AktionÀre grillen Yahoo-Chefin: "Google ist Lichtjahre voraus"
Marissa Mayer will Yahoo wieder zu einem Vorreiter des Internets machen. Auf diesem Weg ist sie schon ein StĂŒck weit vorangekommen. Doch nicht alle AktionĂ€re sind begeistert.
Nach einem knappen Jahr an der Spitze von Yahoo haben die AktionÀre ihrer Konzernchefin Marissa Mayer ein durchwachsenes Zeugnis ausgestellt. Die ehemalige Google-Managerin konnte auf der Hauptversammlung [1] am Dienstag zwar mit neuen Produkten und einer wachsenden Nutzerzahl aufwarten, was ihr auch Lob aus dem Plenum einbrachte. Doch anderen Anteilseignern gingen die Fortschritte nicht weit genug.
"Bei der Suche ist Google Lichtjahre voraus", sagte ein AktionĂ€r auf dem anderthalbstĂŒndigen Treffen im kalifornischen Santa Clara, wo Yahoo seinen Sitz hat. "Bei Banner-Werbung wĂ€chst Facebook viel schneller." Wie könne Mayer bei all dieser Konkurrenz sicher sein, dass Yahoo wachsen werde? Google etwa habe viel mehr Entwickler.
"UnterschĂ€tze niemals die Macht einer kleinen Gruppe", erwiderte Mayer, die rund 11.000 Leute unter sich sieht. "Yahoo ist das weltgröĂte Startup." Sie berichtete von steigenden Nutzerzahlen vor allem im mobilen GeschĂ€ft auf Smartphones und Tablet-Computern. Ihr Lieblingsbeispiel ist die neue Wetter-App, bei der passende Bilder aus der konzerneigenen Fotoplattform Flickr als Hintergrund dienen. Mayer versprach weitere "groĂartige Produkte" fĂŒr die Zukunft.
Ein anderer Anteilseigner kritisierte die Entscheidung [2], Mitarbeiter aus der Heimarbeit zurĂŒck ins BĂŒro zu rufen. "Ich bin sicher, dass sie nicht glĂŒcklich sind", sagte der AktionĂ€r vor allem im Hinblick auf die Eltern unter den BeschĂ€ftigten. Mayer verteidigte eine ihrer ersten Amtshandlungen: Nur durch eine teamĂŒbergreifende Zusammenarbeit könnten manche Produkte verwirklicht werden wie die Wetter-App.
Mayer war im Sommer vergangenen Jahres von Google zu Yahoo gekommen. Sie will das Unternehmen wieder zu einem Vorreiter machen. Dazu tauschte sie einen guten Teil der FĂŒhrungsmannschaft aus und kaufte nacheinander etwa die Nachrichten-App Summly [3] oder schluckte fĂŒr 1,1 Milliarden Dollar die Blog-Plattform Tumblr [4]. Die jĂŒngsten GeschĂ€ftszahlen [5] fielen allerdings eher mau aus, weil die wichtigen Werbeerlöse bröckelten. (anw [6])
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[1] http://yhoo.client.shareholder.com/events.cfm?CalendarID=4
[2] https://www.heise.de/news/Yahoo-Schluss-mit-Home-Office-1811382.html
[3] https://www.heise.de/news/Yahoo-kauft-iPhone-Nachrichten-App-Summly-1829694.html
[4] https://www.heise.de/news/Tumblr-Uebernahme-durch-Yahoo-perfekt-1866086.html
[5] https://www.heise.de/news/Yahoo-kaempft-mit-Werbeschwund-1843384.html
[6] mailto:anw@heise.de
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