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Ariane 5-Plus nach Start gesprengt

Urs Mansmann

Drei Minuten nach dem Start wich die neue europÀische TrÀgerrakete Ariane 5-Plus vom Kurs ab und wurde vom Kontrollzentrum in Kourou gesprengt.

Der Start der neuen europĂ€ischen TrĂ€gerrakete Ariane 5-Plus [1], die rund zehn Tonnen Nutzlast transportieren kann, ist in der vergangenen Nacht gescheitert: Rund drei Minuten nach dem Start versagte nach unbestĂ€tigten Meldungen die Treibstoffzufuhr fĂŒr den Raketenmotor. Die Verantwortlichen im Kontrollzentrum in Kourou im sĂŒdamerikanischen Französisch-Guayana sprengten daraufhin die Rakete in einer Höhe von 120 Kilometern. Bereits der erste geplante Start der Ariane 5-Plus am 28. November war wegen technischer Probleme in letzter Sekunde abgebrochen worden.

An Bord der Rakete befanden sich zwei Kommunikationssatelliten: Der HotBird 7 von Eutelsat [2] sowie der Experimentalsatellit Stentor der französischen Raumfahrtorganisation CNES [3]. Beide Satelliten wurden bei dem Fehlschlag der Mission zerstört. Die Höhe des Sachschadens ist derzeit noch nicht bekannt.

Die Liste der FehlschlĂ€ge bei der EuropĂ€ischen Raumfahrtagentur ESA ist lang; vor der Ariane 5-Plus gingen bereits sieben Raketen beim Start verloren. Der Jungfernflug der VorgĂ€nger-Version Ariane 5 endete im Juni 1996 ebenfalls mit der Sprengung der Rakete. Ursache damals war ein Softwarefehler, der zu einem Versagen der Raketensteuerung fĂŒhrte (die ESA hat eine Untersuchungsbericht dazu auch online veröffentlicht [4]).

FĂŒr die europĂ€ische Raumfahrt ist der Fehlstart ein herber RĂŒckschlag. Durch Fehlersuche und -behebung dĂŒrfte der Termin des nĂ€chsten geplanten Starts einer Ariane 5-Plus im April 2003 zumindest fraglich sein. Aber auch bei der Konkurrenz klappt nicht alles fehlerfrei: Erst vor kurzem war der Kommunikationssatellit Astra 1K beim Start zu frĂŒh [5] von der russischen Proton-TrĂ€gerrakete getrennt worden und konnte anschließend nicht mehr gerettet [6] werden. (uma [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-71739

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.esa.int/launchers/T2/new_T2_3.html
[2] http://www.eutelsat.com/home/index.html
[3] http://www.cnes.fr
[4] http://www.esa.int/export/esaLA/Pr_33_1996_p_EN.html
[5] https://www.heise.de/news/Start-des-Kommunikationssatelliten-Astra-1K-fehlgeschlagen-70985.html
[6] https://www.heise.de/news/Kommunikationssatellit-Astra-1K-im-Pazifik-versenkt-71617.html
[7] mailto:uma@ct.de