BMW 3er-Reihe: Das ist die sechste Generation

Der Dreier ist nach wie vor das wichtigste Modell der Marke BMW. Im vergangenen Jahr entfiel knapp ein Drittel aller verkauften BMW auf diese Reihe. Nun wurde die mittlerweile sechste Generation offiziell vorgestellt

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München, 14. Oktober 2011 – Der Dreier ist nach wie vor das wichtigste Modell der Marke BMW. Im vergangenen Jahr entfiel knapp ein Drittel aller verkauften BMW auf diese Reihe. Nun wurde die mittlerweile sechste Generation (Werkscode: F30) offiziell vorgestellt. Mit modernen, sparsamen Motoren, neuen Assistenten und einem frischen Design wollen die Bayern die Erfolgsgeschichte fortschreiben.

Die Optik des neuen Dreiers wurde nur vorsichtig verändert. Zu groß erschien dem Hersteller wohl die Gefahr, mit einem allzu modischen Design die Kunden zu verschrecken. So erinnert gerade die Seitenlinie und das Heck stark an den größeren 5er. Die Coronaringe um die Scheinwerfer, erstmals im Jahr 2000 im 5er eingesetzt, bekommt der neue Dreier nur, wenn sein Käufer Xenonlicht mitbestellt.

BMW 3er-Reihe: Das ist die sechste Generation (61 Bilder)

Der BMW 3er Jahrgang 2012 ist die mittlerweile sechste Generation des Mittelklasse-Bayern.

Der neue Dreier wuchs um 93 mm in der Länge, der Radstand wurde um 50 mm gestreckt. 15 mm kommen den Hinterbänklern zugute. Auch die Spur vorn (plus 37 mm) und hinten (plus 47 mm) wurde vergrößert. Der Kofferraum legt um 20 auf nun 480 Liter zu. Die Ladekante ist 66 cm hoch, ein Durchladesystem mit einer im Verhältnis 40:20:40 teilbaren Rückenlehne gibt es nur gegen Aufpreis. Wie beim aktuellen VW Passat lässt sich nun auch im Dreier die Kofferraumklappe mit einer gezielten Fußbewegung unter die Stoßstange öffnen.

Beim Cockpit ist künftig wieder alles auf den Fahrer orientiert. Die Abkehr davon hatte beim 2005 vorgestellten Vorgänger bei Fans der Marke für einigen Unmut gesorgt. Nun ist die Mittelkonsole um 7 Grad zum Fahrer hin angewinkelt. Vier Rundinstrumente informieren über Tempo, Drehzahl, Tankinhalt und Kühlwassertemperatur. Die Bedienung von Radio und – sofern mitbestellt – Navigationssystem, erfolgt über den nun serienmäßigen i-Drive-Knopf und einen oben auf dem Cockpit sitzenden Bildschirm. Erstmals wird gegen Aufpreis auch ein Head-up-Display angeboten. Insgesamt wirkt der Innenraum gerade in hellen Farben weniger streng als beim Vorgänger.

Wie bei der kleineren 1er-Reihe, die auf der IAA im September offiziell vorgestellt wurde, bietet BMW mit dem nächsten Dreier verschiedene Ausstattungslinien an, die dem Auto wahlweise eine besonders moderne, sportliche oder luxuriöse Ausrichtung geben sollen. Das M-Paket mit Spoilern wird erst ab Sommer 2012 angeboten.

BMW bietet für den neuen Dreier zahlreiche Assistenzsysteme an. Dazu zählen ein Parkassistent, der beim Manövrieren in Parklücken helfen soll. Eine aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop&Go-Funktion und die Spurwechsel- und Spurverlassenswarnung mit Auffahrwarner per Kameraüberwachung, werden erstmals im 3er angeboten. Außerdem sind die Real-Time Traffic Information (RTTI-Verkehrsinformationssystem) und Apps wie „BMW Connected“ zur Nutzung von sozialen Netzwerken verfügbar. Der angebotene erweiterte Notruf „BMW Assist“ mit automatischer Ortung soll bei einem Unfall die Rettungskräfte vor Eintreffen am Unfallort über die Art der Kollision informieren.

