Apple vs. Samsung: Kein neuer Prozess, kein Verkaufsverbot gegen Samsung
Samsung scheitert mit seinem Versuch, den Prozess gegen Apple wegen Befangenheit der Jury neu aufzulegen. Apple wiederum bekommt kein dauerhaftes Verkaufsverbot fĂŒr Samsung-GerĂ€te zugesprochen.
Mit zwei AntrÀgen nach der Geschworenenentscheidung, die Apple wegen verletzter Patente und Geschmacksmuster eine Milliarde US-Dollar zusprach [1], sind Apple und Samsung gescheitert. Samsung wollte eine Neuauflage des Prozesses erreichen, da seiner Meinung nach der Jury-Vorsitzende befangen gewesen sei. Apple hatte dies bestritten, und Richterin Lucy Koh verweigerte [2] nun einen erneuten Prozess vor dem Bundesbezirksgericht.
Sie schloss sich in ihrer Entscheidung [3] Apples Argumentation an, dass Samsung seine EinwĂ€nde [4] gegen den Jury-Chef erst nach Ende des Prozesses erhoben und sie nicht wĂ€hrend der Auswahl der Geschworenen geĂ€uĂert habe. Dadurch habe der sĂŒdkoreanische Konzern eine vernĂŒnftige Sorgfalt (reasonable diligence) vermissen lassen, die in solchen FĂ€llen von AnwĂ€lten und KlĂ€gern zu erwarten sei.
Apples Freude ĂŒber diesen Beschluss dĂŒrfte aber durch Kohs zweite Entscheidung [5] getrĂŒbt werden. Darin lehnt sie ein dauerhaftes Verkaufsverbot [6] gegen die Samsung-GerĂ€te ab, durch die die Geschworenen Patente und Geschmacksmuster von Apple verletzt sahen. Bislang hatte es nur vorlĂ€ufige Verkaufsverbote gegeben, die nun aber hinfĂ€llig sein dĂŒrften.
Zwar sehe das US-Patentrecht ein dauerhaftes Verbot als Mittel gegen Patentverletzungen vor, Apple sei es jedoch nicht gelungen, einen Zusammenhang zwischen seinen Schutzrechten und seinen Einnahmeverlusten zu belegen. Damit ein Verkaufsverbot gerechtfertigt sei, mĂŒsste Apple diese Verluste erlitten haben, weil Samsung seine Patente verletzt hatte, meint die Richterin. Die jeweiligen Erfindungen stĂŒnden nicht im Mittelpunkt der betroffenen GerĂ€te. Sie enthielten vielmehr zahlreiche Funktionen, von denen Apples Patente nur einen kleinen Teil schĂŒtzten. Ein Verkaufsverbot sei deshalb unangemessen.
Beide Entscheidungen dĂŒrften den Streit zwischen Apple und Samsung nicht beenden. Beide Unternehmen werden sich voraussichtlich vor der nĂ€chsten Instanz erneut wegen dieser Patente und Geschmacksmuster treffen. (ck [7])
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[1] https://www.heise.de/news/Apple-vs-Samsung-Vorlaeufiger-Hoehepunkt-eines-langen-Streits-1675032.html
[2] http://news.cnet.com/8301-13579_3-57559707-37/samsung-loses-bid-for-new-trial-after-apples-%241b-verdict/
[3] http://de.scribd.com/doc/117202522/show-temp
[4] https://www.heise.de/news/Samsung-haelt-Chef-der-Geschworenen-fuer-befangen-1723875.html
[5] http://de.scribd.com/doc/117196813/Apple-Denied-Motion-for-Permanent-Injunction
[6] https://www.heise.de/news/Apple-will-Verkauf-von-acht-Samsung-Smartphones-verbieten-lassen-1676642.html
[7] mailto:ck@ix.de
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