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Aktionärsschützer lehnen T-Online-Rückkauf ab

Torge Löding

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) rät den Aktionären indes zu Ruhe und Gelassenheit.

Die Pläne zur Reintegration [1] der börsennotierten Internet-Tochter in den Telekom-Konzern stoßen bei Aktionärsschützern auf teils harsche Kritik. "Das käme einer Zwangsenteignung der Aktionäre gleich", sagte der Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub, der Berliner Zeitung [2]. "Die Anleger haben dem Unternehmen in schlechten Zeiten die Treue gehalten. Sie sollten jetzt, da T-Online wieder auf einem guten Weg ist, auch am Erfolg partizipieren können", forderte Straub.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW [3]) rät den Aktionären indes zu Ruhe und Gelassenheit. Für eine komplette Wiedereingliederung des Internet-Anbieters müsse die Telekom ihren Aktienbesitz zunächst auf mindestens 95 Prozent erweitern, heißt es in einer DSW-Mitteilung. Erst dann können mit einem so genannten Squeeze-Out die noch verbliebenen Aktionäre aus dem Unternehmen gedrängt werden. Ebenfalls denkbar wäre der Abschluss eines Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrages. Hiermit hätte die Telekom die Möglichkeit, direkt in die operativen Entscheidungen von T-Online einzugreifen. "In beiden Fällen muss die Muttergesellschaft den freien Aktionären ein Pflichtangebot machen, dessen Höhe per Spruchverfahren gerichtlich überprüft werden kann", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Die Devise der T-Online-Aktionäre solle deshalb lauten "Abwarten und Tee trinken". Die Erfahrung zeige, dass Anleger, die zu früh agieren, weniger bekommen. (tol [4])


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https://www.heise.de/-104103

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[1] https://www.heise.de/news/Deutsche-Telekom-prueft-Reintegration-von-T-Online-103821.html
[2] http://www.berlin-online.de
[3] http://www.dsw-info.de
[4] mailto:tol@heise.de