BMW 7er: Facelift bringt sparsamere Motoren

Gut vier Jahre nach seiner Vorstellung bekommt das Topmodell von BMW ein kleines Facelift. Die Optik wurde nur im Detail verändert, dafür gibt es bei der Ausstattung und den Motoren jede Menge Neuigkeiten

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München, 25. Mai 2012 – Gut vier Jahre nach seiner Vorstellung bekommt das Topmodell von BMW ein kleines Facelift. Die Optik wurde nur im Detail verändert, dafür gibt es bei der Ausstattung und den Motoren jede Menge Neuigkeiten.

Am ehesten kann man das Facelift an den neuen LED-Hauptscheinwerfer mit markentypischen Coronaringen und einer Akzentleiste erkennen. Auch die modifizierte Niere mit neun statt vormals zwölf Streben und die überarbeitete Frontschürze weisen auf das neue Modell hin. Seitlich zählt der im Außenspiegel integrierte Blinker zu den neuen Merkmalen. Das Heck profitiert von einem filigranen Chromband, das die beiden flachen Rückstrahler in der Heckschürze miteinander verbindet. Die äußerlichen Änderungen bleiben aber so dezent, dass man den Unterschied schon kennen muss, um neu und alt zu unterscheiden.

BMW 7er: Facelift bringt sparsamere Motoren (32 Bilder)

BMW hat den 7er überarbeitet.

Die Limousine soll noch etwas leiser sein als bisher. Die Vordersitze, serienmäßig mit Leder bezogen, wurden neu gestaltet. Neu st auch ein Soundsystem von Bang& Olufsen, dessen 16 Lautsprecher für guten Klang sorgen sollen. In der Mitte des Armaturenbretts sitzt ein Centerlautsprecher, der bei Bedarf ausfährt. Eine ähnliche Lösung gibt es schon seit geraumer Zeit im Audi A8, bei dem die Hochtöner ein- und ausfahren können.

Statt der klassischen Rundinstrumente wird im 7er erstmals auch ein 10,3 Zoll großes Display angeboten. Es ermöglicht, die Instrumente je nach Fahrmodus farblich und grafisch anders darzustellen und maßgeschneiderte Informationen anzubieten. Das Display in der Mitte der Instrumententafel arbeitet nun mit einer hochauflösenden 3D-Darstellung.

Bisher hatten die meisten 7er-Modelle eine Sechsgang-Automatik, nur der 760i, der 740d xDrive und der ActiveHybrid 7 besaßen ein Achtgang-Getriebe. Künftig haben alle 7er acht Gänge. Für einen verringerten Verbrauch soll unter anderem eine verbesserte Version des Fahrerlebnisschalters mit Eco-Pro-Modus und Segel-Funktion sorgen.

Bei den Benzinern stehen neben dem unveränderten Zwölfzylinder-Topmodell 760i der 740i mit neuem Sechszylinder-Reihenmotor und der 750i mit überarbeitetem V8-Benziner zur Wahl. Der 740i ist mit 320 PS nun minimal schwächer als der 326-PS-Vorgänger, verbraucht im NEFZ aber gleich 21 Prozent weniger, nämlich nur noch 7,9 l/100 km. Der 750i profitiert von einer verbesserten Direkteinspritzung und verringerten Ladungswechselverlusten, die im Wesentlichen auf das Konto des stufenlos variablen Ventilhubs (Valvetronic) auf der Einlassseite gehen. So hat der 750i nun 450 PS und ist im NEFZ mit 8,6 l/100 km angegeben.

Der 730d hat nun 258 statt bisher 245 PS und ist im NEFZ mit 5,6 l/100 km angegeben. Nach wie vor gibt es eine Blue-Performance-Variante, die die Euro-6-Norm einhält. Der 740d leistet nun 313 PS und verbraucht im NEFZ 5,7 l/100 km. Komplett neu ist der 750d xDrive: Unter der Haube arbeitet der Sechszylinder-Diesel mit drei Turboladern, der vor kurzem im M550d xDrive vorgestellt wurde. Der stärkste Reihensechszylinder-Diesel holt 381 PS aus 3 Litern Hubraum. Damit beschleunigt der 7er in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und soll im NEFZ mit 6,4 l/100 km auskommen. Der Motor unterschreitet bereits die Euro-6-Grenzwerte. Allradantrieb ist bei ihm serienmäßig, auf Wunsch können auch die Modelle 750i, 740d und 730d damit bestellt werden.

Statt eines Achtzylinders baut BMW im ActiveHybrid 7 nun den Sechszylinder aus dem neuen 740i ein. Die Systemleistung des Hybrids beträgt dadurch nur noch 354 statt wie bisher 465 PS. Dafür sinkt der Verbrauch im NEFZ deutlich von 9,4 auf nur noch 6,8 Liter. Außerdem kann der neue ActiveHybrid 7 auch rein elektrisch gefahren werden. Die Reichweite bleibt mit maximal vier Kilometern allerdings arg beschränkt.

Bei allen 7ern sollen ein verändertes Chassis-Setup mit neuen Gummilagern und anders abgestimmten Dämpfern sowie der Hinterachs-Luftfederung mit Niveauregulierung für mehr Fahrkomfort sorgen. Außerdem zählt nun eine elektromechanische Lenkung bei allen Modellen mit Hinterradantrieb zum Serienumfang.

Für mehr Sicherheit will der Hersteller mit der „BMW Night Vision + Dynamic Light Spot mit Personenerkennung“ sorgen. Neben einem Infrarotbild erhält dabei der Fahrer eine Warnung, wenn Fußgänger, Radfahrer und Tiere seinen Weg kreuzen. Zusätzlich werden die erkannten Personen mit einem Lichtspot angestrahlt. LED-Scheinwerfer gibt es nur gegen zusätzliches Geld, auf Wunsch auch mit einem Fernlichtassistenten, der das Licht dort wegnimmt, wo sich gerade der Gegenverkehr befindet. Auch ein Abstandstempomat mit Antikollisionssystem wird angeboten. Das System verknüpft Radar- und Videoinformationen und bremst zu Not bis zum Stillstand. Verbessert wurden die Müdigkeitserkennung und die Verkehrszeichenerkennung mit Anzeige der Höchstgeschwindigkeit. Letztere zeigt nun auch Überholverbote an. Der Kofferraum lässt sich nun berührungslos öffnen. Der neue 7er startet am 21. Juli 2012. Die Preise beginnen bei 74.900 Euro für den 730d. Das sind 500 Euro mehr als jetzt, was die meisten Kunden wohl eher nicht in finanzielle Verlegenheit bringen wird. (imp)