BMW stellt neuen X5 vor
Die dritte Generation des BMW X5 ähnelt dem erfolgreichen Vorgänger äußerlich stark. BMW hat viel Feinschliff betrieben und das Schwergewicht bis zu 90 Kilogramm leichter gemacht. Dazu gibt erstmals im X5 einen Diesel und die Option auf Hinterradantrieb
- rhi
München, 31. Mai 2013 – Als im Jahr 2000 die ersten BMW X5 auf deutschen Autobahnen auftauchten, mussten sich einigen Autofahrer doch umstellen. Konnten sie in halbwegs passabel motorisierten Mittelklassewagen solchen Brocken bis dahin notfalls einfach davonfahren, leisteten die neuen BMW plötzlich unerwartet viel Widerstand. Kein Wunder, denn mit dem anfangs häufig georderten 4,4-Liter-V8 aus dem BMW 540i war selbst der X5 ordentlich motorisiert. Inzwischen mussten wir uns an die rasenden Riesen gewöhnen. Die dritte Auflage des X5 wird also weit weniger auffallen als der Vorfahr. Das liegt freilich auch daran, dass BMW den erfolgreichen, seit 2006 gebauten Vorgänger als Vorlage nutzte. Optisch ähneln sich beide stark, technisch gibt es einigen Fortschritt im Detail.
Länger, leichter, flacher
Zu den auffälligsten Merkmalen des künftigen X5 zählt die im Stil der 3er-Reihe nun bis zur Niere gezogenen Scheinwerfer, ansonsten wurde die Karosserie relativ unauffällig gestrafft. Das macht Sinn, schließlich verkauft sich das aktuelle Modell auch sieben Jahre nach Marktstart noch ausgezeichnet. Hinsichtlich der Abmessungen gibt es nur minimale Änderungen: Der X5 wird zwei Zentimeter länger und misst nun 4,88 Meter, während die Höhe geringfügig auf 1,76 Meter sinkt. Besonders hervorgehoben wird seitens BMW die Gewichtsreduzierung um bis zu 90 Kilogramm, jedoch wiegt ein neuer X5 immer noch rund zwei Tonnen.
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Dezent erneuert: So sieht die dritte Generation des BMW X5 aus
Frei stehender Bildschirm
Im Innenraum wurde das Cockpit neu gestaltet, gegen Aufpreis thront auf der Mittelkonsole statt des serienmäßigen 6,5-Zoll-Farbmonitors ein 10,2-Zoll-Display. Beide stehen frei, was derzeit stark in Mode zu sein scheint – schön findet das nicht jeder. Wer das komplette Navigationspaket ordert, kann im Internet surfen, Musik streamen, SMS und Emails vorlesen lassen und diktieren. Für den Fond sind nun auch Komfortsitze erhältlich, bei denen Lehnenneigung (zehn Grad) und Längsposition (acht Zentimeter) verstellbar sind. Eine optionale dritte Sitzreihe bietet zwei einzeln im Ladeboden versenkbare Sitze für Personen bis 1,50 Meter Körpergröße. Die Lehne der zweiten Reihe kann ab Werk im Verhältnis 40:20:40 umgelegt werden. Zwischen 650 und 1870 Liter Gepäck passen in den Kofferraum, ein Zuwachs von bis 120 Liter gegenüber dem Vorgänger.
Ganz neu: Vierzylinder im X5
Beim Start im November 2013 stehen zunächst drei Motoren zur Wahl. Die Leistung des X5 xDrive30d steigt von 245 auf 258 PS, im xDrive50i gibt es ein Plus von 43 PS auf dann 450 PS. Unverändert bleibt der 381 PS starke X5 M50d. Einen Monat später folgen interessante Ergänzungen: Ein alter Bekannter ist der X5 xDrive35i mit 306 PS, auch der xDrive40d ist prinzipiell nicht neu, leistet aber mit 313 PS sieben Pferdestärken mehr als bislang.
Ein Highlight ist der erste Vierzylinder in einem X5: Hinter dem Kürzel 25d verbirgt sich ein Zweiliter-Diesel mit 218 PS – im schweren X5 wird er sicher nicht für Fahrleistungen sorgen, die einem den Atem rauben. Wer darauf verzichten kann, bekommt nicht nur erstmals im X5 die Option, auf Allrad zu verzichten, sondern auch einen potentiell sehr sparsamen Antrieb. Selbst wenn die 5,6 l/100 km im NEFZ mal wieder ziemlich optimistisch klingen, dürfte dieser Motor den X5 genügsamer machen als je zuvor.
Keine Auswahl gibt es beim Getriebe: Alle Motoren sind ab Werk an eine Achtgang-Automatik gekoppelt. Die hat im Dreier einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Dazu gesellt sich der so genannte „Fahrerlebnisschalter“. Im Eco-Pro-Modus ist zwischen 50 und 160 km/h das "Segeln" möglich, bei dem der Antriebsstrang abgekoppelt wird.
Was Ihr wollt
Wer seinen neuen X5 mit diversen Optionen verschönern will, hat in der 44-seitigen Preisliste dazu jede Menge mehr oder weniger teure Gelegenheiten. Allein mehrere tausend Euro wären für das komplette Programm an Assistenzsystemen nötig. Hierzu gehören unter anderem ein Müdigkeitswarner, eine aktive Geschwindigkeitsregelung zwischen 30 und 210 km/h samt Stop & Go-Funktion, die als Stauassistent bis 40 km/h aktiv ist. Hier wird nicht nur der Abstand automatisch gehalten, eine Lenkunterstützung hält das Fahrzeug in der Mitte der Spur. Weitere Helferlein sind die Auffahrwarnung mit Anbremsfunktion oder auch eine 360-Grad-Sicht auf das Auto beim Einparken. Adaptive LED-Scheinwerfer leuchten auf Wunsch die Straße aus, während die Fondinsassen auf zwei 9,2-Zoll-Bildschirme blicken können. Soll der X5 Wohnwagen oder Boote ziehen, ist der Griff zur Anhängerkupplung ratsam, die Anhängelast liegt je nach Motorisierung zwischen 2,7 und 3,5 Tonnen. Die passende Niveauregulierung für die Hinterachse gibt es unter anderem in Verbindung mit einer Luftfederung. Hier wird die Dämpfung an die Fahrbahnverhältnisse und die Fahrsituation angepasst.
Wer den kommenden BMW X5 erwerben will, sollte mindestens 52.100 Euro parat haben. Soviel kostet der X5 sDrive25d, mit Allrad werden 54.700 Euro fällig. Günstigster Benziner ist der xDrive 35i für 59.900 Euro, das sind immerhin 3900 Euro mehr als bislang. Allerdings gehören hier künftig eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Xenonlicht zum Serienumfang, was die Differenz auf 1900 Euro reduziert. Vorläufiges Spitzenmodell ist der 84.800 Euro teure X5 M50d, hier legt der Preis um 2100 Euro zu. (imp)