zurück zum Artikel

Bericht: Sharp will 11.000 ArbeitsplÀtze abbauen

Andreas Wilkens

Um seine Schulden zu bedienen und um in die Gewinnzone zurĂŒckzukehren, plant der japanische Elektronikkonzern Stellenabbau und den Verkauf von Werken.

Die PlĂ€ne des japanischen Elektronikkonzerns Sharp fĂŒr die RĂŒckkehr in die Gewinnzone verdichten sich – zumindest in der GerĂŒchtekĂŒche. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete [1] nun, Sharp wolle 10.966 Jobs abbauen. Das entsprĂ€che 18 Prozent der Belegschaft. Dabei seien die 5000 Stellen mit eingeschlossen, deren Abbau Sharp Anfang August bekannt gegeben [2] hat. Zuvor war die Rede davon [3], dass bis zu 10.000 Mitarbeiter gehen mĂŒssen. Außerdem wolle das Unternehmen 213 Milliarden Yen (etwa 2,12 Milliarden Euro) durch den Verkauf von Niederlassungen und Werken im Ausland sowie von Aktien am Autohersteller Toyota hereinholen.

Sharp habe die PlĂ€ne seinen Kreditgebern Mizuho Financial Group und Mitsubishi UFJ Financial Group prĂ€sentiert, berichtete Kyodo weiter aus eingeweihten Kreisen. Die Banken seien bereit, Sharp weitere 360 Milliarden Yen zu leihen. Sharp hat derzeit kurzfristige Kredite in Höhe von 706 Milliarden Yen laufen, die innerhalb von zwölf Monaten zurĂŒckzuzahlen sind. Dazu kommen 314 Milliarden Yen langfristige Schulden. Sharp besitzt etliche große Displayfabriken, die im Zuge der Krise nicht ausgelastet waren und deshalb erhebliche Verluste [4] einfuhren.

Die Entlassungen betrĂ€fen Werke in Mexiko, China und Malaysia sowie den US-amerikanischen Solar-Entwickler Recurrent Energy, heißt es weiter. Das Unternehmen wolle außerdem seine Mobilfunk-Abteilung mit der von Fujitsu zusammenlegen. Wie Bloomberg berichtet [5], will Sharp drei Fabriken an den taiwanischen Auftragshersteller Foxconn abgeben. Anstehende LohnkĂŒrzungen bei Sharp waren zuvor bereits bekannt geworden [6].

Da das Handelsvolumen der Sharp-Aktien an den drei Börsen Nagoya Stock Exchange, Fukuoka Stock Exchange und Sapporo Securities Exchange sehr gering sei, zieht das Unternehmen seine Anteile von den HandelsplĂ€tzen zurĂŒck, teilte Sharp mit [7]. Die Anteilseigner seien davon nicht wesentlich betroffen. Mit dem Betriebsrat habe Sharp ein nicht nĂ€her erlĂ€utertes Programm zur freiwilligen FrĂŒhverrentung vereinbart, geht aus einer weiteren Mitteilung [8] hervor. Zudem wurden einige Posten im gehobenen Management neu sortiert [9]. (anw [10])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1718860

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.bloomberg.com/news/2012-09-26/sharp-said-to-plan-cutting-10-000-jobs-selling-recurrent-energy.html
[2] https://www.heise.de/news/Sharp-streicht-nach-drastischem-Verlust-5000-Jobs-1658591.html
[3] https://www.heise.de/news/Sharp-Bis-zu-10-000-Mitarbeiter-muessen-gehen-1671257.html
[4] https://www.heise.de/news/Sharp-mit-Rekordverlust-wegen-Fernseher-Flaute-1562600.html
[5] http://www.bloomberg.com/news/2012-09-26/sharp-said-to-plan-cutting-10-000-jobs-selling-recurrent-energy.html
[6] https://www.heise.de/news/Weitere-Kuerzungen-bei-Sharp-1708825.html
[7] http://sharp-world.com/corporate/news/120926.html
[8] http://sharp-world.com/corporate/news/120926_2.html
[9] http://sharp-world.com/corporate/news/120927.html
[10] mailto:anw@heise.de