in Finnland wurden zwischenzeitlich Ermittlungen eingeleitet, von Sabotage ist jedoch zunĂ€chst nicht die Rede.

Nach verschiedenen Medienberichten haben Marineschiffe aus mehreren NATO-Staaten die Yi Peng 3 auf ihrem Weg von der Ostsee in den Kattegat zwischen DĂ€nemark und Schweden beschattet, nachdem die Datenkabel beschĂ€digt worden waren. Das Schiff kam demnach aus einem russischen Ölhafen. Im Kattegat liegt es derzeit offenbar vor Anker und ist zum Stillstand gekommen. Es wird von einem dĂ€nischen Patrouillenschiff begleitet, wie aus Daten von Schiffstrackern hervorgeht. Ob der Frachter von der dĂ€nischen Marine festgesetzt wurde, ist noch unklar. Das dĂ€nische Verteidigungskommando teilte dazu lediglich mit, dass man in der NĂ€he der Yi Peng 3 prĂ€sent sei.

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[1] https://www.heise.de/news/Verbindung-gekappt-Daten-Seekabel-zwischen-Deutschland-und-Finnland-beschaedigt-10046194.html
[2] https://www.heise.de/news/Beschaedigte-Ostsee-Datenkabel-Pistorius-geht-von-Sabotage-aus-10057247.html
[3] https://www.heise.de/news/Aktiv-bei-Unterseekabeln-Marine-eskortiert-russsiches-Schiff-aus-Irischer-See-10040298.html
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