Autonomes Fahren: Waymo verklagt Uber
(Bild: Google)
Waymo will die Entwicklung selbstfahrender Autos beim Fahrdienst-Vermittler Uber vor Gericht stoppen lassen. Die Entwicklerfirma hinter den bekannten Google-Autos wirft Uber in einer Klage vor, bei ihr gestohlene Technologie zu nutzen
Waymo will die Entwicklung selbstfahrender Autos beim Fahrdienst-Vermittler Uber vor Gericht stoppen lassen. Die Entwicklerfirma hinter den bekannten Google-Autos wirft Uber in einer Klage vor, bei ihr gestohlene Technologie zu nutzen. Waymo beantragte am Freitag (10. MĂ€rz 2017) zusĂ€tzlich, Uber die Nutzung ihrer Technologien per einstweiliger VerfĂŒgung zu verbieten, und verschĂ€rfte damit die Gangart in dem Streit.
(Bild:Â Google)
Der heutige Chef fĂŒr die Entwicklung autonomer Autos bei Uber, Anthony Levandowski, war frĂŒher eine der zentralen Figuren bei der Entwicklung der selbstfahrenden Google-Autos. Waymo erklĂ€rte in der vor gut zwei Wochen eingereichten Klage, Levandowski habe vor seinem Abgang bei Google Ende 2015 rund 14.000 Dokumente heruntergeladen. Dabei gehe es unter anderem um die Konstruktion von Laser-Radaren, die die Umgebung der Wagen abtasten und damit ein SchlĂŒsselelement sind. Levandowski grĂŒndete 2016 das Start-up Otto, das sich auf selbstfahrende Lastwagen fokussierte. Es wurde wenige Monate spĂ€ter fĂŒr 680 Millionen Dollar von Uber gekauft. Der Fahrdienst-Vermittler weist die VorwĂŒrfe von Waymo zurĂŒck. Es sei lediglich ein Versuch, einen Rivalen zu bremsen.
Waymo fĂŒgte zu der Klage nun ein viertes Patent hinzu, das Uber verletze. AuĂerdem ergĂ€nzt wurde die Aussage von Levandowskis langjĂ€hrigem Vertrauten Pierre-Yves Droz. Nach seinen Angaben sprach Levandowski bereits im Sommer 2015 erstmals mit Uber und habe danach erzĂ€hlt, dass der Fahrdienst-Vermittler an der Laser-Radar-Technologie interessiert sei. ZusĂ€tzlich lĂ€sst Waymo auch einen Computer-Forensiker mit der Analyse von Levandowskis Notebook zu Wort kommen.
Bei Google wurde seit 2009 an selbstfahrenden Autos gearbeitet, im neuen Mutterkonzern Alphabet wurde die Entwicklung in die eigenstĂ€ndige Firma Waymo ausgelagert. Der Internet-Konzern setzte dabei frĂŒh auf die damals noch extrem teuren Laser-Radare, die man als die rotierenden AufsĂ€tze auf dem Wagen-Dach kennt. Im vergangenen Jahr erklĂ€rte Waymo, man habe den Preis der Systeme durch Entwicklung eigener Bauteile drastisch gesenkt. Bei Waymo sei man durch eine möglicherweise versehentlich verschickte âunerwartete E-Mailâ von einem Zulieferer darauf aufmerksam geworden, dass die Schaltkreise von Ubers Laser-Radar-System den eigenen sehr Ă€hnlich seien, heiĂt es in der Klage.
In dem Streit geht es um sehr viel Geld. Allgemein wird erwartet, dass autonomes Fahren eines der groĂen Themen der nĂ€heren Zukunft ist. Es dĂŒrfte kaum einen groĂen Autohersteller geben, der in diesem Bereich derzeit nicht forscht. Ein Vorsprung gegenĂŒber der Konkurrenz beispielsweise beim Serieneinsatz von Laserscannern [1] könnte also Milliarden Dollar wert sein. (mfz [2])
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