Bericht: Menge an Treibhausgasen in der AtmosphÀre nimmt weiter zu
CO2-Konzentration in der AtmosphÀre 1990-2018 (in ppm)
(Bild: WMO)
Die Abholzung der RegenwĂ€lder und der massive DĂŒngereinsatz tragen laut einem Bericht mit dazu bei, dass die Menge klimaschĂ€dlicher Treibhausgase zunimmt.
Die Konzentration klimaschĂ€dlicher Treibhausgase in der AtmosphĂ€re nimmt weiter bedrohlich zu. Die CO2-Konzentration sei binnen eines Jahres von 405,5 ppm (parts per million, Millionstel) auf einen Rekordwert von 407,8 ppm gestiegen, teilte die Weltwetterorganisation (WMO) am Montag in Genf in ihrem jĂ€hrlichen Treibhausgas-Bulletin mit. Die Konzentration des ebenfalls sehr klimaschĂ€dlichen Methans stieg demnach auch auf Rekord-Niveau und liegt nun um 259 Prozent ĂŒber dem Niveau der vorindustriellen Zeit.
Keine Verlangsamung des Trends beobachtet
Die Entwicklung bedeute, dass kĂŒnftige Generationen mit ernsten Folgen des Klimawandels [1] wie höheren Temperaturen, mehr Extremwetterereignissen und steigendem Meeresspiegel konfrontiert seien, hieĂ es von der WMO [2]. "Es gibt keine Anzeichen fĂŒr eine Verlangsamung des Trends, geschweige von einem RĂŒckgang der Treibhausgas-Konzentrationen, trotz aller Zusagen im Pariser Klimaabkommen", kritisierte WMO-GeneralsekretĂ€r Petteri Taalas. Die Staaten mĂŒssten endlich handeln und ihren Ehrgeiz im Interesse des kĂŒnftigen Wohlergehens der Menschheit steigern.
Zwar seien einzelne LĂ€nder wie China besonders am AusstoĂ von Treibhausgasen beteiligt, es könne aber nur eine globale Lösung fĂŒr das Problem [3] geben, so Taalas. Im internationalen Vergleich gehöre Europa zu den treibenden KrĂ€ften beim Klimaschutz [4]. Trotz des RĂŒckzugs der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen [5] bewege sich dort viel, erklĂ€rte Taalas. Nicht zuletzt dank der Anstrengungen von StĂ€dten wie New York und Bundesstaaten wie Kalifornien hĂ€tten die USA einen guten Teil ihrer im Klimaabkommen bis 2050 versprochenen Ziele bereits erreicht.
Ernsthafte Klimadebatte und Druck auf die Politik
Kohlendioxid, das aus der Verbrennung von Ăl, Gas und Kohle stammt, sei global weiterhin das bedeutendste Treibhausgas. Auch das Verbrennen und Abholzen der tropischen RegenwĂ€lder trage wesentlich zur CO2-Konzentration bei. Methan, das nicht zuletzt bei der Rinderzucht frei wird, gehört zu den Gasen, deren Anstieg sich laut Experten in den vergangenen Jahren beschleunigt hat. Der massive Gebrauch von DĂŒnger sei ein Grund fĂŒr das Plus bei den Stickoxiden.
Zu den positiven Aspekten zĂ€hle, dass die Klima-Diskussion so ernsthaft wie noch nie gefĂŒhrt werde, hieĂ es. AuĂerdem sei der Druck auf die Politik hoch, Lösungen zu finden. "Populisten profitieren, wenn man dabei zu radikal ist", warnte Taalas zugleich.
Vom 2. bis 13. Dezember treffen bei der UN-Klimakonferenz in Madrid Vertreter aus 200 LĂ€ndern zusammen. Chile hatte die ursprĂŒnglich in dem lateinamerikanischen Land geplante Konferenz Anfang November wegen anhaltender politischer Unruhen abgesagt. Spanien war eingesprungen. (tiw [6])
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[1] https://www.heise.de/news/Unsaegliches-Leid-droht-Forscher-halten-Klimaschutz-Plaene-fuer-unzureichend-4578335.html
[2] https://public.wmo.int/en/media/press-release/greenhouse-gas-concentrations-atmosphere-reach-yet-another-high
[3] https://www.heise.de/news/Bericht-Kein-G20-Staat-beim-Klimaschutz-auf-1-5-Grad-Kurs-4583414.html
[4] https://www.heise.de/news/EU-Umweltagentur-Duestere-Aussichten-fuer-das-Erreichen-der-Klimaziele-2030-4576209.html
[5] https://www.heise.de/news/USA-treten-aus-Empoerung-nach-Kuendigung-des-Pariser-Klimaabkommens-4577628.html
[6] mailto:tiw@heise.de
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