Amazon: 1,3 Milliarden Dollar fĂŒr Ausbau des Prime-Videostreamings
(Bild: dpa, Uwe Zucchi)
Amazon verzĂŒckt die Börse dieses Mal auch mit rĂŒcklĂ€ufigen Gewinnen im WeihnachtsgeschĂ€ft: Denn die Bilanz fiel immer noch besser aus als erwartet. Amazon verteidigt zudem die hohen Kosten fĂŒr Prime.
Der weltgröĂte Online-EinzelhĂ€ndler Amazon hat im vergangenen WeihnachtsgeschĂ€ft zwar weniger verdient, die Börsianer aber trotzdem begeistert. Der Gewinn sank im Jahresvergleich [1] um gut zehn Prozent auf 214 Millionen Dollar. Das Ergebnis ĂŒbertraf dennoch deutlich die Erwartungen der Analysten, die mit weniger als halb so viel gerechnet hatten. Die Aktie sprang am Donnerstag daher nachbörslich um ĂŒber zwölf Prozent in die Höhe.
Die Anleger störte auch nicht, dass der Umsatz mit einem Plus von 15 Prozent auf 29,33 Milliarden Dollar die Marktprognosen verfehlte. Im Quartal davor hatte unter anderem eine Abschreibung auf das gefloppte erste Amazon-Smartphone Fire Phone die Bilanz verhagelt [2]. Das Ergebnis war ein Verlust von 437 Millionen Dollar, der die Investoren schockierte.
Prime kostet
Amazon investiert traditionell massiv in den Ausbau des GeschĂ€fts und fĂ€hrt deshalb bestenfalls schmale Gewinne ein. So wurden allein im vergangenen Jahr 1,3 Milliarden Dollar in den hauseigenen Video-Streamingdienst gesteckt, wie Amazons Chef und GrĂŒnder Jeff Bezos erklĂ€rte.
FĂŒr die Versandkosten im Abo-Service Prime habe Amazon Milliarden ausgegeben. Prime-Kunden zahlen keine VersandgebĂŒhren und bekommen Zugang zu ausgewĂ€hlten Musik- und Video-Inhalten. Analysten diskutieren darĂŒber, ob Amazons Kosten fĂŒr das Prime-Programm zu hoch sind. Amazon verweist darauf, dass Prime-Kunden mehr Umsatz bringen. Einigen SchĂ€tzungen zufolge kaufen sie zwei bis drei Mal so viel wie Amazon-Nutzer ohne Prime-Mitgliedschaft.
Der Konzern nennt keine genauere Zahl der Prime-Mitglieder. Bezos gab nun lediglich bekannt, das sie im vergangenen Jahr um 53 Prozent gestiegen sei â auf einer Basis von Dutzenden Millionen. Analysten gehen von rund 40 Millionen Prime-Kunden weltweit aus.
Rote Zahlen im Gesamtjahr
Im gesamten Jahr gab es nach dem miesen dritten Quartal trotz der schwarzen Zahlen zum Jahresausklang einen Verlust von 241 Millionen Dollar. Das Jahr 2013 hatte Amazon noch mit einem Gewinn von 274 Millionen Dollar abgeschlossen.
Die Prognose fĂŒr das laufende Quartal fiel verhalten aus. Amazon rechnet mit einem operativen Ergebnis zwischen einem Verlust von 450 Millionen Dollar und einem Gewinn von 50 Millionen Dollar.
Amazon ist neben dem Einzelhandels-GeschĂ€ft einer der weltgröĂten Anbieter von Cloud-Infrastruktur. Auch dieses GeschĂ€ft braucht hohe Investitionen etwa in Rechenzentren. Die Investoren bekamen bisher kaum Einblick in die Entwicklung dieses Amazon-Bereichs. Nun soll kĂŒnftig der Umsatz des Cloud-GeschĂ€fts einzeln ausgewiesen werden. Zudem hieĂ es, die Sparte habe eine Million Kunden. (jk [3])
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[1] http://www.businesswire.com/news/home/20150129006435/en/Amazon.com-Announces-Fourth-Quarter-Sales-15-29.33
[2] https://www.heise.de/news/Amazon-verzehnfacht-Verluste-2431340.html
[3] mailto:jk@heise.de
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