Bericht: USA wollen Hackerangriffe zum Kriegsgrund erklÀren
Die neue Internet-Strategie des Pentagons sieht bei auslÀndischen Hackerangriffen auch VergeltungsschlÀge mit konventionellen Waffen vor.
Die USA wollen schwere Hackerangriffe aus dem Ausland kĂŒnftig als Kriegshandlung einstufen können und damit militĂ€rische GegenschlĂ€ge ermöglichen. Dies sehe die erste ausgefeilte Cyberstrategie des US-Verteidigungsministeriums [1] vor, die in wenigen Tagen veröffentlicht werden solle, berichtete [2] das Wall Street Journal am Dienstag.
Das 30 Seiten starke, weitgehend geheime Papier stufe die Sabotage US-amerikanischer Computersysteme durch auslĂ€ndische Hacker als möglichen Kriegsgrund ein. Grundlage der Doktrin sei das Prinzip der "Gleichwertigkeit", schreibt die Zeitung weiter. Sollte eine Cyberattacke etwa Todesopfer, massive materielle SchĂ€den oder eine maĂgebliche Störung des öffentlichen Lebens in den USA nach sich ziehen, behalte sich das Verteidigungsministerium das Recht angemessener Vergeltung durch konventionelle militĂ€rische Gewalt vor.
Die Androhung solcher GegenschlĂ€ge als Teil der Cyberstrategie habe vor allem das Ziel, Hacker von vornherein abzuschrecken. Zudem fuĂe sie auf der EinschĂ€tzung, dass groĂangelegte Angriffe auf die Infrastruktur der USA, etwa auf Atomkraftwerke, U-Bahnen oder Ăl- und Gasleitungen nur möglich seien, wenn Internet-Bösewichte dafĂŒr Informationen von auslĂ€ndischen Regierungen erhalten.
Die USA sehen in Attacken aus dem Internet mittlerweile eine der gröĂten Bedrohungen, hĂ€ngen jedoch beim Aufbau einer entsprechenden Abwehr nach eigener EinschĂ€tzung hinterher [3]. Im vergangenen Jahr hatte das US-Verteidigungsministerium deshalb eine neue MilitĂ€reinheit (Cyber Command [4]) in Betrieb genommen, die unter anderem die Computernetzwerke des Landes beschĂŒtzen soll.
Das US-Verteidigungsministerium selbst war 2008 Opfer eines ernsten Angriffes [5] aus dem Netz, dessen Urheber in Russland vermutet werden â was Moskau allerdings bestreitet. Und erst am Wochenende hatten Hacker eine Attacke [6] auf den US-RĂŒstungskonzern Lockheed Martin unternommen, dem gröĂten Vertragspartner des amerikanischen MilitĂ€rs. Dabei seien zwar keine Daten ĂŒber Kunden, Programme oder Mitarbeiter erbeutet worden, es wird jedoch befĂŒrchtet, dass die Aktion Teil einer Serie von Angriffen auf weitere Firmen aus dem US-Sicherheitsbereich gewesen sein könnte. (anw [7])
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[1] http://www.defense.gov/
[2] http://dpaq.de/Cq7Fd
[3] https://www.heise.de/news/US-Regierung-stellt-FBI-bei-der-Cyber-Abwehr-schlechte-Noten-aus-1234577.html
[4] http://www.defense.gov/home/features/2010/0410_cybersec/
[5] https://www.heise.de/news/Virusangriff-auf-Pentagon-Rechner-soll-von-Russland-ausgegangen-sein-218635.html
[6] https://www.heise.de/news/Hacker-steigen-bei-Lockheed-Martin-ein-1251902.html
[7] mailto:anw@heise.de
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