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Alphabet: Gewinneinbruch wegen EU-Kartellstrafe, Google-Wachstum sinkt

Alphabet

(Bild: dpa, Jens BĂŒttner)

Die jĂŒngste EU-Strafe in Höhe von 1,5 Milliarden belastet die Bilanz von Alphabet. Doch Anleger bereitet eher das geringe Wachstum von Google Sorgen.

Eine weitere EU-Milliardenstrafe hat den Gewinn des Google-Mutterkonzerns Alphabet zu Jahresbeginn belastet. Verglichen mit dem Vorjahreswert sank der Gewinn unterm Strich um knapp 30 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 6 Milliarden Euro. Das gab Alphabet am Montag nach US-Börsenschluss bekannt [1]. Anleger treiben allerdings eher Wachstumssorgen als mangelnder Profit um.

Der Umsatz legte angesichts weiter sprudelnder Werbeeinnahmen um rund 17 Prozent auf 36,3 Milliarden Dollar zu, blieb damit aber weit unter den Erwartungen der Analysten. Das kam am Markt nicht gut an. Die Aktie reagierte nachbörslich zunÀchst mit krÀftigen Kursverlusten und geriet zeitweise mit knapp sieben Prozent ins Minus. Im bisherigen Jahresverlauf hat der Kurs jedoch schon um fast ein Viertel zugelegt.

Die EU-Kommission hatte im MĂ€rz zum dritten Mal eine hohe Strafe gegen Google verhĂ€ngt. Wegen Behinderung anderer Anbieter im GeschĂ€ft mit Suchmaschinen-Werbung wurde Google zu einer Zahlung von rund 1,5 Milliarden Euro verdonnert [2]. Die hinterließ nun deutliche Spuren in der Bilanz, auch wenn der Gewinn trotzdem noch sehr hoch ausfiel.

An der Börse sorgte dann auch eher Googles sinkendes Wachstum fĂŒr Bedenken als die Folgen der EU-Strafe. Die Alphabet-Tochter spĂŒrt den zunehmenden Konkurrenzkampf im Markt fĂŒr Online-Anzeigen, wo seit einiger Zeit beispielsweise auch Amazon grĂ¶ĂŸere Erfolge feiert. Zudem hatten auch andere Rivalen wie Facebook, Snap und Twitter zuletzt gut abgeschnitten. Google lieferte hingegen das schwĂ€chste Umsatzwachstum seit drei Jahren – zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum hatte es noch bei 26 Prozent gelegen, im Vorquartal bei 22 Prozent.

"Wir haben ein robustes Quartal geliefert, angefĂŒhrt von mobiler Suche, Youtube und Cloud-Diensten", sagte Finanzchefin Ruth Porat. Doch auch bei der Video-Tochter Youtube, deren Ergebnisse Alphabet nicht separat ausweist, gab es zuletzt einige Probleme. So stören sich einige Werbekunden am Umgang mit umstrittenen Inhalten [3], weshalb Analysten schon lĂ€nger vor möglichen Einnahmeeinbußen warnten. In einer Konferenzschalte mit Analysten sagte Porat nach Vorlage der Quartalszahlen lediglich, dass mit verschiedenen Werbeformaten experimentiert werde, was zu Schwankungen bei den Erlösen fĂŒhre.

Alphabets sonstige GeschĂ€fte, die unter der Bezeichnung "andere Wetten" gefĂŒhrt werden, schafften nur einen Gewinnanstieg von 150 Millionen auf 170 Millionen Dollar, was in der Gesamtbetrachtung des Konzernumsatzes kaum ins Gewicht fĂ€llt. Dabei stieg der operative Verlust der Sparte, zu der beispielsweise der Roboterwagen-Entwickler Waymo zĂ€hlt, von 571 Millionen auf 868 Millionen Dollar. Auch die von Investoren kritisch betrachteten Kosten und Ausgaben wuchsen abermals krĂ€ftig, obwohl Alphabet deutlich weniger Kapital investierte. (olb [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4409939

Links in diesem Artikel:
[1] https://abc.xyz/investor/static/pdf/2019Q1_alphabet_earnings_release.pdf
[2] https://www.heise.de/news/EU-Wettbewerbshueter-verdonnern-Google-zu-1-49-Milliarden-Euro-Strafe-4340806.html
[3] https://www.heise.de/news/YouTube-Werbeboykott-wegen-paedophiler-Kommentare-in-Kindervideos-4315125.html
[4] mailto:olb@heise.de