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Base-Flatrate umfasst das gesamte deutsche E-Plus-Netz

Sven-Olaf Suhl

Ein Angebot wie die Base-Flatrate von E-Plus kann bei den Kunden auf Grund der mittlerweile etwas undurchsichtigen Mobilfunk-Struktur in Deutschland mit Betreibern, Service-Providern und portierten Rufnummern auch für Verwirrung sorgen.

Kunden, die das heute Vormittag offiziell vorgestellte [1] Flatrate-Angebot Base [2] von E-Plus bis zum 31. Oktober buchen, können während der gesamten Vertragsdauer von mindestens einem Jahr für 25 Euro je Monat unbegrenzt mit allen weiteren Nutzern des Mobilfunknetzes von E-Plus [3] telefonieren -- auch wenn die offizielle Preisliste darin etwas unklar ist. E-Plus-Sprecherin Catrin Glücksmann bekräftigte im Gespräch mit heise online, dass die Flatrate für Anrufe bei den übrigen E-Plus-Kunden ebenso gelte wie für Anrufe bei den Nutzern ohne direkten E-Plus-Vertrag, die das E-Plus-Netz beispielsweise über Service-Provider oder Angebote wie "Schwarzfunk" nutzen.

Neben den Kunden der Zweitmarke Simyo [4] sind das Kunden der Serviceprovider oder auch die Nutzer der deutschen Variante des Schwarzfunks [5]. Zudem können Base-Kunden SMS innerhalb des deutschen E-Plus-Netzes kostenlos versenden. Spekulationen, dass E-Plus das Promotionsangebot über den 31. Oktober hinaus verlängert, wollte die Sprecherin nicht kommentieren.

Nicht angewandt wird die Base-Flatrate hingegen auf Anrufe zu portierten Rufnummern, also jenen, die ein früherer E-Plus-Kunde zu einem anderen Netzbetreiber übertragen hat. Diese könnten jedoch aufgrund einer Vorwahl wie "01 77" vom Anrufer spontan als E-Plus-Nummer gedeutet werden. In einer Telefonkonferenz mit E-Plus-Chef Uwe Bergheim und Journalisten schätzte dieser die Zahl der in Deutschland portierten Handynummern auf "wenige Hunderttausend". Eine automatische Information, ob die angerufene Nummer tatsächlich unter die Base-Flatrate fällt, ist Bergheim zufolge nicht vorgesehen, da der finanzielle Aufwand hierfür in keinem Verhältnis zur Anzahl der betroffenen Rufnummern stehen würde.

Mit 9,7 Millionen Kunden [6] per Ende März 2005 liegt E-Plus als zweitjüngster Mobilnetzbetreiber weit hinter den D-Netzen. So zählt allein Vodafone D2 mit rund 27,7 Millionen Kunden [7] zur Jahresmitte kaum weniger als Marktführer T-Mobile mit über 28 Millionen [8]. Der E-Plus-Chef setzt auf die Wechselbereitschaft der Handykunden, um den Abstand zu den Marktgrößen zu verringern -- und den Abstand zu O2 zu wahren, die zuletzt starke Kundenzuwächse auf nunmehr 8,4 Millionen [9] verbuchen konnten. Im Gegensatz zu Simyo können Base-Neukunden ihre gewohnte Rufnummer mitnehmen, dies gilt auch für die Rufnummernportierung von anderen Netzbetreibern. Auch eine Wunschrufnummer ist -- soweit verfügbar -- für eine Zuzahlung von 15 Euro erhältlich. Angebote wie Base sind nach Auffassung des E-Plus-Chefs der Beginn zunehmender Diversifizierung des Mobilfunkmarktes, zukünftig würden noch mehr Angebote entstehen, die speziell auf die Bedürfnisse eines bestimmten Kundensegments zugeschnitten seien. (ssu [10])


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[1] https://www.heise.de/news/E-Plus-gibt-Details-zur-Handy-Flatrate-Base-bekannt-118839.html
[2] http://www.base.de/
[3] http://www.eplus.de/
[4] http://www.simyo.de/
[5] http://www.uboot.com/schwarzfunk/de/
[6] https://www.heise.de/news/Verdraengungswettbewerb-drueckt-operatives-Ergebnis-von-E-Plus-159759.html
[7] https://www.heise.de/news/Vodafone-steigert-Kundenzahl-weltweit-auf-165-Millionen-Update-117768.html
[8] https://www.heise.de/news/T-Mobile-steigerte-Kundenzahl-angeblich-auf-28-Millionen-116582.html
[9] https://www.heise.de/news/O2-Germany-gewinnt-ueber-zwei-Millionen-Neukunden-116751.html
[10] mailto:ssu@ct.de