Auch Fotoindustrie durch Erdbeben in Japan betroffen 15 Kommentare
Die Folgen des schweren Erdbebens in Japan und des daraus resultierenden Tsunamis sind noch immer kaum abzusehen. Die SchĂ€den fĂŒhren auch bei vielen Kameraherstellern zu ProduktionsausfĂ€llen und LieferengpĂ€ssen.
Die Folgen des schweren Erdbebens in Japan [1] und des daraus resultierenden Tsunamis mit mittlerweile 24.000 Toten und Vermissten sind von einem solchen AusmaĂ, dass derzeit niemand in der Lage ist, die kurz- und langfristigen Auswirkungen auf das Leben der Menschen in Japan sowie den allgemeinen GeschĂ€ftsbetrieb abzusehen.
Das fĂŒhrt auch bei Kameraherstellern zu ProduktionsausfĂ€llen und LieferengpĂ€ssen. Mitarbeiter von Pentax [2] Imaging Systems haben das UnglĂŒck bis auf wenige leichte Verletzungen gut ĂŒberstanden, meldet der Konzern. Auch der Hauptsitz von Pentax in Tokio wurde nur im geringen Umfang beschĂ€digt. FĂŒr den schnellen Wiederaufbau der betroffenen Region hat die Pentax-Mutter Hoya Corporation medizinische AusrĂŒstung sowie eine Spende ĂŒber 100 Millionen Yen (etwa 872.000 Euro) bereitgestellt.
Der Elektronik-Riese Canon [3] hat 300 Millionen Yen gespendet, obwohl er selbst schwer betroffen ist. Die gröĂten SchĂ€den und 15 Verletzte gab es in den Werken in Utsunomiya auf der besonders heftig erschĂŒtterten nördlichen HĂ€lfte der Hauptinsel HonshĆ«, wo auch optische GerĂ€te hergestellt und entworfen werden. Auch in der noch von der Kernkraftwerks-Havarie betroffenen Fukushima-Dependance, die Drucker und Tintenpratronen herstellt, vermeldet das Unternehmen SchĂ€den. Die Canon-Werke im westlichen Teil der Insel sollen je nach Umfang der SchĂ€den wieder schrittweise in Betrieb gehen oder sind bereits wieder aktiv.
Auch Sony [4] betreibt in der PrĂ€fektur Fukushima zwei beschĂ€digte Werke, daneben eines fĂŒr die wichtige SMD-PlatinenbestĂŒckung im benachbarten Saitama. 30.000 Radios und 300 Millionen Yen will Sony fĂŒr die Erdbebenopfer bereitstellen.
Nikon [5] vermeldet neben erheblichen SchĂ€den und einigen leicht verletzten Mitarbeitern leider auch einen tötlich verunglĂŒckten Angestellten; auĂerdem ist das Schicksal von drei weiteren vermissten Personen unklar. Hier war vor allem das Werk im nordöstlichen Sendai betroffen, das Spiegelreflexkameras herstellt. Erschwerend kommt die EinschrĂ€nkung der Stromversorgung durch die Tokyo Electric Power Company hinzu, die ganze Gebiete und groĂe Unternehmen im Rotationsverfahren vom Stromnetz trennt. Nikon erwartet, dass die Werke in Sendai und Miyagi Ende MĂ€rz wieder anlaufen können. Weniger betroffene Standorte wie der in Tochigi sind bereits am 18. MĂ€rz wieder in Betrieb gegangen.
Der im Tokioter Stadteil Shinjuku beheimatete Hersteller Olympus [6] meldet dagegen keine gröĂeren BeeintrĂ€chtigungen und will neben Geld (100 Millionen Yen) medizinische GerĂ€te sowie technische AusrĂŒstung wie Videoskope und GerĂ€te zur non-destruktiven MaterialprĂŒfung spenden.
Panasonic [7] hat wie Canon und Sony 300 Millionen Yen bereitgestellt, zusÀtzlich 10.000 Radios, 4000 LED-Leuchten mit Solar-Ladefunktion und 10.000 Taschenlampen nebst einer halben Million Batterien. Bei Panasonic ist vor allem die AVC Networks Company mit ProduktionsstÀtten in Sendai und Fukushima betroffen, die Digitalkameras fertigt. Beide Werke haben den Betrieb vorlÀufig eingestellt.
Da auch etliche Zulieferer vom Erdbeben betroffen sind â Japan zĂ€hlt 130 Halbleiterwerke an 53 Standorten â werden in naher Zukunft womöglich weitere EngpĂ€sse auftauchen. Schon jetzt berichten Analysten von Panik-AufkĂ€ufen und erheblichen Preissteigerungen am Halbleitermarkt, vor allem bei DRAM- und Flash-Speichern. (cm [8])
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[2] http://www.pentax.com
[3] http://www.canon.com
[4] http://www.sony.com
[5] http://www.nikon.co.jp
[6] http://www.olympus.co.jp/jp/
[7] http://www.panasonic.com
[8] mailto:cm@ct.de
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