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Audi Q5 bekommt nach vier Jahren ein kleines Facelift

Matthias Nauman

Vielen gilt der Q5 als eines der schönsten Audi-Modelle überhaupt. Nach vier Jahren erhält das Mittelklasse-SUV jetzt ein Facelift. Das Resultat sind dezente Retusche, sparsamere Motoren und mehr

Ingolstadt, 25. April 2012 – Vor ziemlich genau vier Jahren stellte Audi den Q5 vor. Das SUV hat sich in einem stark umworbenen Markt gut geschlagen, doch im ersten Quartal 2012 brachen die Verkaufszahlen [1] um mehr als 20 Prozent ein. Ein Grund dafür dürfte der jüngere und billigere Konkurrent im eigenen Haus sein, denn der Audi Q3 [2] ist gut gestartet. Mit einem kleinen Facelift will Audi nun dem Q5 zu neuem Glanz verhelfen.

Um das Faceliftmodell von seinem Vorgänger zu unterscheiden, muss man allerdings schon genau hinsehen. Von vorne ist der Facelift-Q5 an modifizierten Scheinwerfern zu erkennen. Deren Innenleben wurde neu strukturiert, in der aufpreispflichtigen Xenon-Ausführung wird das LED-Tagfahrlicht statt durch Punkte von einer umlaufenden Spange gebildet. Der Kühlergrill erhält nun – wie von den mittlerweile meisten Audis bekannt – oben angeschrägte Ecken. Der modifizierte Stoßfänger integriert Lufteinlässe mit glänzend schwarzen Einsätzen und Nebelscheinwerfer mit Chromringen.

Audi Q5 bekommt nach vier Jahren ein kleines Facelift (0 Bilder) [3]

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In Verbindung mit Xenonscheinwerfern sind auch die Heckleuchten in LED-Technik ausgeführt. Auch hier gibt es eine neue Unterteilung, der weiße Teil für das Rückwärtslicht verschwindet künftig. Der Diffusor-Einsatz und die Endrohre sind ebenfalls neu gezeichnet. Optional stehen für den Q5 ein sportliches S-line-Exterieurpaket und ein Offroadpaket mit zusätzlichen Schutzleisten aus Kunststoff zur Verfügung. Alles in allem müssen sich Besitzer des bisherigen Modells [5] nicht grämen, denn die marginalen Unterschiede zwischen alt und neu fallen nur im direkten Vergleich auf.

Der Innenraum wird durch zusätzliche Chromspangen an den Bedienelementen aufgewertet. Leicht verändert wurden Lenkrad, Lenkstockhebel, Zündschlüssel und Instrumente. Die schmalen Blenden auf der Mittelkonsole sind nun in glänzendem Schwarz gehalten.

Das Bedienkonzept wurde ebenfalls überarbeitet. Wie bereits beim gelifteten A4 und A5 kommt das MMI Navigationsystem plus jetzt mit vier statt bisher acht festen Tasten aus. Weitere Änderungen betreffen die Bedienung von Sitzheizung, Klimaanlage, Fahrdynamiksystem „Audi drive select“ und Multifunktionslenkrad.

Die Motoren des Q5 sollen ab sofort um bis zu 15 Prozent sparsamer sein. Drei Diesel und zwei Benziner stehen zur Wahl – alle Motoren sind Direkteinspritzer mit Aufladung, die an ein Start-Stopp-System gekoppelt sind. Sparsamster Antrieb ist der 2.0 TDI mit 143 PS und 320 Nm Drehmoment. Als Handschalter mit Frontantrieb soll er im NEFZ nur 5,3 l/100 km verbrauchen, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 139 Gramm je Kilometer. Bisher genehmigte sich diese Variante im Schnitt 0,4 Liter Diesel mehr.

In der stärkeren Variante leistet der 2.0 TDI nun 177 PS, das maximale Drehmoment liegt hier bei 380 Nm. Stärkster Diesel ist der 3.0 TDI mit jetzt 245 PS und 580 Nm Drehmoment, bisher waren es 240 PS und 500 Nm.

Bei den Benzinern hat ein neuer Zweiliter-Vierzylinder Premiere – mit 225 PS, 380 Nm und einem Normverbrauch von 7,6 Liter. Er löst den bisherigen 2.0 TFSI ab, der wahlweise mit 180 oder 211 PS zu haben war und aktuell noch in zahlreichen anderen Modellen des Volkswagen-Konzerns eingesetzt wird. Stärkste Variante im Q5-Portfolio ist der 3.0 TFSI, ein Dreiliter-V6 mit Kompressor-Aufladung, 272 PS und 400 Nm. Damit soll der Q5 in 5,9 Sekunden von null auf Tempo 100 beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 234 km/h. Zusätzlich hat Audi weiterhin den Q5 hybrid quattro [6] im Programm.

Alle Vierzylinder-Varianten sind serienmäßig an ein Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt. Für den neuen Vierzylinder steht alternativ eine Achtstufen-Automatik zur Verfügung, beim 3.0 TFSI ist sie Standard. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S tronic bleibt dem 3.0 TDI und dem 2.0 TDI mit 177 PS vorbehalten.

Bis auf den Basisdiesel verfügen alle Q5 über den permanenten Allradantrieb quattro. Im Normalfall schickt das Mittendifferenzial die Kräfte im Verhältnis 60 zu 40 auf Hinter- und Vorderachse, bei Bedarf kann es sie zügig umverteilen. Das Fahrwerk soll durch eine neue Abstimmung von Federn, Dämpfern und der Stabilisatoren komfortabler als bislang sein. Die Servolenkung arbeitet nun elektromechanisch.

Für mehr Sicherheit sollen einige Assistenzsysteme sorgen. Serienmäßig gibt es das Fahrerinformationssystem mit Pausenempfehlung, gegen Zuzahlung unter anderem Abstandstempomat, einen aktiven Spurhalteassistenten sowie einen Totwinkelwarner. Als Extra ist unter anderem ein Internetzugang mit WLAN-Hotspot, Zugriff auf Online-Dienste und Verkehrsinformationen in Echtzeit sowie der Navigation mit Google Earth oder Google Street View erhältlich. Auf den Markt kommt der überarbeitete Q5 im Spätsommer 2012. Die Preise sollen sich im Vergleich zum noch aktuellen Modell nur geringfügig erhöhen. Momentan startet der Q5 bei 34.850 Euro. (imp)


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[1] https://www.heise.de/news/Neuzulassungen-im-Maerz-2012-Hoch-im-Kurs-1519600.html
[2] https://www.heise.de/news/Ausfahrt-im-neuen-Audi-Q3-1269744.html
[3] https://www.heise.de/bilderstrecke/4732664.html?back=1558496;back=1558496
[4] https://www.heise.de/bilderstrecke/4732664.html?back=1558496;back=1558496
[5] https://www.heise.de/news/Vergleich-Audi-Q5-und-BMW-X3-gegen-VW-Tiguan-1392157.html
[6] https://www.heise.de/news/Audi-Q5-Hybrid-quattro-im-Fahrbericht-1257409.html