Apple: Urteil im Irland-Steuerstreit wohl erst 2016
(Bild: dpa, Axel Heimken)
Die EU-Kommission hat offenbar kurz vor der erwarteten Entscheidung zusĂ€tzliche Informationen von der irischen Regierung angefordert. Die Kommission will klĂ€ren, ob Apple von regelwidrigen SteuervergĂŒnstigungen profitiert hat.
Ein Urteil im Streit um Apples Steuerzahlungen in Irland dĂŒrfte erst 2016 erfolgen. Die EuropĂ€ische Kommission habe weitere Informationen von der Regierung des Landes angefordert, berichtet [1] Silicon Republic, die ursprĂŒnglich noch vor der Weihnachtspause erwartete Entscheidung werde dadurch unwahrscheinlich.
Niedriger Steuersatz in Irland
Die EuropĂ€ische Kommission prĂŒft die Steuerpraxis von Apple [2] und weiteren US-Konzernen seit lĂ€ngerem. Der iPhone-Hersteller ist seit 1980 in Irland vertreten und wickelt ĂŒber den dortigen Ableger einen GroĂteil des internationalen GeschĂ€ftes ab. In einem vorlĂ€ufigen Bericht erachteten die BrĂŒsseler WettbewerbshĂŒter die Steuerzahlungen der Tochterfirmen in Irland als zu niedrig und bezeichneten diese als Staatsbeihilfe [3]. Sowohl Apple als auch Irland weisen den Vorwurf illegaler Beihilfen weit von sich. Es habe "nie einen Sonder-Deal" gegeben, betonte Apples Finanzchef im vergangenen Jahr.
Die vergleichsweise niedrigen Unternehmenssteuern locken auslÀndische Konzerne schon lange nach Irland. Der Steuersatz liegt dort bei 12,5 Prozent, in den USA hingegen bei 35 Prozent. Das irische Finanzministerium betont, dass es bei der Untersuchung der EU-Kommission um einen spezifischen Sachverhalt in Bezug auf Apple geht und nicht um das Steuersystem des Landes generell.
Milliarden-Nachzahlung möglich
Sollten die WettbewerbshĂŒter zu dem Urteil kommen, dass Apple unlautere Staatsbeihilfen zuteil wurden, mĂŒssten diese zurĂŒckgezahlt werden: Die Nachzahlung könnte im Milliardenbereich liegen. Apple hat Anleger zu Anfang dieses Jahres vor den möglicherweise "erheblichen" Nachzahlungen im Börsenbericht gewarnt [4]. Der Konzern verfĂŒgt allerdings ĂŒber Geldreserven von mehr als 200 Milliarden Dollar, von denen ein GroĂteil auĂerhalb der USA lagert.
Auf einer Europareise erklĂ€rte Apple-Chef Tim Cook Anfang des Monats, das Unternehmen baue in Irland weiter aus [5]: Am Firmenstandort in Cork sollen 1000 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Zudem hat Apple in einen lokalen Ăkoenergie-Fonds investiert. (lbe [6])
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[1] https://www.siliconrepublic.com/companies/2015/11/24/apple-irish-tax-verdict
[2] https://www.heise.de/news/Hintergrund-Wie-Apple-in-Irland-Steuern-spart-2220579.html
[3] https://www.heise.de/news/EU-Kommission-Apples-niedrige-Steuern-in-Irland-sind-Staatsbeihilfe-2406270.html
[4] https://www.heise.de/news/Apple-warnt-vor-erheblichen-Steuernachzahlungen-in-Irland-2629472.html
[5] https://www.heise.de/news/Apple-baut-trotz-Steuerstreit-in-Irland-aus-2920957.html
[6] mailto:lbe@heise.de
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