Beim Web-Hoster Strato lÀuft's nicht rund
Am Dienstag ist zuerst der Web-Server, spÀter dann der Mail-Server des Billig-Web-Hosters Strato ausgefallen.
Gleich zwei Probleme sorgten wieder [1] fĂŒr AusfĂ€lle beim Billig-Hoster Strato: Gestern um 7.00 Uhr fiel eine CPU im HTTP-Server (Sun Enterprise 6500, Solaris 2.7) aus. Nach Angaben von kpnQwest Germany fĂŒhrte der Server nach dem Ausfall einen Reboot durch; um 7.21 Uhr sei die Maschine wieder online gewesen. kpnQwest betreibt in seiner Karlsruher Niederlassung die Strato-Server. Eigentlich sei der Web-Server redundant ausgelegt, erklĂ€rte heute Strato-Pressesprecher Sören Heinze gegenĂŒber c't. Warum die zweite Maschine nicht in die Bresche geprungen sei, könne er sich bisher nicht erklĂ€ren.
Am Dienstag Vormittag war dann der Strato-Mailserver fĂŒr etwa eine dreiviertel Stunde nicht zu erreichen. Jörg Vogler, bei kpnQwest fĂŒr den Bereich Products & Services zustĂ€ndig, erklĂ€rte den Vorgang so: "In die Server-Datenbank wurden von uns gröĂere Datenmengen eingespielt. Darauf hin kam es zu einer Ăberlast, und die User-Authentifizierung ging gar nicht oder nur sehr verzögert vonstatten."
Heinze kann den Frust der Strato-Kunden nachvollziehen: "Klar, wenn ich ein Auto mit eckigen RĂ€dern kaufe, sage ich eine Weile, der HĂ€ndler wird sich schon drum kĂŒmmern. Irgendwann bestehe ich aber dann doch drauf, dass die RĂ€der eigentlich rund sein sollten." In dem letzten Wochen haben sich bei Strato die Pannen auffĂ€llig gehĂ€uft. Zur Internet World feierte der Billig-Hoster mit einer groĂen Party die "eine millionste Strato-Domain". Aus internen Kreisen ist sowohl von Strato- als auch von kpnQwest-Mitarbeitern zu erfahren, dass die Hardware am Rande ihrer LeistungsfĂ€higkeit betrieben wird. Allein der Datenverkehr von Strato-Kunden betrĂ€gt wohl durchschnittlich um die 60 MBit/s. Auch kleinere Fehler fĂŒhren bei derart ĂŒberlasteten Systemen zu groĂen AusfĂ€llen.
Bisher Ă€uĂerte sich die Firma auch auf mehrere Nachfragen hin nicht, wie sie die Probleme denn nun nachhaltig in den Griff bekommen will. FĂŒr die Kunden eine völlig unbefriedigende Situation: Strato verweist bei technischen Pannen meist auf kpnQwest (ehemals XLink). Umgekehrt beschwert sich der Karlsruher Provider ĂŒber die ungenĂŒgenden Hardware-Investitionen von Strato. Ein Dilemma, das beide Firmen zwar kennen, aber offensichtlich nicht beheben können. (hob [2])
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[2] mailto:hob@ct.de
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