Apples geplanter TV-Dienst: "Abgespecktes" Programmpaket als Streitpunkt
(Bild: dpa, Axel Heimken)
Inhalteanbieter haben sich einem Bericht zufolge gegen Apples Konzept eines auf wenige Kanäle reduzierten TV-Angebotes zur Wehr gesetzt. Um Geld allein sei es nicht gegangen.
Apple hat die Pläne für einen hauseigenen TV-Dienst aufgeschoben, weil sich die TV-Networks an dem Konzept eines "abgespeckten" Programm-Bundles gestört haben [1]. Dies berichtet Re/Code. Apple habe nur wenige wichtige Kanäle in einem Bundle zum Monatspreis von rund 30 Dollar anbieten wollen. Inhalteanbieter befürchten demnach, dass dieser Ansatz das US-TV-Geschäft auf den Kopf stellt, dessen bisherige Pay-TV-Programmpakete im Durchschnitt gut 100 Kanäle umfassen – für einen deutlich höheren Monatspreis.
Die Medienkonzerne sind im Unterschied zu Apple daran interessiert, stets alle eigenen Kanäle unterbringen, erklärt Re/Code, dies wäre beispielsweise im Fall von NBCUniversal nicht nur NBC allein, sondern eben auch Bravo, USA, SyFy und weitere Angebote des Unternehmens. Zwar habe sich Apples iTunes- und Content-Chef Eddy Cue bereit gezeigt, bestimmte Programminhalte gegen Aufpreis zusätzlich zum Basispaket anzubieten – etwa Sportübertragungen –, das Grund-Bundle solle jedoch nur rund ein Dutzend der größten Kanäle umfassen.
Apple hat den eigenen TV-Streaming-Dienst inzwischen offenbar auf Eis gelegt [2], zumindest vorerst. Dem Bericht zufolge ruhen die Verhandlungen mit TV-Networks schon seit längerem. Derzeit spielen Apps von einzelnen Inhalteanbietern die Hauptrolle auf dem neuen Apple TV. Zuvor hieß es, die Verhandlungen zwischen dem iPhone-Hersteller und den US-Sendern sei auch gescheitert, weil diese mehr Geld für ihre Inhalte veranschlagt haben. (lbe [3])
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[1] http://recode.net/2015/12/09/why-apple-walked-away-from-tv-for-now/
[2] https://www.heise.de/news/Apple-legt-TV-Streaming-Dienst-angeblich-auf-Eis-3037386.html
[3] mailto:lbe@heise.de
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