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Australische Musikindustrie geht gegen KaZaa vor

Amke Block

Zur Beweissicherung wurden sowohl GeschÀfts- wie PrivatrÀume durchsucht.

Die australische MIPI (Music Industrys Piracy Investigations), ein Zweig des australischen Phonoverbands ARIA [1] (Australian Recording Industry Association), reichte Klage wegen Urheberrechtsverletzung gegen KaZaAs in Sydney ansĂ€ssige Mutterfirma "Sharman Networks" ein. Vor Gericht erwirkten die KlĂ€ger einen Beschluss zur sofortigen Beweismittelsicherung vor Ort. Auf Basis der so genannten "Anton Pillar Order" wurde mit der Beweisaufnahme in 12 Liegenschaften begonnen. Betroffen sind sowohl die BĂŒros von Sharman Networks und Brilliant Digital Entertainment (BDE), als auch Privatwohnungen von Mitarbeitern, insbesondere des Sharman CEOs Nikki Hemming, Shermans Technologie-Direktor und BDEs CEO und PrĂ€sident Kevin Burmeister. Ebenfalls durchsucht wurden RĂ€ume einiger Telekommunikationsunternehmen, darunter Akamai Technologies AAP, NTT Australia und Telstra Corporation.

BDE und Sharman verbindet eine lange GeschĂ€ftsbeziehung, BDEs spĂ€ter gegrĂŒndeter Ableger "Altnet" hostet gegen Bezahlung Content im KaZaA-Network. Der Aktion gingen nach Angaben der MIPI sechs Monate Recherchen seitens der Behörden voraus. "Dies ist der grĂ¶ĂŸte Fall von Urheberrechtsverletzung in Australien," so Michael Speck, Chef-Fahnder der MIPI. "Diese Leute sind die grĂ¶ĂŸten Urheberrechtsbrecher in der ganzen Welt. Ihr Unternehmen handelt global und basiert fast komplett auf illegalem Traffic."

Bisher war der juristische Kampf der Musikindustrie gegen Kazaa nicht von Erfolg gekrönt. Ein niederlĂ€ndisches Gericht hatte erst kĂŒrzlich im Streit der niederlĂ€ndischen Verwertungsgesellschaft Buma/Stemra und Kazaa in letzter Instanz festgestellt, dass Kazaa fĂŒr das Kundenverhalten nicht verantwortlich seine P2P-Software weiter vertreiben könne. Weiterhin sind derzeit noch Berufungsklagen der Industrie gegen Grokster und StreamCast Networks anhĂ€ngig. Sharman selber verklagt derzeit die Musikindustrie [2] in den USA wegen angeblicher Wettbewerbsverletzungen. (Amke Block / momag.net [3]) / (sha [4])


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https://www.heise.de/-93061

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.aria.com.au/
[2] https://www.heise.de/news/Kazaa-Betreiber-schiessen-zurueck-73649.html
[3] http://www.momag.net
[4] mailto:sha@ct.de