Im neuen Dreier arbeiten die aufgeladenen Vierzylinder, die mit der aktuellen Einser-Reihe vorgestellt wurden. Sie lösen nicht nur die durchzugsschwachen Vierzylinder-Motoren des Vorgängers ab, sondern auch die freisaugenden Sechsender. Künftig wird es im Dreier keine Saugmotoren mehr geben. Zunächst werden vier Maschinen angeboten: Jeweils zwei Benziner und zwei Dieselmotoren setzen auf Turboaufladung. Im 328i arbeitet ein Vierzylinder, der 245 PS bei 5000 U/min leistet und ein maximales Drehmoment von 350 Nm bietet, das zwischen 1250 und 4800 U/min anliegt. Damit beschleunigt er in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht bis zu 250 km/h. Den Verbrauch gibt BMW mit 6,4 l/100 km an, der CO2-Ausstoss soll bei 149 g/km liegen.

Im 335i arbeitet der schon aus dem Vorgänger bekannte Sechszylinder. Er leistet 306 PS und bietet ab 1200 U/min 400 Nm. Im NEFZ soll er im Schnitt mit 7,9l/100 km auskommen. Bis zur Vorstellung des nächsten M3 wird er das sportlichste Modell innerhalb der Dreier-Reihe sein.

Bei den Dieselmotoren bleibt es zunächst bei den aus dem Vorgänger bekannten Motoren. Zum Start im Februar bietet BMW zwei 320d an. Die schwächere Version mit der Bezeichnung Efficient Dynamics-Edition leistet 163 PS und soll mit nur 4,1 Litern Diesel 100 km weit kommen. Der Stärkere bietet 184 PS und ist im NEFZ mit 4,5 l/100 km angegeben. Ab Mitte 2012 will BMW als Extra das BluePerformance-Paket anbieten, womit dieser Motor dann die Euronorm 6 schafft. Später wird der 325d, bisher ein Sechszylinder, durch einen Vierzylinder ersetzt. Noch im Frühjahr 2012 folgen die beiden Diesel 318d (143 PS, 320 Nm) und 316d (116 PS, 260 Nm) und der Benziner 320i (184 PS, 270 Nm). Für den Herbst 2012 hat BMW zudem den ersten 3er mit Hybridantrieb angekündigt. Die 1,6-Liter-Benziner mit 136 oder 170 PS dürften ebenfalls im kommenden Jahr folgen, wenngleich BMW das im Moment so noch nicht bestätigt.

FĂĽr alle Motoren wird gegen Aufpreis eine Achtgang-Automatik angeboten, die nun auch mit dem Start-Stopp-System zusammenarbeitet. Das soll zusammen mit einem guten Luftwiderstandsbeiwert von 0,26, Bremsenergie-RĂĽckgewinnung, einer Schaltpunktanzeige und bedarfsgerecht gesteuerten Nebenaggregaten wie einem abkoppelbaren Klimakompressor helfen, den Verbrauch zu senken. Zudem wurde das Leergewicht um bis zu 40 Kilogramm gesenkt.

Ein „Fahrererlebnisschalter“ bietet die Einstellungen Comfort, Sport, Sport +, mit dem Eco Pro Modus. Damit ändern sich unter anderem die Kennlinie des Gaspedals und der Lenkung. Im Eco-Pro-Modus soll das Auto zudem besonders sparsam sein. Dafür wird im Gegenzug weniger Leistung bereitgestellt. Gegen Aufpreis bietet BMW nicht nur ein Sportfahrwerk, sondern auch eine M-Sport-Bremse an. Die soll, so BMW, noch besser verzögern.

Ein Schnäppchen war die Dreier-Reihe noch nie. Daran wird sich auch mit der sechsten Generation nichts ändern. Das vorläufige Basismodell, der 320d, kostet mindestens 35.350 Euro. Preiswertere Modelle werden zwar folgen, doch BMW wäre nicht BMW, wenn die Aufpreisliste nicht noch so manches enthalten würde, was die meisten Käufer gern hätten – und bei der weniger noblen Konkurrenz oft zum Serienumfang gehört. (imp)