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Apple-Chef: Teil der Mac-Produktion kehrt in die USA zurĂĽck

Leo Becker

In einem längeren Interview hat sich der Apple-Chef unter anderem zum Ausscheiden von iOS-Chef Scott Forstall und der Kritik an der neuen Karten-App geäußert. Eine Mac-Modellreihe will Apple künftig in den USA produzieren.

Tim Cook im Rock-Center-Interview

Apple will bestimmte Macs ab dem kommenden Jahr wieder in den USA produzieren. Das hat Apple-Chef Tim Cook in einem Interview mit Bloomberg Businessweek [1] sowie NBCs Rock Center [2] in Aussicht gestellt. Man arbeite an diesem Vorhaben schon seit langem, betonte Cook. 2013 sei es soweit – eine Mac-Modellreihe soll dann in den Vereinigten Staaten gefertigt werden. Apple stecke in dieses Projekt über 100 Millionen Dollar, erklärte der Apple-Chef. Zugleich ließ er offen, welcher Mac künftig aus den USA kommt. In den vergangenen Tagen wurden einzelne Exemplare der neuen 21,5-Zoll-iMacs gesichtet, die die Beschriftung “Assembled in USA [3]” statt "Assembled in China" tragen.

[Update 6.12.2012 17:05 Uhr] Dies bedeute nicht, dass Apple die Produktion selbst übernehme – das Unternehmen werde mit Dritten zusammenarbeiten und investieren, merkte Cook im Interview der Wirtschaftszeitschrift an. Foxconn werde seine Produktionskapazitäten in den USA ausbauen, da Auftraggeber dies wünschen, sagte [4] ein Unternehmenssprecher am Donnerstag der Finanznachrichtenagentur Bloomberg ohne dabei Apple oder andere Firmen als Auftraggeber zu nennen.[/Update]

Im Interview äußerte sich Apples CEO auch zum plötzlichen Abschied von iOS-Chef Scott Forstall [5] – Apple wolle mit dem Management-Umbau die schon gute Zusammenarbeit zwischen den Sparten auf eine neue Stufe heben. Er "verachte interne Politik", es gäbe dafür keinen Platz bei Apple, bekräftigte Cook. Nach Vorstellung des Apple-Chefs solle das Unternehmen möglichst frei von Bürokratie und internen Machtkämpfen bleiben, um Agilität und Fokus zu bewahren.

Den Start der neuen Karten-App in iOS 6 habe Apple verbockt, betonte Cook nochmals [6]. Die Entscheidung statt auf Googles auf eigenes Kartenmaterial zu setzen, sei aber nicht aus einem strategischen Plan gegen die Zusammenarbeit mit einer bestimmten Firma getroffen worden, erläuterte Cook – man wollte stattdessen dem Nutzer einen besseren Dienst bieten, der Turn-by-Turn-Navigation, Sprachsteuerung und Flyover enthalte. Dies ließ sich laut Cook nur mit einem Apple-eigenen Karten-Angebot verwirklichen.

In dem Gespräch mit Rock Center erzählte der Apple-Chef außerdem, er fühle sich um "20 bis 30 Jahre zurückversetzt", wenn er den Wohnzimmmer-Fernseher anschalte. Dies bleibe ein hochinteressanter Bereich, ergänzte Tim Cook – "mehr als das kann ich nicht sagen".

(lbe [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1763631

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.businessweek.com/articles/2012-12-06/tim-cooks-freshman-year-the-apple-ceo-speaks
[2] http://rockcenter.nbcnews.com/_news/2012/12/06/15708290-apple-ceo-tim-cook-announces-plans-to-manufacture-mac-computers-in-usa?lite
[3] https://www.heise.de/news/Neue-iMacs-mit-Assembled-in-USA-Beschriftung-1761196.html
[4] http://www.bloomberg.com/news/2012-12-06/foxconn-plans-american-expansion-as-clients-seek-made-in-u-s-a-.html
[5] https://www.heise.de/news/Apple-Chef-baut-Firmenspitze-um-iOS-Chef-gefeuert-1738890.html
[6] https://www.heise.de/news/Apple-Chef-Cook-entschuldigt-sich-fuer-Karten-Probleme-in-iOS-6-1720155.html
[7] mailto:lbe@heise.de