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Amnesty: Menschenrechtslage in China nicht verbessert

JĂŒrgen Kuri

Die vom IOC betriebene "Strategie der stillen Diplomatie" sei "nicht erfolgreich", erklÀrte der deutsche China-Experte der Menschenrechtsorganisation. Er widersprach auch der EinschÀtzung des IOC-PrÀsidenten, es gebe in China keine Internet-Zensur mehr.

Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele [1] in Peking hat Amnesty International [2] eine kritische Bilanz der Menschenrechtslage im Gastgeberland China gezogen. "Die chinesische Regierung hat ihr Versprechen gebrochen, die Spiele fĂŒr die Verbesserung der Menschenrechte zu nutzen", sagte der deutsche China-Experte der Organisation, Dirk Pleiter. Nach einem neuen Amnesty-Bericht gab es stattdessen hĂ€ufig sogar Verschlechterungen.

Mit Verhaftungen, Hausarrest und "SĂ€uberungen" hĂ€tten die Behörden viele Menschenrechtler mundtot gemacht und sie von der BildflĂ€che verschwinden lassen, heißt es darin. Andere sĂ€ĂŸen weiterhin im GefĂ€ngnis. Aus China wĂŒrden weiterhin Jahr fĂŒr Jahr mehr Todesurteile bekannt als aus allen anderen LĂ€ndern dieser Erde zusammen.

Die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC [3]) betriebene "Strategie der stillen Diplomatie" ist nach Pleiters Worten "nicht erfolgreich". Er widersprach der EinschÀtzung von IOC-PrÀsident Jacques Rogge, es gebe in China keine Internet-Zensur mehr. Dies sei genauso falsch wie die Hoffnung auf eine freie Berichterstattung wÀhrend der Spiele. Die Arbeit von Journalisten sei weiterhin eingeschrÀnkt, der Zugang zum Internet werde "offensiv behindert".

Amnesty begrĂŒĂŸte das Bekenntnis des IOC zu seiner Verantwortung fĂŒr die Einhaltung der Menschenrechte. "Wir erwarten aber, dass das IOC Klartext spricht, wenn die chinesischen Behörden die olympischen Werte verletzen", sagte Pleiter. AuslĂ€ndische Staats- und Regierungschefs, die zur Eröffnungsfeier nach Peking reisen, sollten ebenfalls auf Einhaltung der Menschenrechte dringen und sich fĂŒr konkrete FĂ€lle inhaftierter Menschenrechtler einsetzen.

Siehe zum Thema auch:

(jk [25])


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[1] http://en.beijing2008.cn/
[2] http://www.amnesty.org
[3] http://www.olympic.org/
[4] https://www.heise.de/news/Web-Riesen-in-China-Mehr-Zensur-als-noetig-188052.html
[5] https://www.heise.de/news/Reporter-ohne-Grenzen-fordern-freie-Berichterstattung-in-China-186041.html
[6] https://www.heise.de/news/Europarat-fordert-China-zur-Achtung-der-Grundrechte-auf-180764.html
[7] https://www.heise.de/news/Olympische-Sommerspiele-Sicherheit-durch-ueberwachung-212710.html
[8] https://www.heise.de/news/RoG-fordert-zum-Tian-anmen-Jahrestag-Freiheit-fuer-inhaftierte-Reporter-212127.html
[9] https://www.heise.de/news/Amnesty-fordert-von-China-Einhaltung-der-Menschenrechtszusagen-210348.html
[10] https://www.heise.de/news/Amnesty-International-sieht-beschaemende-Menschenrechtslage-in-China-194660.html
[11] https://www.heise.de/news/RoG-beklagt-mangelnden-Willen-zur-Verteidigung-demokratischer-Werte-179219.html
[12] https://www.heise.de/news/Amnesty-fordert-von-Bundesregierung-mehr-Druck-auf-China-181665.html
[13] https://www.heise.de/news/EU-Parlamentspraesident-fordert-Freilassung-chinesischen-Buergerrechtlers-174830.html
[14] https://www.heise.de/news/Verstaerkte-Kritik-an-Menschenrechtslage-in-China-159854.html
[15] https://www.heise.de/news/Menschenrechtler-beklagen-mangelnde-Fortschritte-in-China-158561.html
[16] https://www.heise.de/news/Reporter-ohne-Grenzen-startet-Kampagne-fuer-Meinungsfreiheit-in-China-145201.html
[17] https://www.heise.de/news/Amnesty-kritisiert-Beguenstigung-von-Internetzensur-durch-grosse-IT-Firmen-131887.html
[18] https://www.heise.de/news/China-will-Internet-und-amtliche-Informationen-besser-kontrollieren-170765.html
[19] https://www.heise.de/news/Zensur-im-Web-nimmt-zu-157717.html
[20] https://www.heise.de/news/China-will-Blogger-und-Webcasts-strenger-kontrollieren-155927.html
[21] https://www.heise.de/news/China-untersagt-Neueroeffnungen-von-Internetcafes-153384.html
[22] https://www.heise.de/news/Der-chinesische-Praesident-fordert-ein-gesundes-Internet-138593.html
[23] https://www.heise.de/news/China-will-Musik-im-Internet-staerker-kontrollieren-127591.html
[24] https://www.heise.de/news/Online-Spiele-werden-in-China-staerker-ueberwacht-126171.html
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