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#AppleToo: Mitinitiatorin verlÀsst Apple nach Settlement

Leo Becker

(Bild: THINK A/Shutterstock.com)

Apples interne Protestbewegung wird kleiner. Nach dem Rauswurf zweier Mitarbeiterinnen verlÀsst nun eine weitere freiwillig den Konzern.

Eine maßgebliche Mitinitiatorin von #AppleToo hört bei Apple auf: Die Entwicklerin Cher Scarlett verlĂ€sst das Unternehmen am Freitag, nachdem offenbar eine Einigung mit Apple erzielt wurde. Die "Angelegenheit wurde vertraulich beigelegt", erlĂ€uterte Scarletts Anwalt gegenĂŒber der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, ohne Details des Settlements zu nennen. Im Gegenzug zog die Entwicklerin ihre Beschwerde bei der US-Arbeitnehmerschutzbehörde National Labor Relations Board (NLRB) zurĂŒck.

Scarlett hatte mehrfach versucht, interne Umfragen zu Lohngerechtigkeit durchzufĂŒhren, dies wurde von Apples Personalabteilung aber unterbunden [1], unter anderem mit Verweis auf Datenschutz. Sie zĂ€hlt zu den Mitinitiatorinnen der #AppleToo-Bewegung [2], die sich gegen die allumfassende Geheimhaltungskultur bei Apple wendete und Diskriminierung und BelĂ€stigungen offenlegen wollte. Apples Management sei aktiv mit Zwangsmaßnahmen gegen die Organisierung unter Mitarbeitern vorgegangen, hieß es in der nun zurĂŒckgezogenen NLRB-Beschwerde der Entwicklerin.

Zwei andere Mitarbeiterinnen, die öffentlich ĂŒber interne MissstĂ€nde bei Apple berichtet hatten, wurden von dem Unternehmen inzwischen entlassen, wie Bloomberg anmerkt [3]. Sie haben ebenfalls Beschwerden bei der Arbeitnehmerschutzbehörde eingereicht [4], die weiterhin laufen. Apple hatte als Grund fĂŒr die RauswĂŒrfe auf eine Preisgabe interner Informationen verwiesen.

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Nachdem Apple-Mitarbeiter sich im Sommer erstmals öffentlich etwa ĂŒber BelĂ€stigung am Arbeitsplatz und die Verschwiegenheitskultur des Konzerns, warnte Apple-Chef Tim Cook Mitarbeiter im September in einem internen Memo, man werde schĂ€rfer gegen Informationslecks vorgehen und Leaker unter den Mitarbeitern identifizieren [6]. Wer Informationen weitergibt, habe bei Apple nichts verloren. Zuvor waren detaillierte Angaben zu einer internen firmenweiten Veranstaltung nach außen gedrungen. Cook zeigte sich in dem Schreiben zudem verĂ€rgert, dass viele Details des iPhone 13 schon vorab bekannt waren.

(lbe [7])


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https://www.heise.de/-6272750

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Apple-Interne-Umfragen-zu-Gehaltsunterschieden-offenbar-unerwuenscht-6163121.html
[2] https://www.heise.de/news/AppleToo-Mitarbeiter-wollen-Sexismus-und-Rassismus-am-Arbeitsplatz-offenlegen-6173369.html
[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-11-17/apple-worker-who-led-protest-movement-leaving-after-settlement
[4] https://www.heise.de/news/Apple-Mitarbeiter-wenden-sich-mit-Beschwerden-an-US-Arbeitnehmerschutzbehoerde-6182180.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
[6] https://www.heise.de/news/Nach-Beschwerden-ueber-Missstaende-Apple-Chef-warnt-Leaker-6199154.html
[7] mailto:lbe@heise.de