BKA: Phishing-FĂ€lle haben weiter zugenommen
Insgesamt wurden vergangenes Jahr 6800 FÀlle von IdentitÀtsdiebstahls festgestellt. FÀlle der IuK-KriminalitÀt im engeren Sinne seien laut Lagebericht um rund 33 Prozent auf 50.254 FÀlle angestiegen.
Die im Jahre 2009 gemeldeten Phishing-FĂ€lle im Online-Banking sind im Jahr 2009 um 64 Prozent auf 2.923 gestiegen. Das gab das Bundeskriminalamt (BKA) auf der zusammen mit dem Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) heute veranstalteten Konferenz "Cybercrime â eine globale Gefahr?" bekannt. Die durchschnittliche Schadenssumme betrug 2009 dabei aber etwa nur noch 4.000 Euro pro Fall. Anfang 2009 nannte BKA-PrĂ€sident Jörg Ziercke noch Summen von 10.000 Euro pro Fall.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 6.800 FĂ€lle von IdentitĂ€tsdiebstahls festgestellt. Dazu zĂ€hlen neben der Ăbernahmen von Konten in sozialen Netzwerk auch das AusspĂ€hen von E-Mail-Kontodaten und Kreditkartendaten. Interessanterweise zĂ€hlten zu den 6.800 FĂ€llen auch 3.207 FĂ€lle, bei denen BetrĂŒger Zugangsdaten zu Telekommunikationsdiensten ausspĂ€hten und anschlieĂend missbrĂ€uchlich benutzen.
Zu gestohlenen oder missbrauchten Kreditkarten hat das BKA keine konkreten Zahlen veröffentlicht, allerdings nennt es explizit Daten fĂŒr sogenanntes "Carding". Dabei habe man 53 FĂ€lle registriert, in denen der Besitzer gestohlender Kreditkartendaten im Auftrag anderer BetrĂŒger Waren im Internet einkaufte und an diese zum Weiterverkauf verschickte. Von dem Verlaufserlös erhielt der "Carder" dann einen Anteil. Das BKA geht aber in allen Bereich von sehr hohen Dunkelziffern aus. Diese seien darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass etwa das AusspĂ€hen der Daten auf dem PC vom GeschĂ€digten gar nicht erkannt werde und dass oftmals Unternehmen eine Straftat nicht anzeigen, weil man eine RufschĂ€digung befĂŒrchte.
Insgesamt sei das GefĂ€hrdungs- und Schadenspotenzial der IuK-KriminalitĂ€t unverĂ€ndert hoch; die FĂ€lle der IuK-KriminalitĂ€t im engeren Sinne seien um rund 33 Prozent auf 50.254 FĂ€lle angestiegen. Dabei sind die FĂ€lle des Computerbetruges mit einem Anteil von 46 Prozent (22.963 FĂ€lle) wie in den Jahren zuvor die mit Abstand gröĂte Straftatengruppe. Hinter den Angriffen stehen laut BKA hĂ€ufig kriminelle Netzwerke und Organisationen. Diese arbeiten mit Hackern und Virenautoren ĂŒber Staatengrenzen hinweg zusammen. Die IuK-KriminalitĂ€t sei durch eine besondere Dynamik gekennzeichnet, da sich die TĂ€ter verĂ€nderten technischen Gegebenheiten sehr schnell anpassen wĂŒrden und enorme InnovationsfĂ€higkeiten zeigten.
Siehe dazu auch:
- BKA registriert zunehmende Internet-KriminalitÀt [1]
- BKA: iTAN-Verfahren keine HĂŒrde mehr fĂŒr Kriminelle [2]
- BKA-Chef warnt vor steigender ComputerkriminalitÀt [3]
(dab [4])
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[2] https://www.heise.de/news/BKA-iTAN-Verfahren-keine-Huerde-mehr-fuer-Kriminelle-219497.html
[3] https://www.heise.de/news/BKA-Chef-warnt-vor-steigender-Computerkriminalitaet-210037.html
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